Top6 Themen: Hexenschuss - Rückenschmerzen

Hexenschuss

Rückenschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Bei einem Hexenschuss treten plötzlich starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Diese können verschiedene Ursachen haben.

Der medizinische Ausdruck für einen Hexenschuss ist Lumbago. Teilweise werden auch die Bezeichnungen Cotunnius-Syndrom oder lumbales Nervenreizsyndrom verwenden. Typischerweise tritt ein Hexenschuss akut auf, er kann jedoch auch chronisch werden.


Symptome Hexenschuss

Symptome eines Hexenschuss sind plötzlich auftretende, messerstichartige Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Diese strahlen zunächst nicht ins Bein aus. Später sind Ausstrahlungen in Gesäß, Leiste oder Oberschenkel möglich.

Die Muskeln des unteren Rückens sind schmerzhaft verspannt bzw. verkrampft.

Kleinste Bewegungen (z. B. Treppensteigen) sind sehr schmerzhaft und mühsam, was häufig zu einem Hartspann der regionalen Wirbelsäule und zu einer Bewegungssperre führt.

Diese resultiert meist in einer seitlich gekrümmten Schonhaltung/Zwangshaltung.

Ein Hexenschuss kann sich zur Lumbalgie oder zur Lumboischialgie entwickeln.

Lumbalgie Informationen: Lumbalgie
Lumboischialgie Informationen: Lumboischialgie



Ursachen Hexenschuss

Häufig können Betroffene keine Ursache benennen und geben an, wie aus heiterem Himmel von Schmerzen überfallen worden zu sein.

Ein Hexenschuss entsteht durch Reizung der Nerven, die die Wirbelsäule selbst versorgen (sensible Eigeninnervation).
Auslösend können ungewohnte, ruckartige, belastende, aber auch alltäglich Bewegungen wie Bücken, Dreh- oder Hebebewegungen sein.
Auch ein schleichender Beginn eines Hexenschuss ist möglich. Hier treten zu Beginn z. B. nach Unterkühlung, längerer ungewohnter Haltung oder Zugluft zunächst ein Ziehen im Lendenwirbelsäulenbereich auf. Schließlich fallen Betroffenen Bewegungen wie Aufstehen erheblich schwerer.

Häufige Ursachen eines Hexenschuss sind:

•   Wirbelblockierungen
•   Muskelzerrungen
•   Verrenkungen, z. B. durch Sturz, plötzliche Dreh- oder Bückbewegungen
•   Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall
•   Fehlhaltungen
•   Allergien
•   Infektionskrankheiten
•   Stress mit Verspannung der Rückenmuskulatur

Selten führen auch Tumorerkrankungen zu einer Nervenreizung und somit zu einem Hexenschuss.


Therapie Hexenschuss

Bei der Therapie eines Hexenschuss wird zwischen allgemeinen Therapieansätzen und weiterführenden Behandlungskonzepten der speziellen Schmerztherapie bzw. einer Schmerzklinik unterschieden.

Halten die Beschwerden allerdings und werden chronisch, oder entwickelt sich der Hexenschuss zu einer Lumbalgie oder Lumboischialgie, sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt.

A. Allgemeine Therapien

In der Regel sind allgemeine Maßnahmen die richtige Lösung, z. B.:

1. Medikamentöse Schmerztherapie: Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken), eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei Zervikobrachialgie wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

2. Spritzen: Wiederholte Lokale Cortison-Injektionen sind bei einer entzündlichen Schmerzursache hilfreich.

3. Physikalische Maßnahmen (kurze Kühlung zur Schmerzlinderung, Wärmflasche unter den Rücken, heißes Bad, etc.)

4. Bettruhe und Stufenlage (auf den Rücken legen, Arme zur Seite, Unterschenkel im 90-Grad-Winkel hoch legen)

5. Deblockierung (Einrenken) durch Orthopäden



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Hexenschuss



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


Rückenschmerzen   Rückenschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen Top6 Krankheiten

Schmerz-Themen zu Rückenschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Arzneimittel-Ausgaben auch im Dezember gestiegen
(2010-02-04) Die gesetzliche Krankenversicherung hat im Dezember 2009 rund 2,6 Milliarden Euro für Arzneimittel und Impfstoffe ausgegeben. Das bedeutet ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die reinen Arzneimittelausgaben stiegen um 6,5 Prozent, während die Impfstoffausgaben im Vergleich zum Dezember 2008 um 17 Prozent gesunken sind.
Artikel lesen...

DRG-Falldaten des Jahres 2009
(2010-02-02) Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat nach Abstimmung mit den Vertragsparteien auf Bundesebene die Beschreibung des Fehlerverfahrens für die Datenlieferung gemäß § 21 KHEntgG für das Datenjahr 2009 veröffentlicht.
Artikel lesen...

Aktuelle Liste der zuzahlungsbefreiten Medikamente online
(2010-02-01) Für die Versorgung der Patienten stehen mehr als zehntausend Arzneimittel zur Verfügung, für die keine gesetzliche Zuzahlung geleistet werden muss. Die Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente können entfallen, wenn der Preis des Medikamentes mindestens 30 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt, den die Kassen übernehmen.
Artikel lesen...

Weiterführende Links