13. November 2018

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Radikuläres Syndrom

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Als radikuläres Syndrom, auch Wurzelsyndrom oder Nervenwurzelsyndrom genannt, bezeichnet man alle Erkrankungen, insbesondere Schädigungen, der Spinalnervenwurzel. Die Spinalnervenwurzeln sind die von der Wirbelsäule ein- und austretenden Nervenfasern, welche dem Zentralnervensystem entspringen. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Nervenwurzel oder Spinalwurzel.

Abzugrenzen ist das radikuläre Syndrom vom so genannten pseudoradikulären Syndrom. Bei dieser Erkrankung können die Symptome auf den ersten Blick zwar einer Nervenwurzel zugeordnet werden, erweisen sich aber doch als unabhängig davon.


Formen: Radikuläres Syndrom

Im Wesentlichen lässt sich das radikuläre Syndrom in drei Krankheitsbilder unterteilen:

- Wurzelreizsyndrom bzw. Wurzelneuralgie

- Nervenwurzelkompressionssyndrom

- Radikulopathie


Symptome: Radikuläres Syndrom

Das radikuläre Syndrom ist meist sehr unangenehm und schmerzhaft. Außerdem sind eine Chronifizierung und Dauerschmerzen möglich. Typische Symptome können sein:

- Starke, abrupt auftretende Schmerzen, die entsprechend dem Versorgungsgebiet der Nervenwurzel segmental verlaufen

- Rückenschmerzen und Verspannungen der Rückenmuskulatur

- Taubheitsgefühl und Gefühlsstörungen im Versorgungsgebiet der Nervenwurzel

- Reflexabschwächungen, bis hin zu Reflexausfällen

- Muskelschwäche und Lähmungen (Paresen)

- Ischialgie (Ischiasschmerzen)

- Blasen- und Mastdarmstörungen

- Schmerzverstärkung durch intraspinale Druckerhöhung wie beispielsweise beim Husten, Niesen oder Pressen.


Ursachen: Radikuläres Syndrom

Die Wirbelsäule setzt sich aus einzelnen Wirbelkörpern zusammen, wobei durch die Öffnungen zwischen den Wirbelkörpern insgesamt mehr als 50 Nervenwurzeln austreten und pro Wirbelsäulensegment aus motorischen und sensiblen Nervenfasern gebildet werden. Zwischen den einzelnen Wirbelknochen befinden sich noch die Bandscheiben, welche als eine Art Stoßdämpfer fungieren. Das radikuläre Syndrom kann prinzipiell jeden Bereich der Wirbelsäule betreffen, tritt aber meist im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da dieser Bereich statisch am stärksten belastet wird und auch ansonsten anfällig für degenerative Veränderungen ist. Mögliche Ursachen für ein radikuläres Syndrom sind:

- Bandscheibenprolaps (Bandscheibenvorfall)

- Bandscheibenprotrusion (Bandscheibenvorwölbung)

- Spinalkanalstenose (Einengung des Spinalkanals)

- Osteochondrose (degenerative Veränderungen)

- Spondylolisthese (Wirbelgleiten)

- Lokale Raumforderungen (z.B. Knochenmetastasen)

- Prozesse im Rückenmarkskanal (z.B. Blutungen)

- Entzündliche Veränderungen (z.B. Radikulitis bei Borreliose oder Herpes Zoster)

- Andere Erkrankungen wie eine diabetische Radikulopathie im Rahmen eines Diabetes mellitus


Diagnose: Radikuläres Syndrom

Bei Verdacht auf ein radikuläres Syndrom sollte dies auf jeden Fall fachärztlich abgeklärt werden. Mögliche Untersuchungen sind:

- Bildgebende Verfahren, wie Röntgen, Funktionsmyelographie, Myelo-CT, CT und MRT

- Blutuntersuchungen, bei Verdacht auf rheumatische Ursachen

- Liquoruntersuchung, bei neurologischen Erkrankungen

- Elektrophysiologische Untersuchungen, wie EMG und NLG


Therapie: Radikuläres Syndrom

Bei der Therapie eines radikulären Syndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen
, z.B. Dekompression der Nervenwurzel

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Radikuläres Syndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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