28. Mai 2020

Spezialthema

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Das Krankheitsbild der Peripheren Neuropathie

 

Eine Periphere Neuropathie bezeichnet eine Krankheit, die entsteht, wenn Nerven beschädigt oder krank sind. Die peripheren Nerven bilden ein komplexes Netzwerk, das Gehirn und Rückenmark mit den Muskeln, der Haut und den inneren Organen verbindet. Periphere Nerven kommen aus dem Rückenmark und sind entlang der sogenannten Dermatome im Körper angeordnet. Typischerweise betrifft die Schädigung eines Nervs ein oder mehrere Dermatome, die auf bestimmte Körperregionen bezogen werden können. Eine Schädigung dieser Nerven unterbricht die Kommunikation zwischen dem Gehirn und anderen Körperteilen und kann die Muskelbewegung beeinträchtigen, normale Empfindungen in Armen und Beinen verhindern und Schmerzen verursachen. In diesem Beitrag erläutern wir das Krankheitsbild und zeigen, was bei Polyneuropathie helfen kann.  

Arten der peripheren Neuropathie

Es gibt mehrere verschiedene Arten von peripheren Neuropathien, die auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sind. Sie reichen vom Karpaltunnelsyndrom bis hin zu Nervenschäden im Zusammenhang mit Diabetes.  

Mononeuropathie

Die Schädigung eines einzelnen peripheren Nervs wird als Mononeuropathie bezeichnet. Körperverletzung oder Traumata sind die häufigste Ursache. Anhaltender Druck auf einen Nerv oder kontinuierliche, sich wiederholende Bewegungen, können eine Mononeuropathie auslösen.  

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine häufige Form der Mononeuropathie. Menschen, deren Arbeit wiederholte Bewegungen mit dem Handgelenk erfordert, sind einem größeren Risiko ausgesetzt.  

Die Schädigung des Nervs kann zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, ungewöhnlichen Empfindungen und Schmerzen in den Fingern führen. Mit der Zeit können Karpaltunnelverletzungen die Muskeln in der Hand schwächen.  

Polyneuropathie

Die Polyneuropathie macht die größte Anzahl von Fällen der peripherer Neuropathie aus. Sie tritt dann auf, wenn mehrere periphere Nerven im ganzen Körper gleichzeitig versagen. Eine Polyneuropathie kann eine Vielzahl von Ursachen haben, einschließlich der Belastung durch bestimmte Toxine wie Alkoholmissbrauch, schlechte Ernährung (insbesondere Vitamin-B-Mangel) und Komplikationen durch Krankheiten wie Krebs oder Nierenversagen.  

Eine der häufigsten Formen der chronischen Polyneuropathie ist die diabetische Neuropathie.  

Die häufigsten Symptome der Polyneuropathie sind:

  • - Kribbeln
  • - Taubheitsgefühl
  • - Gefühlsverlust in den Armen und Beinen
  • - Ein brennendes Gefühl in den Füßen oder Händen

Da Menschen mit chronischer Polyneuropathie oft ihre Fähigkeit verlieren, Temperatur und Schmerzen zu spüren, können sie sich verbrennen und offene Wunden entwickeln, die durch Verletzungen oder anhaltenden Druck entstehen. Wenn die Nerven in den Organen betroffen sind, können Durchfall oder Verstopfung die Folge sein, ebenso wie der Verlust der Darm- oder Blasenkontrolle. Sexuelle Dysfunktion und ungewöhnlich niedriger Blutdruck können ebenfalls auftreten.  

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind für Patienten von entscheidender Bedeutung. Was bei Polyneuropathie helfen kann ist frühzeitig den Arzt aufzusuchen, da andernfalls die Gefahr besteht, irgendwann im Rollstuhl sitzen zu müssen.  

Was verursacht die periphere Neuropathie?

Es gibt viele Faktoren, die periphere Neuropathien verursachen können, sodass es oft schwierig ist, den Ursprung zu bestimmen. Man unterscheidet drei Arten:  

1. Erworbene Neuropathien werden durch Umweltfaktoren wie Toxine, Traumata, Krankheiten oder Infektionen verursacht. Zu den bekannten Ursachen für erworbene Neuropathien gehören:

  • - Diabetes
  • - Mehrere seltene Erbkrankheiten
  • - Alkoholismus
  • - Schlechte Ernährung oder Vitaminmangel
  • - Bestimmte Krebsarten und Chemotherapien, die zur Behandlung eingesetzt werden.
  • - Zustände, bei denen die Nerven fälschlicherweise vom körpereigenen Immunsystem angegriffen oder durch eine überaggressive Reaktion auf Verletzungen geschädigt werden.
  • - Bestimmte Medikamente
  • - Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen
  • - Infektionen wie Borreliose, Gürtelrose oder AIDS

2. Erbliche Neuropathien sind nicht so häufig. Erbneuropathien sind Erkrankungen der peripheren Nerven, die genetisch von Elternteil zu Kind übertragen werden. Die häufigste davon ist die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit. Sie ist gekennzeichnet durch Schwäche in den Beinen, und in geringerem Maße in den Armen. Typisch sind Symptome, die normalerweise zwischen der Mitte des Kindesalters und dem Alter von 30 Jahren auftreten. Diese Krankheit wird durch die Degeneration der Isolierung verursacht, die normalerweise die Nerven umgibt und ihnen hilft, die elektrischen Impulse zu leiten, die sie benötigen, um Muskelbewegungen auszulösen.  

3. Idiopathische Neuropathien sind ohne erkennbare Ursache. Bis zu einem Drittel aller Neuropathien werden auf diese Weise klassifiziert.  

Welche Therapie?

Eine Kombination verschiedener Behandlungsansätze ist ratsam. Die physiotherapeutische Behandlung ist hierbei essenziell. Der Physiotherapeut gibt Ihnen hilfreiche Übungen für zuhause mit und begleitet Sie während der einzelnen Interventionen. Das Gute an der heutigen Physiotherapie ist, dass sich der Wissensstand auch im neurologischen Tätigkeitsfeld stetig erweitert.  

Zu den weiteren Grundpfeilern der Behandlung gehört ebenfalls die zielgerichtete medikamentöse Therapie. Das Finden des richtigen Medikamentes erfordert viel Geduld, da jeder Körper, Medikamente unterschiedlich aufnimmt und die Wirkungsweise umsetzt. Vertrauen Sie da auf Ihren zuständigen Arzt.
 

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