20. Juni 2018

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CRPS

CRPS Nervenschmerzen Themen und Krankheit
Das CRPS (complex regional pain Syndrome), oder komplexes regionales Schmerzsyndrom, bezeichnet Schmerzen welche posttraumatisch, also nach einer Verletzung, auftreten.

Man unterscheidet zwei Formen und zwar das CRPS Typ 1, früher auch sympathische Reflexdystrophie, Algodystrophie oder Morbus Sudeck genannt, und das CRPS Typ 2, bisher als Kausalgie bekannt. Inzwischen ist aber bekannt, dass ein CRPS Typ 1 nicht unbedingt durch eine vorausgegangene Verletzung hervorgerufen wird, sondern auch ohne erkennbare Ursachen auftritt.



Ursachen bei CRPS

Die Ursachen und genauen Prozesse eines CRPS sind noch nicht gänzlich geklärt. Zu einem CRPS Typ 1 kommt es in erster Linie nach Gewebeschädigungen, also ohne Verletzung von Nerven, aber wie bereits erwähnt kann es dazu auch ohne Verletzungen kommen. Bei einem CRPS Typ 1 liegt eine ausgeprägte Algodystrophie (schmerzhafte Organstörung) vor. Zu dieser kann es nach jeder Arm- oder Beinverletzung, bzw. manchmal auch spontan, kommen. Es treten diffuse und heftige Schmerzen auf und aufgrund der Zirkulationsstörung sind die betroffenen Partien häufig bläulich livide verfärbt und aufgequollen (ödematös). Es kann sein, dass beteiligte Gelenke versteifen und im Röntgenbild sind typische Knochenentkalkungen, ähnlich einer Osteoporose, zu erkennen.

Ursächlich für ein CRPS Typ 2 sind hingegen Nervenschädigungen. Dies erklärt auch, dass bei einer Kausalgie häufig trophische (den Ernährungszustand betreffende) Störungen nicht so ausgeprägt sind wie bei der Reflexdystrophie.


Symptome bei CRPS


Die Symptome eines CRPS Typ 1 sind:

- anhaltende, meist brennende Schmerzen
- Schmerzüberempfindlichkeit der Haut
- die Schmerzen sind nicht zwingend auf das Versorgungsgebiet des Nervs beschränkt
- Durchblutungsstörungen
- Störungen der Schweißsekretion
- Ödeme


Die Symptome eines CRPS Typ 2 sind:

- qualvolle, glühend-brennende Schmerzen, welche durch leichte Berührungen, akustische oder optische Reize, Wärme, Trockenheit, Affekte oder bloße Schmerzvorstellung auslösbar sind oder verstärkt werden können
- Durchblutungsstörungen
- Störungen des Ernährungs- und Wachstumszustands der Haut
- Schmerzausbreitung unabhängig vom Innervationsgebiet des Nervs


Therapie bei CRPS


Bei der Therapie eines CRPS kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Aufgrund des Schweregrades dieser Schmerzkrankheit kann ein CRPS Typ 1 anfänglich optimal nur von einem erfahrenen Facharzt mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" behandelt werden. Bei einem voll ausgeprägten Krankheitsbild ist dann allerdings der verantwortungsbewusste, behandelnde Arzt - allein schon wegen der Gefahr einer bleibenden Invalidität - grundsätzlich aufgerufen seinen Patienten so schnell wie möglich in eine schmerztherapeutischen Fachklinik zu überweisen, und zwar in eine, die sog. "kontinuierliche Nervenblockaden mit Katheter“ anbietet. Die Zeit bis zur stationären Aufnahme und als Vorbereitung auf diese können am besten sog. „Sympathikusblockaden“ mittels sog. „therapeutischer Lokalanästhesie“ von einem erfahren Schmerztherapeuten verabreicht werden.

Auch ein CRPS Typ 2 ist eine ernstzunehmende Schmerzkrankheit. Allgemeine Therapien können zu Beginn probiert werden, man sollte sich allerdings so früh als möglich in die Hände von Schmerzspezialisten begeben, am besten direkt in eine erfahrene Schmerzklinik.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) (Medikamentöse) Behandlung mit:

- im akuten Stadium ist häufig Kortison hilfreich
- auch trizyklische Antidepressiva aufgrund ihrer schmerzlindernden Wirkung hilfreich
- besonders Wirksam sind meist Antiepileptika, wie Gabapentin und Pregabalin
- auch die Gabe von Calcitonin soll hilfreich sein
- außerdem ist noch Phenoxybenzamin zu nennen
- teilweise wird auch die Verordnung von Bisphosphaten empfohlen
- lokal kann eine fettige DMSO (Dimethylsulfoxid) – Creme aufgetragen werden


b) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)).
Alternativ kommt ansonsten aus der Gruppe der zentral wirksamen (im Rückenmark bzw. Gehirn wirkenden) Schmerzmittel Tramadol (z. B. Tramal®) in Frage. Bei einem brennenden und/oder mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin). Hin und wieder ergibt sich ein schmerzlindernder Effekt bei der Gabe eines Gemisches aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®). Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.


c) Akupunktur

d) Physikalische Therapie

- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik, Ultraschalltherapie, Magnetfeldtherapie, Hochtontherapie,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei CRPS



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Nervenschmerzen:
Neuropathische Schmerzen, Nerveneigenschmerzen, neuropathisches Schmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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