24. Juni 2018

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Nervenentzündung (Neuritis)

Nervenentzündung (Neuritis) Nervenschmerzen Themen und Krankheit
Eine Neuritis, zu Deutsch Nervenentzündung, kann sowohl die Hirnnerven als auch periphere Nerven des Körpers betreffen.

Je nach dem welche Nerven betroffen sind, kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen, welche von Taubheitsgefühlen und Empfindungsstörungen bis hin zu Lähmungen und/oder Ausfälle bestimmter Körper- und Organfunktionen reichen können. Darüber hinaus ist eine Neuritis meist sehr schmerzhaft. Sind mehrere Nerven betroffen, so spricht man von einer Polyneuritis.


Ursachen: Nervenentzündung (Neuritis)

Eine Neuritis kann durch verschiedene Noxen ausgelöst werden. Nachfolgend die häufigsten Ursachen für eine Neuritis:

- idiopathische Neuritis: selbständige Erkrankung, ohne Erkennbare Ursache

- toxische Neuritis: durch giftige Stoffe ausgelöst, wie z.B. Alkohol oder im Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie

- traumatische Neuritis: als Folge von Verletzungen und Unfällen, wie z.B. bei der Kausalgie (CRPS Typ II)

- infektiöse Neuritis: durch Mikroorganismen, wie z.B. Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze, verursacht

- neuroallergische Neuritis: durch eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen nicht ansteckende Stoffe ausgelöste Neuritis

- dystrophische Neuritis: durch eine Mangel- oder Fehlernährung ausgelöste Neuritis

- ischämische Neuritis: ausgelöst durch eine Minderdurchblutung, z.B. im Rahmen einer Arteriosklerose


Formen: Nervenentzündung (Neuritis)

Nachfolgend sollen eine Auswahl an speziellen Neuritiserkrankungen näher erläutert werden:

- Neuritis acustica toxica
Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des Hörnervs, welche durch toxische Stoffe, z.B. im Rahmen einer Syphilis-, Typhus-, Scharlach-, Masernerkrankung, verursacht wird. Aber auch Intoxikationen durch Alkohol, Tabak, Blei oder Streptomycin können ursächlich sein.

- Apoplektiforme Neuritis
bei dieser Neuritisform kommt es, ähnlich wie beim Schlaganfall, zu einer Monoplegie (Lähmung) der oberen Gliedmaßen infolge von Blutungen in den Plexus brachialis (Armnervengeflecht).

- Neuritis migrans
Diese „wandernde Nervenentzündung“ tritt beim Wartenberg-Syndrom auf, und ist durch wandernde Beinschmerzen, in den Versorgungsgebieten des N. obturatorius, N. cutaneus femoris lateralis und des N. femoralis, gekennzeichnet. Typischerweise kommen später noch Schmerzen im Bereich der oberen Extremität hinzu.

- Neuritis optica
(Entzündung des Sehnervs)

- Neuritis facialis
(Entzündung des Gesichtsnervs)


Therapie:

Bei der Therapie einer Neuritis kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:
In der Regel sind bei diesen Schmerzen peripher wirksame Analgetika (Schmerzmittel) ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung (Gefahr einer Abhängigkeit). Am besten wirken hier sog. Antikonvulsiva, z. B. Gabapentin (Neurontin®), Pregabalin (Lyrica®) oder Carbamazepin (z.B. Tegretal®).

b) Akupunktur

c) Ernährung: Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Verlauf einer Neuritis positiv beeinflussen.

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Nervenentzündung (Neuritis)



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Nervenschmerzen:
Neuropathische Schmerzen, Nerveneigenschmerzen, neuropathisches Schmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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