18. Juli 2019

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Ischiassyndrom

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Der Nervus ischiadicus verläuft aus dem Becken bis zur Kniekehle, wo er sich in den Nervus tibialis und den Nervus peroneus communis aufteilt.

Ein Syndrom ist ein Krankheitsbild, das immer mit (ungefähr) gleichen Symptomen einhergeht. Die Ursache eines Syndroms ist meist vielfältig oder unbekannt. Das Ischiassyndrom ist ein die Lendenwirbelsäule und das Kreuzbein betreffendes (lumbosakrales) Wurzelreizsyndrom. Es wird auch Lumbago-Syndrom oder Cotunnius Syndrom genannt.



Symptome des Ischiassyndrom

Mögliche Symptome des Ischiassyndroms sind:

• Dehnungs- und Spontanschmerzen

• Druckempfindlichkeit im oberen Gesäßanteil (Valleix Punkte)

• Sensibilitätsstörungen im Bereich des Nervus ischiadicus

• Ausfälle der Muskelkraft und der Reflexe

• Muskelhartspann

• Wirbelsäulenstarre

• Ödeme oder andere vegetative Krankheitszeichen

• Skoliose (Seitausbiegung der Wirbelsäule)

• Hexenschuss


Ursache des Ischiassyndrom

Ursachen, die zu einem Ischiassyndrom führen können:

• Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps)

• Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion)

• Wirbelgleiten (Spondylolisthese)

• Einengung im Zwischenwirbelloch (Stenose im Foramen intervertebrale), durch die die Nervenwurzel eingedrückt wird. Diese kann verursacht werden durch:

- Randzackenbildung
- Tumorbildung
- Krampfadern (Varizen) im Bereich der Rückenmarkshülle
- Wirbelbruch
- Flüssigkeitsansammlung (Ödeme) im Bereich der Nervenwurzel
Hierbei treten meist einseitige Ischiasschmerzen, jedoch beidseitige (oft seitenbetonte) Kreuzschmerzen auf.


Therapie des Ischiassyndrom

Bei der Therapie eines Ischiassyndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

1. Allgemeine Therapien

Da die Ursachen eines Ischiassyndroms sehr vielfältig sein können, ist zunächst wichtig, die für den Schmerz verantwortliche ursächliche spezifische Erkrankung zu finden. Diese sollte dann behandelt werden. Beispielsweise wird ein durch einen Bandscheibenvorfall verursachtes Ischiassyndrom bei einer Nervenlähmung zunächst durch eine Bandscheibenoperation behandelt. Sollten nach einer spezifischen Behandlung (z. B. einer Bandscheibenoperation) noch Schmerzen vorhanden sein, werden folgende Therapiemaßnahmen, häufig kombiniert, eingesetzt.

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz, also im Sinne einer Ischiadikusneuralgie, können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin). Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das zentral wirksame Muskelrelaxans (im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) Baclofen (z. B. Lioresal®) versucht werden. Die Dosierung erfolgt hierbei einschleichend. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

d) Andere Therapiemaßnahmen: Lagerung im Stufenbett


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Ischiassyndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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