22. Januar 2017

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Bandscheibenvorwölbung

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Bandscheiben sind druckelastische Knorpelgelenke zwischen den Wirbelkörpern, die die Wirbelsäule beweglich halten.

Sie setzen sich aus einem weichen Gallertkern und einem umgebenden Faserknorpelring zusammen. An der Ober- und Unterseite sind sie von einer dünnen, fest verwachsenen Hyalinknorpelschicht bedeckt.

Bei einer Bandscheibenvorwölbung wölbt sich der Faserring über den Rand des Wirbelkörpers hinaus, um dem Druck des an Elastizität verlorenen Gallertkerns auszuweichen.

Dies kann zu einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps, Discusprolaps) führen, der durch das Reißen des Faserrings entsteht, was das Austreten der Gallertmasse ermöglicht.

Bandscheibenvorfall Informationen: Bandscheibenvorfall

Eine Bandscheibenvorwölbung wird auch als Protrusio der Bandscheibe oder Diskusprotrusion bezeichnet.

Da es sich um einen Abnutzungsprozess handelt, kann durch eine Operation (z. B. Laminektomie, Nukleotomie, Diskektomie, Discotomie) die Schmerzursache nicht behoben werden. Eine Operation kann den Zustand sogar verschlechtern, indem die Tendenz zur Instabilität zunimmt und Gewebe geschädigt werden kann.
Operationen werden deshalb nur noch dann vorgenommen, wenn Lähmungen auftreten. Der Vorteil von Bandscheiben-Operationen ist ohnehin nicht belegt:
Berlin, 25.10.2007. Wirbelsäulen-Operationen sind auch bei Fachleuten umstritten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der weltweiten Literatur, die Orthopäden aus Düsseldorf beim diesjährigen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin vorstellten. "Kurzfristig können Operationen bei Bandscheibenvorfällen an der Lendenwirbelsäule helfen, mittel- und langfristig sind die Ergebnisse von operierten und nicht-operierten Patienten gleich", sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie am Donnerstag in Berlin nach Auswertung von circa 1.200 Publikationen. Zu diesem Schluss kommt zum Beispiel die weltweit größte klinische Studie bei 1244 Bandscheibenpatienten. "Die verschiedenen Studien machen deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt", sagte Wehling.


Symptome: Bandscheibenvorwölbung

Eine Bandscheibenvorwölbung kann, ebenso wie ein Bandscheibenvorfall, sehr schmerzhaft sein. Art und Intensität der Schmerzen sind aber nicht unbedingt vom Ausmaß der Vorwölbung abhängig.

Mögliche Symptome einer Bandscheibenvorwölbung sind:

• Lokale Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule
• Schmerzen im Nacken, Armen und Beinen möglich (je nachdem, welcher Nerv eingedrückt wird)
• Einschränkung der Beweglichkeit
• Strecksteife, meist im Lendenbereich, selten auch im Nacken oder Brustwirbelbereich
• Bei Reizung des Rückenmarks oder Einengung (Kompression) der Wurzeln der Spinalnerven auch neurologische Symptome wie Reflexausfälle. Auch Lähmungen sind möglich.

Meist ist von einer Bandscheibenvorwölbung der untere Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen, da dieser am stärksten belastet ist, gefolgt von der Halswirbelsäule. Die Brustwirbelsäule ist selten betroffen.


Ursachen: Bandscheibenvorwölbung

Eine Bandscheibenvorwölbung kommt dadurch zustande, dass der Gallertkern der Bandscheibe durch eine im Laufe der Zeit auftretende Verringerung des Wassergehalts an Elastizität abnimmt. Der Faserring kann seine Haltefunktion nicht beibehalten und weicht dem Druck des Gallertkerns aus. Es entsteht eine Vorwölbung des Faserrings über den Rand des Wirbelkörpers hinaus.

Dadurch können Belastungen nicht mehr so gut abgefedert werden.

Die Abnutzungserscheinungen führen nicht zwingend zu Schmerzen. Das umliegende Gewebe und die Nerven können sich den Veränderungen anpassen und eine Bandscheibenvorwölbung kann unbemerkt bleiben. Werden durch die Vorwölbung jedoch Nerven gereizt, führt dies zu Schmerzen.

Der natürliche Alterungsprozess wird durch Bewegungsmangel oder zu hohe Belastung begünstigt.

Selten entsteht eine Veränderung der Bandscheibe durch eine Bandscheibenentzündung oder Spondylodiscitis.


Therapie: Bandscheibenvorwölbung

Für die Therapie einer schmerzhaften Bandscheibenvorwölbung gibt es zwei Ansätze:

1. Allgemeine Therapien

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik


Im ersten Schritt werden allgemeine Therapien durchgeführt. Bleiben die Beschwerden bestehen sollte eine erfahrene Schmerzklinik konsultiert werden.

Details:

1. Allgemeine Therapieansätze:

a) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Rückenschmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken), eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Physikalische Therapie - z. B. T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Heilgymnastik,..

c) Akupunktur

d) Richtige Haltung, Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen, Übungen zur Lockerung der Muskulatur (funktionelle Ergotherapie, Rückenschule)

e) Stabilisierende Korsettes (Orthopäde)

f) Spritzen: Durch das Spritzen eines örtlichen Betäubungsmittels kann akut eine Linderung herbeigeführt werden. Das Problem ist, daß die Wirkung nach einigen Stunden wieder nachläßt, es sei denn, man führt diese Behandlung 1-2 mal täglich (auch an Wochenenden) über einen längeren Zeitraum durch, was aber ambulant nicht realisierbar ist.

f) Chirurgische Maßnahmen sind eher nicht empfehlenswert.


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Bandscheibenvorwölbung



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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