28. Mai 2020

Spezialthema

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Cannabisöl - Anwendung und Wirkung bei Menschen

 

Cannibisöl wird gesellschaftlich immer stärker nachgefragt. Man kommt schnell an die heilbringende Substanz. Ein einfacher Weg ist der Gang zur nächsten Apotheke, denn die Apotheken sind längst auf diesen Zug aufgesprungen und bedienen den Trend. Ebenso einfach ist es, Cannabisöl im Online-Handel, zum Beispiel bei Online-Apotheken, zu bestellen. Schließlich wird Cannabisöl in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel behandelt und darf in den freien Verkauf unter der Voraussetzung, dass der Anteil von THC weniger als 0,2 % beträgt. Das Cannabisöl umfasst wertvolle Mineralien, Vitamine, Flavonoide und Terpene.

Das Hauptaugenmerk liegt hingegen im CBD, dem Cannabidiol. CBD ist innerhalb der Hanfpflanze so etwas wie der Gegenspieler des psychoaktiven Rauschmittels THC, das Menschen für gewöhnlich als erstes mit Cannabis in Verbindung bringen. CBD ist für zahlreiche Wirkkomplexe verantwortlich und entfaltet seine Heilwirkungen hauptsächlich über den Zugang zu Rezeptoren über das Zentrale Nervensystem (ZNS). Wir gehen in diesem Artikel dem Geheimnis von Cannabisöl auf den Grund und klären über die Anwendung und Wirkung des medizinischen Allrounders auf. Nebenwirkungen, die auftreten können, werden wir ebenfalls erläutern.

 

Die CBD Öl Einnahme als Königsweg

Zunächst ist die Einnahme von CBD als Öl nicht die einzige Form der Applikation. Aus der Schweiz sind beispielsweise die 2017 legalisierten CBD-Zigaretten bekannt, und auch über E-Zigaretten kann CBD über den Verdampfungsprozess inhaliert werden. Doch man muss kein Raucher sein, um CBD zu konsumieren, zumal der Angriff auf die Lungenfunktionen der mannigfaltigen Heilwirkung von CBD entgegenwirkt. Angeboten wird CBD auch als Kaugummi oder Schokolade. Der Nachteil ist der verzögerte Wirkeintritt, da das CBD auf diese Art nur langsam verstoffwechselt werden kann.

CBD gibt es zudem als Salbe oder Paste, um am stärksten von den CBD-Effekten als Anti-Ager zu profitieren, weil CBD nachweislich die Zellverjüngung fördert. Hier besteht der Nachteil hingegen darin, dass die zahlreichen anderen Wirkmechanismen von CBD blockiert oder deutlich eingeschränkt werden. Deswegen gilt die Einnahme von CBD als Öl als Königsweg. Die Resorption geschieht sehr schnell, vor allem bei einer sublingualen Einnahme. Hierfür werden die Tropfen einfach unter der Zunge belassen, wonach die Wirkstoffe von der Mundschleimhaut unverzüglich aufgenommen werden. Darüber hinaus bleiben bei dieser Einnahmeform die Hauptmechanismen von CBD für die Gesundheit erhalten und die Dosierung kann exakt vorgenommen werden.

 

Die Hauptwirkung von CBD funktioniert über das ECS

Wissenschaftler sind sich heute weitgehend darin einig, dass einer der zentralen Schlüssel des Verständnisses von der Heilwirkung von CBD in seiner Interaktion mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des Menschen besteht. Die griechische Vorsilbe „Endo“ weist daraufhin, dass es sich um ein endogenes, das heißt körpereigenes System des Menschen handelt.

Das ECS ist über Nervenbahnen mit den wichtigsten vitalen Körperfunktionen verbunden. Es erstreckt sich auf das Gehirn, Immunsystem, Lungen, Herz, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüsen, Gefäßsystem, Darm, Geschlechtsorgane, Muskeln, Knochenmark und Knochen. Die CBD1-Rezeptoren finden sich im ZNS und Gehirn, die CBD2-Rezeptoren in den peripheren Organen, vor allem im Immunsystem. Über die Bedeutung des CBD3-Rezeptors und sein Beziehungsgeflecht zu CBD wird in der Medizin noch geforscht.

