15. September 2019

doctorhelp - Home - Rückenschmerzen

Therapie-Möglichkeiten einer Fachklinik bei Coccygodynie - Rückenschmerzen

Weiterführende Therapiemöglichkeiten bei Coccygodynie

Rückenschmerzen Therapie Fachkliniken
2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

Bei der Behandlung einer bereits länger bestehenden Coccygodynie ist die therapeutische Lokalanästhesie die Therapie erster Wahl. Sie kann optimal allerdings nur im Rahmen einer Schmerzklinik angeboten werden, da kontinuierlich täglich mehrere Anwendungen nötig sind, was ambulant nicht realisierbar ist. Außerdem sollte ergänzend die Möglichkeit einer kontinuierlichen Blockade mit Katheter zur Verfügung stehen, die auch wiederum nur von wenigen Schmerzkliniken angeboten werden kann.

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade).

Zur Therapie werden bei einer Coccygodynie im ersten Schritt dicht neben dem unteren Kreuz- und Steißbein wiederholt Infiltrationen mit dem örtlichen Betäubungsmittel durchgeführt.

Falls diese Maßnahme nicht ausreicht, stehen als zweite Lösung sog. Sakralblockaden (Kaudal-Blockaden) zur Verfügung (rückenmarknahe Betäubung, über einen kleinen Spalt im Kreuzbein (Sakralkanal)). In hartnäckigen Fällen kann dies auch in Form einer kontinuierliche Blockade mit Katheter erfolgen, bzw. auch kontinuierlich als lumbale epidurale Blockade mit Katheter.

Als Ergänzende Methoden sind hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist auch ein Schmerzbewältigungstraining meist zu empfehlen. Wenn chronische Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, so daß zusätzlich psychologisch / psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.



* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (minimaler ärztlicher Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, dass die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich. Dass die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse). Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzfreiheit.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Coccygodynie   Coccygodynie

Rückenschmerzen   Rückenschmerzen

Verwandte Suchbegriffe zu Rückenschmerzen:
Vertebragene Schmerzen, Kreuzschmerzen, Chronische Rückenschmerzen, Rückenleiden, Rückenbeschwerden, Kreuzbeschwerden, Kreuzweh, low back pain

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen Top6 Krankheiten

Schmerz-Themen zu Rückenschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Entlassungsmanagement: Expertenstandard aktualisiert
(12.09.19) Der Expertenstandard "Entlassungsmanagement in der Pflege" liegt in einer neuen Fassung vor. Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat das Dokument zum zweiten Mal aktualisiert. Die überarbeitete Version orientiere sich an den internationalen Entwicklungen und wurde an den aktuellen Wissensstand angepasst. So habe sich laut DNQP an der inhaltlichen Ausrichtung nichts geändert. Die entsprechenden Kommentierungen der Standardkriterien seien erweitert und präzisiert worden.
Artikel lesen...

Zahnärzten und Pflegeheimen gehen mehr Kooperationsverträge ein
(10.09.19) Immer mehr Zahnärzte kooperieren mit stationären Pflegeeinrichtungen. Das ist das zentrale Ergebnis des ersten gemeinsamen Evaluationsberichts des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Ziel der Kooperation ist es, die Mundgesundheit von gesetzlich krankenversicherten Patienten in Heimen zu verbessern.
Artikel lesen...

Drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt
(09.09.19) Rund 3,41 Millionen Menschen waren Ende 2017 in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Rund 2,59 Millionen von Ihnen (76 Prozent) wurden zum Stichtag zu Hause versorgt. Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt veröffentlicht.
Artikel lesen...

Weiterführende Links