Bei der Hyperalgesie hingegen besteht ein verändertes Schmerzgefühl auf einen schmerzhaften Reiz, entweder segmental oder im Versorgungsgebiet eines sensiblen Nervs. Das Schmerzempfindung auf einen an sich schmerzhaften Reiz ist dabei gemindert (Das Gegenteil hierzu ist die sog. Hyperpathie). Die Ursache liegt in Schäden an den Schmerzbahnen, also den Nerven. Aber auch bei einer Psychoneurose, die zu den psychischen Erkrankungen zählt, kann eine Hypalgesie bestehen.
Die Analgesie (auch Analgesia) ist sozusagen eine Steigerung der Hyperalgesie: Hier ist das Schmerzempfinden ganz aufgehoben. Entweder als Folge einer Schädigung der Schmerzleitung, durch z.B. Nervenverletzung oder durch operative Nervendurchtrennung. Oder aber durch die künstliche Leitungsblockade der Schmerzbahnen, bzw. durch Ausschalten des Schmerzzentrums durch Narkose.
Es gibt Menschen - allerdings weltweit sehr wenige - bei denen liegt eine Analgesie als eigenständige Krankheit vor. Die Lebenserwartung dieser Personen ist deutlich herabgesetzt, denn die natürliche Schmerzempfindlichkeit ist eine wichtiger Schutz und gleichzeitig Warnfunktion vor Verletzungen und Erkrankungen.
Weitere Formen von Sensibilitätsstörungen sind:
• Dysästhesie (Dysästhesien)
• Hyperästhesie
• Hyperpathie
• Parästhesie
• Hypästhesie
• Pallhypästhesie oder Pallanästhesie (herabgesetztes oder aufgehobenes Vibrationsempfinden, oft bei der Polyneuropathie vor)
• Allodynie
Ansonsten kann im Zusammenhang mit folgenden (Schmerz-)Krankheiten eine Hyperalgesie auftauchen:
• Polyneuropathie
• Herpes zoster
• Algodystrophie/ Morbus Sudeck
• Kausalgie
• Hyperalgesie nach Schlaganfall (Apoplex)
Therapie
Zur Therapie einer Hyperalgesie sind Methoden der speziellen Schmerztherapie der sinnvollste Ansatz.
Bei einer Hyperalgesie handelt es sich i.d.R. um eine Nervenstörung, die mit einem gestörten Nervenzellstoffwechsel einhergeht bzw. dadurch verursacht wird.
Zur Schmerzbehandlung sind engmaschig wiederholte Nervenblocken mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum (örtliches Betäubungsmittel) sehr hilfreich, optimal in kontinuierlicher Form mit eingepflanztem Katheter*. Dabei kommt neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerz reizleitung gleichzeitig auch zu einer Blockade sog. vegetativer Nerven, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse), die dem gestörten Stoffwechsel kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird vorübergehend (2-3 Wochen) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.
Nervenschmerzen Home
