17. Januar 2018

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Therapie-Möglichkeiten einer Fachklinik bei Zervikalsyndrom - Rückenschmerzen

Weiterführende Therapiemöglichkeiten bei Zervikalsyndrom

Rückenschmerzen Therapie Fachkliniken
2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

Zeigen allgemeine Therapieansätze zu wenig Wirkung und/oder treten chronische (länger als 3 Monate andauernde) Schmerzen auf sollte man sich in Absprache mit dem Hausarzt an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

Die spezielle Schmerztherapie ist ein Spezialgebiet mit sehr hohen Anforderungen und setzt große Erfahrungen voraus. Die optimale Therapie länger bestehender Schmerzen erfordert je nach Ursache eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h., daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Die Methoden im Einzelnen sind:

a) Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade).

Die einfachste Maßnahme besteht hier in der Infiltration der meist verspannten, an die Wirbelsäule angrenzenden Muskulatur und/oder die gezielte Infiltration von sog. Triggerpunkten (kleine Reizzonen) nach vorheriger Identifizierung.

Zur Unterbrechung sog. segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von Schmerzausstrahlungen eignen sich auch Blockaden der korrespondierenden Nervenwurzeln im HWS-Bereich.
Bei Schmerzausstrahlungen in den Hinterkopf sind wiederholte Betäubungen der Nn. occipitales (Nerven am Hinterhaupt) zu empfehlen.

Schmerzausstrahlungen in den Schulter-/ Armbereich sprechen auch auf die wiederholte, hohe Blockade des Plexus brachialis (Armnervengeflechts im seitlichen Halsbereich) nach Winnie an. Technisch risikoärmer und noch besser wirksam ist allerdings die kontinuierliche, retrograd hohe Plexus brachialis-Blockade mit Katheter*. Auch die interskalenäre (zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des Plexus brachialis ist möglich (auch kontinuierlich mit Katheter), allerdings ist hier das Risiko größer.

b) Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Spezielle Schmerz-Akupunktur
- Hochtontherapie/ „Transkutane Nervenstimulation“ (TENS)
- Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen): Im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie ist bei der Behandlung eines Zervikalsyndroms die sog. „heilgymnastische Therapie“ unverzichtbar, da sie die Muskulatur neben der Wirbelsäule gezielt stützt.
- Gezielte Instruktionen zur richtigen Haltung
- Wärme/ Kälte
- Gezielte Chirotherapie
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist auch ein Schmerzbewältigungstraining meist sinnvoll.

Wenn chronische Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, so daß zusätzlich psychologisch / psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (gering verletzender Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, dass die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich und es können begleitend krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse), was auch der Grund ist, warum gerade Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, sich hiermit sehr gut behandeln lassen. Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzlinderung oder sogar Schmerzfreiheit.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Zervikalsyndrom   Zervikalsyndrom

Rückenschmerzen   Rückenschmerzen

Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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