12. Juli 2020

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Morbus Scheuermann

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Morbus Scheuermann, oder kurz auch M. Scheuermann geschrieben, ist eine angeborene Wirbelsäulenerkrankung, die hauptsächlich die Brust- und Lendenwirbelsäule betrifft. Das männliche Geschlecht ist gehäuft von dieser Erkrankung betroffen, wobei sie sich meist bereits zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr manifestiert.

Ursächlich für diese Erkrankung ist eine Wachstumsstörung der Wirbelkörper-Bandscheiben-Grenze, die zu einer fixierten Krümmung der Wirbelsäule nach hinten (Kyphose) und einer leichten seitlichen Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose) führt.


Symptome Morbus Scheuermann

Typische Symptome des Morbus Scheuermann sind:

- zunehmende Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit
- schmerzhafte, muskuläre Dysbalancen
- myofasziale (Muskeln und deren Gewebsumhüllung betreffende) Reizungen
- keilförmige Entwicklung der Wirbelkörper und häufig Einbruch von Bandscheibenmaterial in den Wirbelkörper (röntgenologisch: Schmorl’sche Knorpelknötchen)

Im Wachstumsalter sind die Beschwerden des Morbus Scheuermann meist nur gering ausgeprägt. Auffällig sind meist nur die schwache Rückenmuskulatur und die Wirbelsäulenverkrümmung.


Diagnose Morbus Scheuermann

Die Diagnose Morbus Scheuermann wird meist radiologisch bzw. via Röntgenaufnahmen gestellt. Klassische Röntgenzeichen des Morbus Scheuermann sind:

- Erniedrigung des vorderen Teils der Wirbelkörper (Keilform)
- Unregelmäßig, aber scharf konturierte Abschlussplatten
- Schmorl’sche Knorpelknötchen
- Zunahme des ventrodorsalen (nach vorne und hinten) Wirbelkörperdurchmessers


Therapie Morbus Scheuermann

Bei der Therapie des Morbus Scheuermann kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

e) Andere Therapiemaßnahmen: Wichtig sind hier auch individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule).


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Morbus Scheuermann



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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