17. November 2019

Nervenschmerzen Schmerz-Themen aktuell

Nervenschmerzen

Nervenschmerzen Krankheit und Schmerz
Therapie - Behandlung

Virusinfektion, wie bei der postzosterischen Neuralgie ist sehr schwierig. Man sollte sich auf jeden Fall an einen erfahrenen Schmerztherapeuten wenden.

d) Nervenschmerzen nach einer Amputation/ Phantomschmerzen: Besonders bei bestehenden anfallsartig, einschießenden Nervenschmerz kann eine Therapie mit Antikonvulsiva (Mittel gegen das Anfallsleiden, aber auch bei einem Nervenschmerz wirksam), versucht werden z. B. Carbamazepin oder Gabapentin bzw. Pregabalin. Baclofen (z. B. Lioresal®) (Mittel zur Muskelentspannung) ist ebenfalls manchmal erfolgreich. Unterstützend aber selten als einzige Therapie ausreichend sind schmerzdistanzierende Antidepressiva (Mittel gegen Depressionen, aber auch bei Nervenschmerz hilfreich), z. B. Maprotilin (z. B. Ludiomil®) und Doxepin (z. B. Aponal®).

e) Zentrale (das Rückenmark/ Gehirn betreffende) Störungen oder Schädigungen:

- Nervenschmerzen nach einer Querschnittslähmung: Geht der Nervenschmerz vom Verletzungssegment selbst aus, kann eine Instabilität die Schmerzursache sein. Diese kann chirurgisch behoben werden. Ansonsten können medikamentös Carbamazepin, Pregabalin oder Gabapentin (Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei einem Nervenschmerz hilfreich), Baclofen und schmerzdistanzierende Antidepressiva sowie Neuroleptika (Mittel das auf die Psyche wirkt) versucht werden. Gegen die unangenehme Spastik hat sich speziell Baclofen (z. B. Lioresal®) bewährt, das Mittel der 2. Wahl ist Sirdalud. Falls die Nebenwirkungen von Tabletten zu stark werden, kann eine rückenmarknahe Verabreichung auch über eine eingepflanzter Pumpe (oder Port) erfolgen.

- Thalamusschmerz: Die Behandlung von Thalamusschmerzen ist selbst für erfahrene Schmerztherapeuten eine große Herausforderung. Eine medikamentöse Behandlung kann mit Carbamazepin (z. B. Tegretal®) in aufsteigender Dosierung bis zu 1500mg /Tag versucht werden. Gabapentin (z. B. Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®)wirken oft allerdings besser, sind aber deutlich teurer. Phenytoin (z. B. Epanutin®) soll ebenfalls schmerzlindernd sein. Teilweise konnte auch mit Baclofen (z. B. Lioresal®) eine günstige Wirkung beobachtet werden. Ansonsten bleibt oft nur die Verabreichung von Opiaten.

Zeigen diese Ansätze nicht die gewünschte Wirkung oder dauern zu lange, sind weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt.


2.) Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

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Verwandte Suchbegriffe zu Nervenschmerzen:
Neuropathische Schmerzen, Nerveneigenschmerzen, neuropathisches Schmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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