17. Januar 2018

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Top6 Themen: Chronische Rückenschmerzen - Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen

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Chronische Rückenschmerzen, d.h. Rückenschmerzen die länger als sechs Monate anhalten, bilden bei Männern (ca. 14%) und Frauen (ca. 11%) eine der häufigsten Ursachen für Krankheitsausfälle.

Die Ursachen für (chronische) Rückenschmerzen sind sehr vielfältig, weshalb der Begriff „vertebragene Schmerzen“, also von der Wirbelsäule ausgehende Schmerzen, nicht ganz korrekt ist. Häufige Ursachen für Rückenschmerzen sind Bandscheibenerkrankungen, wie ein Bandscheibenvorfall, oder muskuläre Verspannungen.


Ursachen von chronischen Rückenschmerzen

Mögliche Ursachen für Rückenschmerzen, welche sich auch zu chronischen Rückenschmerzen entwickeln können, sind:

- Wirbelsäulenbedingte (vertebragene) Schmerzen

a) Degenerative Veränderungen, wie Bandscheibenschäden, ligamentäre Insuffizienz, Störungen der gelenkigen Wirbelverbindungen oder knöcherne Veränderungen

b) Entzündliche Erkrankungen, z.B. aus dem rheumatischen Formenkreis oder durch Infektionen

c) Missbildungen, wie eine Spina bifida, Blockwirbel, Keilwirbel oder durch Wachstumsstörungen

d) generalisierte Skeletterkrankungen, wie Osteoporose und Osteomalazie

e) Tumore der Wirbelsäule, sowohl Primärtumore und auch Metastasen

- Übertragungsschmerz (Referred pain)

a) Im Bereich der Halswirbelsäule treten so genannte viszerale Übertragungsschmerzen durch Erkrankungen der inneren Organe, wie Leber, Gallenblase, Magen, Milz, Dickdarm und Herz auf. Außerdem können Rückenschmerzen im Bereich der Halswirbelsäule durch Affektionen des Schultergelenks auftreten.

b) Übertragungsschmerzen treten im Bereich der Brustwirbelsäule treten bei Erkrankungen der Speiseröhre, Pleura und bei einem Aortenaneurysma auf.

c) Bei Übertragungsschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich handelt es sich häufig um gynäkologische oder urologische Erkrankungen.

- Neurologische Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen bei denen häufig Rückenschmerzen auftreten sind z.B. eine Polyradikulitis, Rückenmarktumore, Tabes dorsalis und eine Syringomyelie.

- Myofasziales Syndrom

Beim dieser Erkrankung gehen die Schmerzen Rückenschmerzen von Muskeln und deren Gewebshüllen, sowie von Sehnen aus.

- Rückenschmerzen ohne erkennbare primäre Ursachen und psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen


Erkrankungen und Symptome von chronischen Rückenschmerzen

- Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom)


Der Begriff HWS-Syndrom, oder auch Zervikalsyndrom, beschreibt verschiedene Rückenschmerzen, die die Halswirbelsäule betreffen oder von dieser ausgehen. Die weitaus häufigste Ursache sind Störungen der gelenkigen Wirbelverbindungen, wobei die Patienten typischerweise über Nacken- bzw. Rückenschmerzen klagen, welche in die Schultern, Arme und den Hinterkopf ausstrahlen können. Häufig ist auch die Muskulatur neben der Wirbelsäule schmerzhaft verhärtet, so dass Bewegungseinschränkungen des Kopfes bestehen. Ein weiteres typisches Symptom ist eine Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen der Halswirbelsäule. Je nach der Lokalisation werden drei verschiedene HWS-Syndrome unterschieden:
Je nach der Lokalisation werden drei verschiedene HWS-Syndrome unterschieden:

- oberes HWS-Syndrom, dieses betrifft hauptsächlich den Bereich des 2. Halswirbels

- mittleres HWS-Syndrom, welches im Bereich des 3., 4. und 5. Halswirbels auftritt

- unteres HWS-Syndrom, betrifft meist den 6. – 8. Halswirbel, sowie den 1. Brustwirbel

- Brustwirbelsäulensyndrom (BWS-Syndrom)

