5. März 2015

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Zervikalsyndrom

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Das Zervikalsyndrom beschreibt als Sammelbegriff von der Halswirbelsäule ausgehende bzw. den HWS-Bereich betreffende Beschwerden.
(Informationen: HWS SyndromHWS Syndrom)

Der Begriff ist sehr allgemein, deshalb empfiehlt es sich zu differenzieren in:

-   Zervikales Überlastungssyndrom
-   Zervikales Irritationssyndrom
-   Zervikale radikuläre Syndrome
    (Symptome als Folge einer Nervenstörung bzw. -schädigung)
-   Zervikales myofasziales Syndrom
    (Schmerzen, welche die Muskeln und Gewebshüllen betreffen)
-   Zervikale segmentale Funktionsstörung
-   Retropharyngeale Tendinitis
    (Entzündung der Sehne, hinter dem Schlund bzw. Rachen)
-   Zervikogene Kopfschmerzen (s. Thema bei doctorhelp.de)
-   Folgen eines Schleudertraumas
-   Nacken-Zungen-Syndrom (Neck-Tongue-Syndrom):

Das Neck-Tongue-Syndrom ist gekennzeichnet durch attackenartige, einseitig-hinterkopfbetonte Schmerzen verbunden mit einer unangenehmen Hypästhesie (geminderte Empfindlichkeit) der gleichseitigen Zungenhälfte.

Die häufigste Ursache für das Zervikalsyndrom sind von der Halswirbelsäule ausgehende Störungen (meistens durch sog. "Wirbelblockierungen"). Typisch sind Nackenschmerzen, welche bis in die Schultern ausstrahlen können - manchmal sogar bis in die Arme und bzw. oder auch bis in den Kopf (Hinterkopf, z. T. bis in die Stirn). Die Muskulatur neben der Wirbelsäule ist meistens verhärtet, oft verbunden mit einer schmerzhaften, eingeschränkten Beweglichkeit des Kopfes. Z. T. existiert auch eine sog. „Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen der Halswirbelsäule“. Um ein die Nervenwurzeln betreffendes Krankheitsgeschehen (sog. radikuläre Syndrome) auszuschließen, muß grundsätzlich eine fachlichen Abklärung durch einen Neurologen bzw. Radiologen erfolgen.

Heftigste Schmerzzustände inkl. Muskelhartspann und folglich erzwungener Schiefhaltung werden als „akuter Tortikollis“ bezeichnet.

Man unterscheidet das Zervikalsyndrome in:

• Oberes Zervikalsyndrom:
Die Störungen betreffen hier überwiegend die Nervenwurzel des 2. Halswirbels. Typisch sind Nackenschmerzen mit Ausstrahlung bis in den Kopf. Die Schmerzeinstrahlung in den Hinterkopf (teilweise auch bis zur Stirnregion) führt häufig zur Diagnose eines zervikogenen oder vertebragenen (wirbelsäulenbedingten) Kopfschmerzes. Mehr Details finden Sie im zugehörigen Thema „zervikogener Kopfschmerz“ bei Doctorhelp.

• Mittleres Zervikalsyndrom:
Hier sind die Halswirbel 3, 4 und 5 betroffen. Typisch sind Schmerzen im Bereich der Schulter, die bis in die Schulterblätter ausstrahlen können. Hiermit in Zusammenhang stehende herabgesetzte Empfindungen im Schulterbereich oder sogar Lähmungen deuten auf eine radikuläre Symptomatik hin.

• Unteres Zervikalsyndrom:
Betroffen sind hier die Nervenwurzeln des 6. bis 8. Halswirbels und des 1. Brustwirbels. Als Folge können die Beschwerden bis in den Kleinfinger ausstrahlen. Häufig wird hier auch der Begriff „Zervikobrachialgie" verwendet, streng genommen geht aber die Zervikobrachialsyndrom mit einer radikulären Symptomatik einher. Bei einem Zervikalsyndrom sind die Symptome dagegen höchstens pseudoradikulär, d. h. eine Nervenschädigung liegt nur scheinbar vor.
Störung im Bereich des 1. Brustwirbels können auch zu einem sog. Horner-Syndrom führen (Verengung der Pupille, Augenlidsenkung, Zurücksinken des Augapfels).

Therapie

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie.

Die Mittel erster Wahl sind peripher wirkende Analgetika (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken), spez. sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), hierbei möglichst lang wirkende und magenschonende, z. B. Mobec®. Bei stärkeren, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei Zervikobrachialgie wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

- Physikalische Therapie (Massagen, Kälte, Krankengymnastik, T.E.N.S. …)
- Akupunktur


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Zervikalsyndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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