16. November 2018

Top6 Themen: Diabetische Neuropathie - Nervenschmerzen

Diabetische Neuropathie

Diabetische Neuropathie Nervenschmerzen Themen und Krankheit
Bei der eigentlichen Neuropathie liegt eine degenerative, toxische, metabolische oder ischämische Nervenschädigung vor. Bei der diabetischen Neuropathie, oder auch diabetischen Polyneuropathie genannt, liegt eine metabolische, d.h. stoffwechselbedingte, Nervenschädigung infolge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vor.

Ursachen

Eine Neuropathie tritt meist als Symptom oder Folge anderer Erkrankungen auf und stellt selbst kein eigenständiges Leiden dar. Ca. 168 Grunderkrankungen können für eine Neuropathie ursächlich sein, aber die dominierenden Formen sind die alkoholische und die diabetische Neuropathie. Der Unterschied zwischen der alkoholischen und der diabetischen Neuropathie liegt in der Sudomotorik, d.h. im Schweißverhalten, der Füße. Während bei Diabetikern die Füße meist schilfrig trocken sind, sind die Füße bei Alkoholmissbrauch meist stark schweißig. Daneben ist vor allem an exotoxische Ursachen, durch Medikamente, wie Vinca-Alkaloide oder Nitrofurantoin, sowie Gewebegifte, endotoxische Ursachen, wie die Porphyrie oder Urämie, oder infektiöse Ursachen, z.B. Borreliose, zu denken.


Symptome Diabetische Neuropathie

Typische Symptome einer diabetischen Neuropathie sind:

- brennende Dauerschmerzen im Versorgungsgebiet peripherer Nerven

- Parästhesien

- Hyperästhesien

- Hyperpathien

- Druckschmerzhaftigkeit von Nerven und Muskeln

- Motorische Reizerscheinungen (Crampi)

- Selten attackenförmige Schmerzen, ähnlich einer Neuralgie

- Socken- bzw. handschuhförmige Sensibilitätsstörungen


Das Lundbaek-Syndrom, eine Sonderform der diabetischen Polyneuropathie, tritt bei länger bestehendem Diabetes mellitus auf und geht mit Parästhesien, Bewegungsschmerzen, intermittierendem Muskelversagen, Muskelsteife und Druckschmerzhaftigkeit im Hand- und Unterarmbereich einher.


Diagnostik

Bei der diabetischen Neuropathie fallen bei der klinischen Untersuchung eine Abschwächung bis hin zum Ausfall der Muskeleigenreflexe auf (Hypo- bzw. Areflexie). Des Weiteren fallen Ausfälle im Vibrationsempfinden beim Stimmgabelversuch (Pallhypästhesie, Pallanästhesie), Störungen der Sudomotorik und Lähmungen auf.

Man kann eine symmetrische von einer asymmetrischen und eine sensorische von einer senorisch-motorischen Polyneuropathie unterscheiden. Um die Diagnose zu sichern eignen sich die Elektromyographie (EMG) und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).


Therapie bei einer Diabetische Neuropathie

Bei der Therapie einer diabetischen Neuropathie kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Zunächst sollte außerdem die diabetische Polyneuropathie kausal, d.h. auf die Ursache gerichtet, therapiert werden, um die Stoffwechsellage zu optimieren und weitere Beschwerdezunahme zu verhindern und den Therapieerfolg zu sichern.


Details:

1. Allgemeine Therapien

a) (Medikamentöse) Behandlung mit:

- Thioctsäure (alpha-Liponsäure)

- Duloxetin

- Neurotrope Vitamine

- Antiepileptika (Gabapentin, Pregabalin, Carbamazepin)


b) Medikamentöse Schmerztherapie:

In der Regel sind bei diesen Schmerzen peripher wirksame Analgetika (Schmerzmittel) ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung (Gefahr einer Abhängigkeit). Eine Kombination aus Metamizol (z. B. Novalgin®) und Chinin kann auch schmerzlindernd sein. Hin und wieder ergibt sich ein schmerzlindernder Effekt bei der Gabe eines Gemisches aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Am besten wirken hier sog. Antikonvulsiva, z. B. Gabapentin (Neurontin®), Pregabalin (Lyrica®) oder Carbamazepin (z.B. Tegretal®). Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

c) Akupunktur

d) Ernährung:

Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Verlauf der diabetischen Neuropathie positiv beeinflussen.

e) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte ..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Diabetische Neuropathie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Nervenschmerzen:
Neuropathische Schmerzen, Nerveneigenschmerzen, neuropathisches Schmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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