18. Mai 2013

Top6 Themen: Reflexdystrophie - Morbus Sudeck

Reflexdystrophie

Reflexdystrophie Morbus Sudeck Themen und Krankheit
Unter einem Reflex versteht man eine automatische, unwillkürliche, über das Nervensystem erfolgende Antwort eines Organgewebes (z.B. Muskel oder Drüse) auf einen Reiz. Eine Dystrophie wiederum ist eine durch Mangel- oder Fehlernährung bedingte Störung des Organismus oder bestimmter Gewebe, wobei hauptsächlich die Trophik (die Ernährung bzw. der Ernährungszustand) betroffen ist.

Nach dieser Definition ist eine Reflexdystrophie ein krankhafter Gewebszustand, welcher durch Impulse aus dem Nervensystem hervorgerufen wird. Ungewöhnlich daran ist, dass selbst nach einer neurologischen Untersuchung kein krankhafter Befund am Nervensystem festgestellt werden kann. Typische lokale Symptome können verändertes Schweißverhalten und Sensibilitätsstörungen sein. Weitere Bezeichnungen für die Reflexdystrophie sind sympathische Reflexdystrophie, Algodystrophie, komplexes regionales Schmerzsyndrom und Sudeck Dystrophie. Bei der Sudeck-Dystrophie liegt eine Reflexdystrophie in sehr ausgeprägter Form vor.


Ursachen von Reflexdystrophie

Die Reflexdystrophie tritt ausschließlich an den Extremitäten auf. Bevorzugte Lokalisationen sind die Hand, die Hüfte, das Knie und der Fuß.
Nach jeder Verletzung, auch nach geringfügigen, kann es zu einer Reflexdystrophie kommen. Weitere Erkrankungen, bei denen es zu einer Reflexdystrophie kommen kann sind Entzündungen, neurologische Erkrankungen, nach einem Herzinfarkt und Langzeiteinnahme von Medikamenten wie Tuberkulostatika, Thyreostatika und Barbiturate.


Symptome von Reflexdystrophie

Da bei der Sudeck Dystrophie eine Reflexdystrophie in sehr ausgeprägter Form vorliegt, wird im Folgenden dieses Krankheitsgeschehen exemplarisch beschrieben. Charakteristische Symptome hierbei sind:

- diffuse, heftige und brennende Schmerzen

- livide (komisch verfärbte) und ödematöse (aufgequollene) Hautveränderungen

- Versteifung beteiligter Gelenke

- typisch fleckige Osteoporose im Röntgenbild


Verlauf von Reflexdystrophie

Typischerweise verläuft die Sudeck Dystrophie in drei Stadien

- Akutes Stadium:
sich dabei livide verfärbt, teigig und überwärmt.

- Dystrophisches Stadium
In diesem Stadium atrophiert das Gewebe und die Schwellung geht ebenfalls zurück. Auch die Schmerzen bessern sind und die Temperatur der betroffenen Körperstelle sinkt.

- Stadium der Atrophie
Knochen, Weichteile, Muskeln und Gelenkkapseln sind atrophiert (haben sich zurückgebildet). Es dominieren deutliche Bewegungseinschränkungen, die Knochen sind entkalkt und die Haut ist dünn und blass.


Therapie von Reflexdystrophie

Bei der Therapie einer Reflexdystrophie kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) (Medikamentöse) Behandlung mit:

- Calcitonin
- Kortikosteroiden
- Beta-Blocker
- Sedativa
- Vasodilatatoren
- Osmotherapeutika

b) Medikamentöse Schmerztherapie:
Das Mittel der ersten Wahl sind peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken). Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen. Des Weiteren helfen oft auch Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

c) Akupunktur

d) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Weiterführende Therapie & Behandlungskonzepte bei Reflexdystrophie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


Morbus Sudeck Krankheit   Morbus Sudeck Home

Verwandte Suchbegriffe zu Morbus Sudeck:
Sudeck, Morbus-Sudeck, CRPS, CRPS 1, CRPS I, CRPS Typ 1, Algodystrophie, Sympathische Reflexdystrophie, Complex Regional Pain Syndrom, S. Dystrophie

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Morbus Sudeck

Morbus Sudeck Top6 Krankheiten

Weitere Schmerz-Themen von Morbus Sudeck A-Z:

Anzeige doctorhelp.de
Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Jeder Versicherte erhält rund 1,5 Arzneimittel am Tag
(18.05.13) Die knapp 70 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben im Jahr 2012 insgesamt 633 Millionen Arzneimittelpackungen von niedergelassenen Ärzten verordnet bekommen. In diesen Arzneimitteln waren 37,9 Milliarden Tagesdosen enthalten. Rein rechnerisch nimmt damit jeder Versicherte Tag für Tag 1,5 Arzneimittel ein. Am häufigsten wurden Bluthochdruckmittel verordnet, so eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Artikel lesen...

Bayern schließt zwei Lebertransplantationsprogramme
(17.05.13) Das Universitätsklinikum in Erlangen und das Münchener Klinikum rechts der Isar sollen keine Lebern mehr verpflanzen dürfen. Die bayerische Regierung will die Lebertransplantationen künftig nur noch auf drei Krankenhäuser im Freistaat konzentrieren. 2012 waren in Bayern Fälle von Manipulation bei der Vergabe von Spenderlebern am Klinikum rechts der Isar bekannt geworden. Mit der aktuellen Entscheidung zieht die Landesregierung nach eigenen Angaben Konsequenzen aus dem Skandal.
Artikel lesen...

MDK stellt Behandlungsfehler-Statistik 2012 vor
(17.05.13) Fast jeder dritte Verdacht auf einen ärztlichen Behandlungsfehler ist berechtigt. Das geht aus der Behandlungsfehler-Statistik 2012 des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hervor. Insgesamt hat der MDK im vergangenen Jahr wegen vermuteter Behandlungsfehler 12.483 Expertisen erstellt.
Artikel lesen...

Weiterführende Links