20. Januar 2018

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Brustwirbelsäulensyndrom

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Das Brustwirbelsäulensyndrom, auch BWS-Syndrom genannt, bezeichnet ein Krankheitsbild der Brustwirbelsäule.

Prozentual gesehen ist die Brustwirbelsäule am wenigsten von chronischen Schmerzen betroffen. Statisch-dynamische Faktoren spielen beim Brustwirbelsäulensyndrom eine eher untergeordnete Rolle. Dominierende Faktoren sind eher reflektorische Störungen, hauptsächlich im myofaszialen (Muskeln und deren Gewebsumhüllung betreffend) System.


Symptome: Brustwirbelsäulensyndrom

Typische Krankheitsbilder eines Brustwirbelsäulensyndroms sind:


- dumpfe und drückende Schmerzen
- verhärtete und druckschmerzhafte Muskulatur
- Klopfschmerzhafte Dornfortsätze der Wirbelkörper
- Fehlhaltungen

Oftmals sind bei einem Brustwirbelsäulensyndrom auch die Interkostalnerven (Zwischenrippennerven) im Sinne einer pseudoradikulären Symptomatik beteiligt. Hierbei kann es zu motorischen Ausfällen und somit zu einer Störung der Lungenfunktion kommen.


Ursachen: Brustwirbelsäulensyndrom

Vertebragene (wirbelsäulenbedingte) Ursachen für ein Brustwirbelsäulensyndrom sind:

- degenerative Veränderungen, wie Bandscheibenschäden, ligamentäre Insuffizienz, Störungen der gelenkigen Wirbelverbindungen und knöcherne Veränderungen
- entzündliche Erkrankungen, z.B. aus dem rheumatischen Formenkreis oder Infektionserkrankungen
- Missbildungen, z.B. Wachstumsstörungen oder angeborene Missbildungen
- Tumoren
- Generalisierte Skeletterkrankungen
, wie Osteoporose oder Osteomalazie
- Traumen (Verletzungen)
- Nicht-verletzungsbedingte Defekte

Auch viszerale Übertragungsschmerzen (Referred pain) müssen differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden. So können z.B. Erkrankungen des Herzens, der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, der Pleura und Fehlbildungen der Brustaorta ein Brustwirbelsäulensyndrom vortäuschen.


Therapie: Brustwirbelsäulensyndrom

Bei der Therapie des Brustwirbelsäulensyndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz.
Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen

d) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

e) Andere Therapiemaßnahmen: Wichtig sind hier auch individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule).


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Brustwirbelsäulensyndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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