16. November 2018

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Skoliose

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Eine Skoliose ist eine angeborene oder erworbene dauerhafte seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit Verdrehung der einzelnen Wirbelkörper. Sie kommt durch asymmetrische Wirbelsäulenkomponenten zustande und lässt sich an einem Schulterhochstand erkennen.

Zumeist entsteht eine Skoliose im Alter von fünf bis acht Jahren oder in der ersten Phase der Pubertät. Häufig wird sie jedoch erst im Alter von 10 bis 12 Jahren diagnostiziert. Sie entsteht und verschlechtert sich während Wachstumsschüben

Eine Skoliose tritt bei Mädchen weit häufiger auf als bei Jungen.


Symptome:

Häufig treten zunächst keine Beschwerden auf. Durch die Fehlstellung wird jedoch eine Abnutzung begünstigt und durch die mögliche Verkürzung des Rumpfes entsteht eine Belastung für innere Organe:


Als Beschwerden, die bei einer Skoliose auftreten können, sind zu nennen:

• Verminderung der Atemkapazität
• Rechtsherzüberlastung
• Häufig auch Schmerzen (typischerweise im Brustwirbelsäulenbereich, selten im oberen Lendenwirbelsäulenbereich oder als Ausstrahlungen in den Halswirbelsäulenbereich). Betroffene beschreiben die Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule häufig als drückend und dumpf.
• Druckschmerzhaftigkeit und Verhärtung der Muskulatur neben der Wirbelsäule
• Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen

Dadurch können die körperliche Leistungsfähigkeit und auch die Lebensqualität eingeschränkt sein.

Es kommt zu statisch bedingten, reflektorischen Störungen, die hauptsächlich Muskeln und deren Gewebsumhüllung betreffen (myofasziales System).

Häufig sind auch Zwischenrippennerven (Interkostalnerven) im Sinne von Symptomen, die auf eine scheinbare oder tatsächliche Beteiligung der Nervenwurzeln deuten (pseudoradikuläre oder radikuläre Symptomatik), betroffen. Da bei motorischen Ausfällen aber so gut wie keine körperlichen Beschwerden auftreten und das Atemvolumen bei einer höhergradigen Skoliose sowieso eingeschränkt ist, wird eine radikuläre Symptomatik häufig übersehen.

Die wirbelsäulenbedingten Schmerzen können auch in das Versorgungsgebiet gereizter oder geschädigter Nerven ausstrahlen. Wenn der Grenzstrang (als Teil des autonomen Nervensystems) verletzt ist, kann es auch zu diffuser Schmerzausstrahlung mit begleitenden vegetativen Krankheitszeichen (z. B. vermehrte Schweißbildung) kommen.

Das Berlotti Syndrom ist durch eine Ischialgie durch Nervenkompression resultierend aus einer asymmetrischen Verschmelzung des fünften Lendenwirbels mit dem Kreuzbein (Sakralisation) und Skoliose, gekennzeichnet.

Bei der Diagnosestellung einer Skoliose sind auch ein Morbus Scheuermann und aus den Eingeweiden stammenden Übertragungsschmerzen zu berücksichtigen. So können Störungen von Herz und Bauchspeicheldrüse zu Missempfindungen zwischen den Schulterblättern und Erkrankungen von Speiseröhre, Brustfell und Hauptschlagader zu Missempfindungen im Bereich der Brustwirbelsäule führen.

Um den verschiedenen Schmerzarten und –ursachen gerecht zu werden ist eine Beteiligung mehrerer medizinischer Fachrichtungen an Diagnostik und Therapie von Wirbelsäulenbeschwerden zu empfehlen. Insbesondere bei einer radikulären Symptomatik ist eine fachneurologische Abklärung unerlässlich.


Ursachen:

In vielen Fällen ist die Ursache für eine Skoliose unbekannt (idiopathische Skoliose).

Eine Skoliose kann angeboren sein oder erworben werden.

Mögliche Ursachen für eine angeborene (congenitale) Skoliose sind:

• Halb- oder Blockwirbel
• Gestörte Knochenentwicklung (Dysostosen)
• asymmetrische Verschmelzung des 5. Lendenwirbels mit dem Kreuzbein (Sakralisation)
• Trennung des ersten Kreuzbeinwirbels vom übrigen Kreuzbein (Lumbalisation)


Mögliche Ursachen für eine erworbene Skoliose sind:

osteopathisch
(d. h. systemische, nichtentzündliche Knochenerkrankungen betreffend), z. B. bei Wirbelsäulenentzündung (Spondylitis)

Rachitis
(d. h. bei einer auf Störungen des Vitamin-D-Stoffwechsels beruhende Erkrankung mit Skelettveränderungen)

posttraumatisch (Wirbelsäulenverletzung)

statisch
- bei Beckenasymmetrie oder
- Beinlängenunterschied

myo- und neuropathisch
(d. h. Muskel- und Nervenschädigungen betreffend)
- bei Muskeldystrophie (= eine Form des Muskelschwundes)
- bei Lähmungen

brustkorbbedingt infolge Brustkorbverziehung
- z.B. nach Verbrennung oder Eiteransammlung im Brustraum (Pleuraempyem)

idiopathisch
(d. h. ohne erkennbare Ursache)



Therapie:

Bei der Therapie einer Skoliose kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.


1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Skoliose-Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen, z. B. Operative Korrektur der Wirbelsäulenverkrümmung, Wirbelsäulenversteifung (Spondylodese) Es wird empfohlen, diese Maßnahme nur in einer erfahrenen Klinik durchführen zu lassen.

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik

e) Andere Therapiemaßnahmen:

• Behandlung mit einem Korsett (z. B. Milwaukee-Korsett)
• Individuelle Übungen zur richtigen Haltung und zur Lockerung der Muskulatur
• Vermeidung von starker Belastung der Wirbelsäule
• Bestimmte Sportarten (z. B. Reiten, Schwimmen)
• Entspannungsverfahren
• Psychotherapeutische Interventionen
• Magnetfeldtherapie
• Röntgenbestrahlung


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Skoliose



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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