19. Oktober 2017

doctorhelp - Home - Rückenschmerzen

Top6 Themen: Nackenschmerzen - Rückenschmerzen

Nackenschmerzen

Rückenschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Unter dem Nacken (Nucha) versteht man den hinteren Abschnitt des Halses einschließlich der angrenzenden Kopfpartie.

Von Nackenschmerzen oder nuchalen Schmerzen spricht man nun, wenn Schmerzen in diesem Bereich vorliegen. Neben den harmlosen Nackenschmerzen, welche durch Muskelverspannungen hervorgerufen werden und schmerztherapeutisch keine große Rolle spielen, gibt es weitere ernsthafte Ursachen für Nackenschmerzen.



Ursache von Nackenschmerzen

Neben den harmlosen und vorübergehenden Nackenschmerzen, welche durch Muskelverspannungen hervorgerufen werden, treten Nackenschmerzen vor allem im Rahmen eines so genannten Halswirbelsäulen-Syndroms (HWS-Syndrom) auf.

Ursachen hierfür können sein:

- Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule, wie eine Bandscheibenveränderung, ligamentäre Insuffizienz, Störungen der Wirbelgelenke und knöcherne Veränderungen

- Entzündliche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, wie eine Polymyalgia oder Morbus Bechterew

- Generalisierte Skeletterkrankungen, wie z.B. Osteoporose oder eine Osteomalazie

- Traumen, z.B. Frakturen oder ein Schleudertauma



Weitere Ursachen für Nackenschmerzen sind:

- Sluder Neuralgie
- Intermediusneuralgie
- Nacken-Zungen-Syndrom
- Retropharyngeale Tendinitis



Symptome

- HWS-Syndrom (Informationen: HWS-Syndrom)

Bei der mit Abstand häufigsten Ursache, nämlich Störungen der Wirbelgelenke, klagen die Patienten neben Nackenschmerzen, die in die Schultern und bis in den Hinterkopf ausstrahlen können, häufig über eine eingeschränkte Beweglichkeit der HWS aufgrund von Muskelverspannungen. Es bestehen Klopfschmerzen über den Dornfortsätzen und die heftigen Schmerzzustände mit Muskelhartspann können durch die erzwungene Fehlhaltung einen akuten Tortikollis (Schiefhals) hervorrufen. Darüber hinaus können in den einzelnen Wirbelsäulenabschnitten weitere Symptome hinzutreten:


Oberes HWS-Syndrom

- Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen in den Kopf
- Störungen sind überwiegend auf die Nervenwurzel des 2. Halswirbels konzentriert
- Einengung der A. vertebralis in den Foramina intervertebralis


Mittleres HWS-Syndrom

- Schmerzen im Bereich des 3. bis 5. Halswirbels, welche in die Schulter ausstrahlen
- Radikuläres Syndrom mit Störungen der Motorik und/oder Sensibilität im Bereich der Schulter
- Sehr selten kann es auch zu Zwerchfelllähmungen kommen


Unteres HWS-Syndrom

- Aufgrund der Nervenwurzelschädigung vom 6. Halswirbel bis zum 1. Brustwirbel, können die Schmerzen über die Schulter bis in den kleinen Finger ausstrahlen
- Bei eine Störung der Nervenwurzel des 1. Brustwirbels kann sich außerdem ein Horner-Syndrom (Augenliedsenkung, Pupillenverengung und zurücksinken des Augapfels) ausbilden


Sluder-Neuralgie

Primär bestehen Gesichtsschmerzen, welche durch länger andauernde Schmerzattacken charakterisiert sind. Von den Schmerzen sind meist die Augenhöhle, der innere Augenwinkel und die Nasenwurzel betroffen. Außerdem können die Schmerzen in den Oberkiefer, Rachen, zum Ohr, Nacken und in die Schulter ausstrahlen. Des Weiteren besteht eine verminderte Schmerzempfindlichkeit im Mund- und Rachenbereich, welche evtl. mit einer halbseitigen Gaumensegellähmung einhergeht. Charakteristisch sind außerdem ein anfallsartiger und heftiger Niesreiz, sowie häufiger Tränen- und Nasenfluss.


- Intermediusneuralgie

Häufige Symptome sind einseitige Schmerzattacken im Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in das Ohr, zum Gesicht, Gaumendach und Oberkiefer. Die Schmerzen können allerdings auch nach hinten bis in den Nacken ausstrahlen, was häufig mit einer Überfunktion der Speicheldrüsen einhergeht. Seltener kommt es auch zu übermäßigem Tränenfluss und abnormen Geschmacksempfindungen.


- Nacken-Zungen-Syndrom

Hier bestehen hauptsächlich hinterkopf- bzw. genickbetonte Kopfschmerzattacken, welche mit einer Hypästhesie oder Taubheit der gleichen Zungenhälfte einhergehen.


- Retropharyngeale Tendinitis

Diese geht mit Hinterkopf- und Nackenschmerzen einher, welche Weichteilschwellung vor der Wirbelsäule hervorgerufen wird.



Therapie

Bei der Therapie von Nackenschmerzen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik, Magnetfeldtherapie, Röntgenbestrahlung,..

d) Andere Therapiemaßnahmen:
Wichtig sind hier auch individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule).



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Nackenschmerzen



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Rückenschmerzen   Rückenschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen Top6 Krankheiten

Schmerz-Themen zu Rückenschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Rahmenvorgaben für Heilmittel 2018 veröffentlicht
(19.10.17) Im Jahr 2018 werden die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Heilmittel um 3,9 Prozent steigen, das entspricht einer Summe von etwa 230 Millionen Euro. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Rahmen der Verhandlungen zu den überregionalen Rahmenvorgaben für Heilmittel geeinigt.
Artikel lesen...

Umstellung auf Pflegegrade war erfolgreich
(17.10.17) Die Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade erfolgte weitestgehend problemlos. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundesversicherungsamtes (BVA) hervor. Die Pflegegrade ersetzen seit Januar 2017 die bisherigen Pflegestufen bei der Bewertung der Pflegebedürftigkeit durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung.
Artikel lesen...

Beschleunigte Zulassung im Fokus
(13.10.17) Pharmahersteller nutzen verstärkt Verfahren der beschleunigten Zulassung, um neue Arzneimittel auf den Markt zu bringen. Pharma-Experte Wolf-Dieter Ludwig sieht das kritisch und empfiehlt Ärzten, ihre Patienten intensiver über die damit verbundenen Risiken aufzuklären. AOK-Chef Martin Litsch fordert, dass beschleunigt zugelassene Arzneien künftig ausschließlich in speziell qualifizierten Zentren zum Einsatz kommen sollen.
Artikel lesen...

Weiterführende Links



Anzeige