15. August 2018

Top6 Themen: Piriformis-Syndrom - Nervenschmerzen

Piriformis-Syndrom

Piriformis-Syndrom Nervenschmerzen Themen und Krankheit
Das Piriformis-Syndrom, oder auch Musculus piriformis-Syndrom, ist eine Neuralgie (Nervenschmerz) bzw. Neuropathie des Nervus gluteus inferior. Der Piriformis-Muskel hat eine birnenförmige Gestalt und ist der einer der sog. inneren Hüftmuskeln, der von der Kreuzbeininnenfläche nach Passieren des Foramen ischiadicum majus zur Spitze des Trochanter major (Rollhügel am Oberschenkelknochen) zieht.

Funktionell bewirkt dieser Muskel die Abspreizung (Abduktion) und Außenrotation des Beines, gemeinsam mit weiteren Muskeln. Der Plexus sacralis versorgt den M. piriformis mit Nerven.
Durch die räumliche Nähe des M. piriformis zum N. ischiadicus, ist ein Piriformis-Syndrom nur schlecht von einer Ischialgie abzugrenzen. Im Gegensatz zur Ischialgie sind beim Piriformis-Syndrom aber die sog. Valleix’schen Druckpunkte (Druckpunkte des N. ischiadicus) nicht schmerzhaft.


Symptome: Piriformis-Syndrom

Charakteristische Symptome des Piriformis-Syndroms sind:

- länger anhaltende Schmerzen bis Dauerschmerzen im Bereich des M. piriformis bzw. in der Glutealregion (Gesäßbereich)

- Ausstrahlungen in den Kreuzbein-, Hüft- und Beinbereich

- Schmerzen bei der Innenrotation und beim Abspreizen (Abduktion) des Beines

- Störungen bei der Hüftstreckung (v.a. beim Treppensteigen)

- Atrophie (Muskelschwund) der Glutealmuskeln (Gesäßmuskeln)


Ursachen: Piriformis-Syndrom

Ein Piriformis-Syndrom kann durch Verletzungen in der Glutealregion, wie z.B. Stürze oder unsachgemäße intragluteale Injektionen (Spritzen ins Gesäß), verursacht werden. Stehen bei diesen Verletzungen die Nervenläsion im Vordergrund, so entsteht eine Kausalgie (CRPS Typ II).


Therapie: Piriformis-Syndrom

Bei der Therapie des Piriformis-Syndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

b) Akupunktur

c) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Piriformis-Syndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Nervenschmerzen:
Neuropathische Schmerzen, Nerveneigenschmerzen, neuropathisches Schmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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