Bekannt ist allerdings, dass das ECS viele Prozesse des Menschen reguliert. So werden durch das ECS der Appetit, das Schmerzempfinden, der Umgang mit Entzündungen, der Innendruck der Augen, die Temperaturregulation, die Steuerung der Muskulatur, Schlaf, Motivation, Stress, Stimmung, Stoffwechsel, Erinnerung und das Abwehrsystem beeinflusst. Die Kommunikation mit den Rezeptoren läuft bei CBD dabei anders als bei THC nicht über die Stimulation, sondern über die Hemmung des Enzyms FAAH. Dadurch werden die Abbauprozesse verlangsamt und es sind größere Konzentrationen von CBD in den Nervenzellen enthalten.

Dadurch steigt die Chance, dass die Schaltkreise in Bewegung bleiben bzw. wieder in Schwung kommen. Diese Schaltkreise für wichtige vitale Prozesse sind erst seit wenigen Jahren in den Fokus der Medizin geraten. Davor wurden für verschiedene Krankheiten und Störungen eher Defizite wie von Neurotransmittern angenommen. Diese haben zum Beispiel für Befindlichkeitsstörungen zwar noch durchaus eine Bedeutung in der modernen Heilkunde, werden heute aber eher untergeordnet zum grundlegenden Problem der dadurch blockierten Regelkreise gesehen.

 

 

Weitere Wirkkomplexe

Die Wechselwirkung von CBD mit dem ECS erklärt also den multimodalen Wirkkomplex der Heilsubstanz zu einem großen Teil. Monokausal ist er hingegen nicht, weil auch noch andere Wirkungen von dem wertvollen Cannabinoid ausgehen. Bekannt ist zunächst die Interaktion von CBD mit den GPR3- und GPR6-Rezeptoren, die mit Demenz und Alzheimer in Beziehung stehen und erklären, warum derzeit auch der Einsatz von CBD als Antidementivum diskutiert wird. Auch für die Krebsbekämpfung haben diese Rezeptoren eine gewisse Bedeutung.

Die GPR55-Rezeptoren wiederum, die ebenfalls durch CBD beeinflusst werden, stehen sogar im Zusammenhang mit der Bildung von Guanin für die Biosynthese. Der Komplex wurde erst im Jahre 2007 entdeckt, sodass die medizinische Forschung dazu noch am Anfang steht. Aufgrund seiner möglicherweise überragenden Bedeutung ist GPR55 heute im Rahmen der CBD-Forschung das Lieblingskind von Medizinern und Molekularbiologen. Derzeit steht die These im Raum, ob es sich beim GPR55-Rezeptor möglicherweise um den CBD3-Rezeptor als zentralen Anker des ECS handeln könnte. Er wurde im Gehirn und Magendarmtrakt gefunden. Studien belegen bereits eine Auswirkung dieses Rezeptors auf Anfallserkrankungen wie Epilepsie und das Dravet-Syndrom.

Mit dem Schmerzempfinden sind wiederum die Vanilloid-Rezeptoren assoziiert, welche die Schmerzweiterleitung unterdrücken können. Aus diesem Grund sind sie ein beliebter Anknüpfungspunkt verschiedener Schmerzmittel. Grundsätzlich beeinflussen Cannabinoide durch ihre zentrale Stellung im Nervensystem die Reizübertragung am synaptischen Spalt. Speziell CBD steuert wichtige Botenstoffe, welche im Zusammenhang mit zahlreichen physiologischen und psychologischen Prozessen stehen.

Dazu gehören die für Stimmung, Ausgeglichenheit und Motivation stehenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin wie auch das Schlafhormon Melatonin und die stress- und schmerzlösenden Opioide. Interessant ist auch die durch CBD beeinflusste Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im glutamergen System, das Ausgangspunkt neuartiger antidepressiver Arzneimittel wie Phenibut und Tianeptine ist, um depressive Verspannungen und mentale Blockaden zu lösen.

 

Gegen was hilft CBD?

Aufgrund der omnipräsenten Stellung von CBD im Zentralen Nervensystem ist das Wirkspektrum des Cannabisöls erfreulich vielfältig, ja ganzheitlich. So lassen sich durch CBD zahlreiche Erkrankungen an den Nerven, und zwar sowohl in psychischer (Stress, Angst) als auch in physischer Hinsicht (Fibryomalgie, Multiple Sklerose (MS), Rheuma, der Spastik, das Restless Legs Syndrom (RLS) und Parkinson) behandeln. Auch das Tourette-Syndrom an der Schnittstelle zwischen einer neurologischen und einer neuropsychiatrischen Erkrankung aus dem Spektrum der Zwangsstörungen gehört dazu. Bereits zahlreiche Rezeptoren konnten von Forschern ausfindig gemacht werden, an denen CBD andockt und die im Zusammenhang mit der Krebsbekämpfung stehen. Deswegen ist CBD derzeit ein von der Medizin im Kampf gegen Krebs umschwärmter Forschungsgegenstand.

