31. März 2015

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Ischiasschmerzen

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Ischiasschmerzen (Ischialgie) treten bei einer Nervenstörung des Nervus ischiadicus auf.

Der Nervus ischiadicus verläuft aus dem Becken bis zur Kniekehle, wo er sich in den Nervus tibialis und den Nervus peroneus communis aufteilt. Dieser Nerv bietet als längster Nerv des menschlichen Körpers viele Ansatzpunkte für Störungen. Der Nervus ischiadicus wird im Volksmund auch Sitzbeinnerv genannt. Er versorgt mehrere Muskeln.



Ursachen und Symptome bei Ischias-Schmerzen

Häufige Ursache von Ischias-Schmerzen sind Störungen der das Rückenmark betreffenden (spinalen) Nervenwurzeln L4-S3. Die Schmerzen strahlen aus beziehungsweise verlagern sich (peripherer Projektionsschmerz). Häufig treten bei dieser Ursache auch Schmerzen im Lumbalbereich (Lumbalsyndrom), d. h. eine Lumboischialgie, auf.


Ursachen, die (häufig) von Kreuzschmerzen begleitet sind:

•  Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps)
  Bandscheibenvorfall Informationen: Bandscheibenvorfall

•  Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion)
  Bandscheibenvorwölbung Informationen: Bandscheibenvorwölbung

•  Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
  Spondylolisthesis Informationen: Spondylolisthesis

•  Einengung im Zwischenwirbelloch
(Stenose im Foramen intervertebrale), durch die die Nervenwurzel eingedrückt wird. Diese kann verursacht werden durch:

-   Randzackenbildung
-   Tumorbildung
-   Krampfadern (Varizen) im Bereich der Rückenmarkshülle
-   Wirbelbruch
-   Flüssigkeitsansammlung (Ödeme)
im Bereich der Nervenwurzel Hierbei treten meist einseitige Ischiasschmerzen, jedoch beidseitige (oft seitenbetonte) Kreuzschmerzen auf.



Ursachen von Ischiasschmerzen, die überwiegend den ganzen Verlauf des Nervs betreffen:

Echte Ischiasneuralgie, die als eigenständige Krankheit auftritt.
Symptome sind heftige, wenige Sekunden andauernde, attackenförmige und häufig auftretende Schmerzen entlang des Nervenverlaufs. Die echte Ischiasneuralgie tritt selten auf.

Verletzungen oder Operationen im Bereich des Oberschenkels und der Hüfte.
Symptome sind Dauerschmerzen oder länger anhaltende Schmerzepisoden.

Falsch gesetzte Spritzen ins Gesäß (z. B. bei Rheumamitteln).
Hierbei kommt es zu für Nervenverletzungen typischen brennenden Schmerzen mit schmerzhaften Empfindungsstörungen (Kausalgie).

Zuckerkrankheit
(z. B. im Rahmen einer Polyneuropathie) oder Alkoholmissbrauch können zu häufig beidseitigen länger anhaltenden Ischiasschmerzen führen.

Vergiftungen mit Thallium, Blei, DDT oder anderen Schwermetallen.
Hierbei treten typischerweise die Muskelkraft und die Empfindung betreffende Störungen oder Ausfälle auf.

Eine mögliche Ursache für gesäßbetonte Ischiasschmerzen ist das Piriformis-Syndrom, eine muskuläre Störung, die durch Verletzungen im Gesäßbereich (z. B. durch Sturz) entstehen kann.


Ursachen von Ischiasschmerzen, die den unteren Nervenverlauf betreffen:

• Fibulaköpfchen-Syndrom Symptome sind hier isolierte Schmerzen im Bereich des Fußrückens und der Unterschenkelaußenseite. Auch sind Schmerzen, die bei Druck auf den Nerv hinter dem Fibulaköpfchen nach unten ausstrahlen typisch. Am Köpfchen des Wadenbeins (Fibulaköpfchen) kann ein Nervenast des Ischias leicht eingedrückt werden (z. B. durch einen Gipsverband oder Brüche oder Verrenkungen in diesem Bereich), da er unmittelbar am Knochen liegt.

• Subakutes oder chronisches Tibialis anterior Syndrom Durch eine Nervenkompression in der Tibialisloge werden u. a. Schmerzen an der Schienbeinvorderseite verursacht. Tritt das Tibialis anterior Syndrom akut auf, muss dies sofort operativ behandelt werden (Spaltung der bindegewebigen Muskelumhüllung zur Druckentlastung)

• Hinteres Tarsaltunnelsyndrom Der Nervus tibialis posterior, der hinter und unterhalb des Fußinnenknöchels in einem Kanal (Tarsaltunnel) verläuft wird eingedrückt und geschädigt. Dadurch treten (vor allem nachts und beim Gehen) Missempfindungen im hinteren Bereich der Fußsohle und Schmerzen im Fuß auf. Außerdem kommt es in fortgeschrittenerem Stadium zu Ausfällen, die die Empfindung oder die Muskeltätigkeit betreffen. Meist tritt auch ein Druckschmerz hinter dem Fußknöchel auf.

• Vorderes Tarsaltunnelsyndrom Beim vorderen Tarsaltunnelsyndrom wird der Nervus peroneus profundus unter dem gekreuzten Bindegewebsband (Ligamentum cruciatum). Es treten bei Druck oder Einengung in diesem Bereich (beispielsweise durch das Tragen enger Schuhe) Schmerzen am Fußrücken auf. Die Schmerzen werden durch Druck auf das Ligamentum intensiver.

• Morton-Neuralgie Hier werden die Nerven im Bereich der vorderen Fußsohle (Nn. Plantaris medialis et lateralis, sogenannte Plantarnerven) eingedrückt. Durch mechanischen Druck werden die Nerven gereizt und als Folge einer krankhaften Bindegewebsvermehrung in den Blutgefäßen durch eine Durchblutungsstörung spindelförmig aufgerieben. Es treten zum Teil anfallsartige, vorwiegend brennende Fußschmerzen im Bereich der vorderen Mittelfußknochen auf. Häufig strahlen diese in die benachbarten Zehen aus. Der Schmerz wird durch Druck auf die vordere Fußsohle ausgelöst oder verstärkt.


Therapie bei Ischiasschmerzen

Bei der Therapie von Ischiasschmerzen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.


1. Allgemeine Therapien bei Ischiasschmerzen

Da die Ursachen von Ischiasschmerzen sehr vielfältig sein können, ist zunächst wichtig, die für den Schmerz verantwortliche ursächliche spezifische Erkrankung zu finden. Diese sollte dann behandelt werden. Beispielsweise werden Ischiasschmerzen, die durch einen Wirbelsäulentumor verursacht werden durch eine spezifische Krebstherapie behandelt. Sollten nach einer spezifischen Behandlung (z. B. einer Bandscheibenoperation) noch Schmerzen vorhanden sein, werden folgende Therapiemaßnahmen, häufig kombiniert, eingesetzt.

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)).
Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz, also im Sinne einer Ischiadikusneuralgie, können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das zentral wirksame Muskelrelaxans (im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) Baclofen (z. B. Lioresal®) versucht werden. Die Dosierung erfolgt hierbei einschleichend. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

d) Andere Therapiemaßnahmen:
Lagerung im Stufenbett (bei akuten und subakuten Ischiasschmerzen)



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Ischiasschmerzen



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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