Die Wirbelsäule gliedert sich in Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuz- und Steißbein. Dementsprechend können auch die Wirbelschmerzen verschiedene Ursachen und Lokalisationen haben.
Ursache von Wirbelsäulen-Schmerze
Die Ursachen für Wirbelschmerzen lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:
- Degenerative Veränderungen
a) Bandscheibenschäden
b) ligamentäre Insuffizienz
c) Störungen der gelenkigen Wirbelverbindungen
d) knöcherne Veränderungen
- Entzündliche Erkrankungen
a) aus dem rheumatischen Formenkreis
b) Infektionserkrankungen
- Missbildungen
a) angeborene, wie eine Spina bifida, Block- oder Keilwirbel
b) durch Wachstumsstörungen
- Generalisierte Skeletterkrankungen, wie Osteoporose oder Osteomalazie
- Traumen (Verletzungen)
- Tumore der Wirbelsäule
a) Primärtumore
b) Metastasen
- nicht-verletzungsbedingte Defekte
Erkrankungen und Symptome
- Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom)
Das HWS-Syndrom, auch Zervikalsyndrom, ist ein Sammelbegriff für Schmerzen, welche die Halswirbelsäule oder den Halswirbelsäulenbereich betreffen. Meist gehen die Schmerzen von den gelenkigen Wirbelverbindungen aus. Typische Symptome sind Wirbelsäulenschmerzen, die in die Schultern, Arme und den Hinterkopf ausstrahlen können. Die Muskulatur neben der Wirbelsäule ist oftmals verhärtet und die Kopfbeweglichkeit schmerzhaft eingeschränkt. Außerdem bestehen vielfach Klopfschmerzen über den Dornfortsätzen der Halswirbelsäule.
Abhängig von der Lokalisation der Störung unterteilt man das HWS-Syndrom in:
- oberes HWS-Syndrom, bei dem sich die Störung vorwiegend auf die Nervenwurzel des 2. Halswirbels konzentrieren.
- mittleres HWS-Syndrom, hier treten die Schmerzen im Bereich des 3., 4. und 5. Halswirbels auf.
- unteres HWS-Syndrom, betroffen sind die Nervenwurzeln des 6. Halswirbels bis zu 1. Brustwirbel.
- Brustwirbelsäulensyndrom (BWS-Syndrom)
Auch das BWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Wirbelsäulenschmerzen, welche von der Brustwirbelsäule ausgehen oder diesen Bereich betreffen. Ursachen für ein BWS-Syndrom sind weniger statisch-dynamische Faktoren, sondern vielmehr reflektorische Störungen, vor allem im myofaszialen System. Des Weiteren können auch die Interkostalnerven, im Sinne einer pseudoradikulären Symptomatik, beteiligt sein. Aber auch ein radikuläres Syndrom kann ursächlich sein.
Weitere Ursachen sind Wachstumsstörungen (z.B. Morbus Scheuermann, Skoliose), Osteoporose, unfallbedingte Wirbelbrüche, sowie viszerale Übertragungsschmerzen. Die Schmerzen werden meist als dumpf bis drückend beschrieben und in der Regel ist die Muskulatur neben der Wirbelsäule verhärtet und druckschmerzhaft. Es bestehen oftmals auch Klopfschmerzen über den Dornfortsätzen der Wirbelkörper.
- Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom)
Das LWS-Syndrom wird häufig durch degenerative Veränderungen oder statisch-muskuläre Störungen der Lendenwirbelsäule verursacht. Eine Sonderrolle nehmen hierbei die Bandscheiben ein. Im Laufe der Zeit nimmt der Wassergehalt des Gallertkerns der Bandscheibe ab, wodurch auch die Elastizität und Beweglichkeit abnimmt. Der Faserring verliert seine Haltefunktion und wird für die Gallertmasse durchlässig. Durch die fortschreitende Degeneration kann es zu Bandscheibenvorfällen, arthrotischen Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrosen), Randzackenbildung (Spondylosen), Sklerosierung der Deckplatten (Osteochondrosen) und Versteifung der Wirbelsäule kommen. Im Laufe der Zeit kann es neben den Schmerzen in den Bewegungssegmenten auch zu einer pseudoradikulären oder gar radikulären Symptomatik kommen.
- Sakralgie
Die Sakralgie beschreibt Wirbelsäulenschmerzen im Bereich des Kreuzbeins, welche beispielsweise durch Kompression der Nn. clunium recurrentes in den Kreuzbeinlöchern, bei Sakralisation, häufig mit Erkrankungen der Iliosakralgelenke einhergehend. Weiter Ursachen können sein:
- Verletzungsbedingt (traumatisch)
- Sakralisation (Verschmelzung des 5. Lendenwirbelkörpers mit dem Kreuzbein bzw. mit dem 1. Steißbeinwirbel)
- Tuberkulose
- Cocczygodynie (Steißbeinschmerzen)
mögliche Ursachen hierfür sind:
- Verletzungen
- (untere) Sakralisation
- nach schweren Entbindungen
- Tendopathien
Therapie von Wirbelschmerzen
Bei der Therapie von Wirbelschmerzen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.
Details:
1. Allgemeine Therapien
a) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.
b) Akupunktur
c) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..
2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik
 
Therapie & Behandlungskonzepte bei Wirbelschmerzen
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.
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