CBD ist entzündungshemmend und schmerzlösend, sodass sich mit dem Cannabisöl ebenfalls gut Krankheiten therapieren lassen, die mit Schmerzen und Entzündungen in Beziehung stehen. Dazu gehören zum Beispiel Asthma bronchiale, Migräne, Übelkeit, Morbus Crohn, Arthritis und Coltis Ulcerosa. Wer an der Knochenerkrankung Osteoporose und an Diabetes mellitus leidet, kann sich ebenfalls Hoffnung auf Linderung durch CBD machen.

Was psychische Erkrankungen angeht, so wirkt CBD vor allem gegen Ängste, Zwänge, Süchte, Stress, Schlaflosigkeit, Depressionen bis hin zu Psychosen, was abermals auf die Rolle von CBD als Gegenspieler von THC hinweist. Außerdem konnte in einer Studie amerikanischen Soldaten, die infolge von Kriegseinsätzen an der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) litten, erfolgreich mit CBD geholfen werden.

 

Die CBD-Öl-Einnahme

Cannabisöl wird tröpfchenweise eingenommen. Die Dosis orientiert sich vor allem an der Art der Erkrankung und am CBD-Wirkgehalt. So werden Cannabisöle mit unterschiedlicher Konzentration in der Regel von 5 % bis 30 % angeboten. Für leichtere Beschwerden empfiehlt sich Cannabisöl mit einem CBD-Gehalt von 5%. Hierbei liegt die gewöhnliche Dosis bei drei Tropfen morgens und abends. Bei stärkeren Beschwerden ist die Dosis entsprechend anzupassen.

Um den Organismus an den neuen Wirkstoff zu gewöhnen, sollten zu Beginn der Therapie etwas weniger Tropfen eingenommen werden und die Arznei langsam eingeschlichen werden. Bleibt auch nach 14 Tagen eine spürbare Wirkung aus, kann die Dosis verdoppelt werden. Überdies werden auch Cannabisöle mit einem CBD-Anteil von 2 oder 3 % angeboten. Diese sind allerdings eher als „Nahrungsergänzungsmittel“ Kindern und Haustieren vorbehalten.

 

Die Inhaltsstoffe bewirken den Entourage-Effekt

Schließlich empfehlen wir, bei der Suche nach geeigneten Cannabisölen auf die Inhaltsstoffe zu achten. Es hat sich nämlich gezeigt, dass CBD stärker wirkt, wenn es aus einem möglichst bunten Strauß an Inhaltsstoffen der Cannabispflanze - wie vor allem den wertvollen Terpenen und Flavonoiden - aufgebaut ist, als wenn das CBD allein für sich aus der Pflanze extrahiert wurde. Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze gehen nämlich wie in der Natur zahlreiche Wechselwirkungen miteinander ein, durch die sich die Wirkung im Einzelnen noch einmal verstärkt. Dieses Prinzip ist im Volksmund als Synergieeffekt und in der Medizin als Entourage-Effekt bekannt.

 

Risiken und Nebenwirkungen

Cannabisöl besitzt eine insgesamt sehr gute Verträglichkeit. Gelegentlich berichteten Anwender von Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Mundtrockenheit, niedrigem Blutdruck und seltener von einem erhöhten Augeninnendruck. Meistens verschwinden die Symptome nach der Eingewöhnungsphase wieder. Schwangere sollten auf das Cannabisöl allerdings verzichten, weil die enzymatischen Veränderungen durch CBD das Immunsystem des Fötus überfordern könnten. Auch wer durch Glaukom am Auge ohnehin schon einen erhöhten Augeninnendruck hat, sollte vor der CBD Einnahme besonders vorsichtig sein, darauf verzichten oder einen Arzt konsultieren.

Schließlich geht der Abbau von CBD in der Leber wie bei vielen Medikamenten mit Wechselwirkungen einher. Betroffen sind nach heutigem Forschungsstand Patienten, die bereits folgende Medikamente einnehmen: die Säurehemmer Omneprazol und Pantoprazol; die Gerinnungshemmer Warfarin und Marcumar; das Schmerzmittel Diclofenac sowie die Neuroleptika Risperdal, Haloperidol und Clobazam.

 

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