Auch das BWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für Beschwerden, die von der Brustwirbelsäule ausgehen bzw. diese betreffen. Anders als beim HWS- und LWS-Syndrom spielen beim BWS-Syndrom weniger statisch-dynamische Faktoren eine Rolle, sondern es dominieren reflektorische Störungen, meist innerhalb des myofaszialen Systems. Des Weiteren können auch die Interkostalnerven, im Sinne einer pseudoradikulären Symptomatik, beteiligt sein. Aber auch ein radikuläres Syndrom kann ursächlich sein. Weitere Ursachen sind Wachstumsstörungen (z.B. Morbus Scheuermann, Skoliose), Osteoporose, unfallbedingte Wirbelbrüche, sowie viszerale Übertragungsschmerzen.
Die Schmerzen werden meist als dumpf bis drückend beschrieben und in der Regel ist die Muskulatur neben der Wirbelsäule verhärtet und druckschmerzhaft. Es bestehen oftmals auch Klopfschmerzen über den Dornfortsätzen der Wirbelkörper.

- Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom)

Das LWS-Syndrom wird häufig durch degenerative Veränderungen oder statisch-muskuläre Störungen der Lendenwirbelsäule verursacht. Eine Sonderrolle nehmen hierbei die Bandscheiben ein. Im Laufe der Zeit nimmt der Wassergehalt des Gallertkerns der Bandscheibe ab, wodurch auch die Elastizität und Beweglichkeit abnimmt. Der Faserring verliert seine Haltefunktion und wird für die Gallertmasse durchlässig. Durch die fortschreitende Degeneration kann es zu Bandscheibenvorfällen, arthrotischen Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrosen), Randzackenbildung (Spondylosen), Sklerosierung der Deckplatten (Osteochondrosen) und Versteifung der Wirbelsäule kommen. Im Laufe der Zeit kann es neben den Schmerzen in den Bewegungssegmenten auch zu einer pseudoradikulären oder gar radikulären Symptomatik kommen.

- Rückenschmerzen nach Bandscheibenoperationen

Erfahrungsgemäß nimmt die Schmerzproblematik nach Bandscheibenoperationen häufig zu
, deshalb sollte eine sollte eine Behandlung nur durch einen erfahrenen Spezialisten erfolgen. Das Problem ist, dass durch eine Operation die eigentliche Schmerzursache nicht behoben wird, sondern die degenerativen Prozesse noch beschleunigt werden können. Oftmals muss nach diversen Bandscheibenoperationen, wegen der Instabilität der Wirbelgelenke, eine operative Wirbelversteifung (Spondylodese) durchgeführt werden und auch nach dieser Maßnahme ist eine Schmerzlinderung nicht garantiert.

- Cauda-Syndrom

Beim Cauda-Syndrom handelt es sich um eine Rückenmarkschädigung, welche mit einer Lähmung der Beine einhergeht. Typische Symptome außer den motorischen Störungen sind Rückenschmerzen, mit und ohne Schmerzausstrahlungen, welche auch von den Muskeln oder Sehnen neben der Wirbelsäule ausgehen können myofasziales Schmerzsyndrom).

- Vertebragene Schmerzen


Vertebragene Schmerzen gehen häufig von den Iliosakralgelenken (zwischen Darm- und Kreuzbein) aus und meist liegen funktionelle Störungen vor. Die Betroffenen über Schmerzen im Lumbosakralbereich, welche besonders bei Rumpfbeugung und Drehung auftreten. Weitere typische Symptome sind Schmerzen im Bereich des hinteren, oberen Darmbeinstachels (Spina iliaca posterior superior), welche in die Beine, das Gesäß, den Oberschenkel uns bis in die Wade und Ferse ausstrahlen können.

- Beckenringsyndrom

Beim Beckenringsyndrom liegen schmerzhafte Störungen im Bereich des Beckenrings, welcher von den Hüftbeinen und dem Kreuzbein gebildet wird, vor.

- Sakralgie

Bei einer Sakralgie liegen vertebragene Schmerzen in der Kreuzbeingegend vor, welche z.B. durch eine Kompression der Nn. clunium recurrentes in den Kreuzbeinlöchern, oder eine Sakralisation, d.h. der Verschmelzung des 5. Lendenwirbels mit dem Kreuzbein, entstehen können.


Therapie von chronischen Rückenschmerzen

Bei der Therapie von chronischen Rückenschmerzen kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Gezielte psychotherapeutische Ansätze
(bei psychosomatischen Hintergründen)

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik,..

e) Andere Therapiemaßnahmen: Wichtig sind hier auch individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule).

2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Chronische Rückenschmerzen



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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