23. Februar 2019

Top6 Themen: Algoneurodystrophie - Morbus Sudeck

Algoneurodystrophie

Algoneurodystrophie Morbus Sudeck Themen und Krankheit
Die Algoneurodystrophie ist eine die Nerven, Blutgefäße und Ernährung betreffende (neuro-vasotrophische) Gewebsschädigung, die an den Extremitäten auftritt.

Synonyme Begriffe für eine Algoneurodystrophie sind Algoneurodystrophie-Syndrom, sympathische Reflexdystrophie, reflektorische Dystrophie, reflexdystrophisches Syndrom, dystrophisches Syndrom, Algodystrophie, Neurodystrophie und auch bei Morbus Sudeck bzw. CRPS Typ 1 handelt es sich um eine Algoneurodystrophie.



Formen und Ursachen bei einer Algoneurodystrophie


Es gibt eine idiopathische, also eigenständige Form ohne erkennbare Ursache, der Algoneurodystrophie, deren Krankheitsentwicklung unbekannt ist.

Außerdem gibt es eine sekundäre Algoneurodystrophie, welche posttraumatisch, also nach einer Verletzung, postoperativ, nach einer Operation, selten organreflektorisch, z.B. nach einem Herzinfarkt, oder neurogen, vom Nervensystem ausgehend, wie bei Parkinson, Herpes Zoster oder einer Hemiplegie, auftritt. Auch hier ist die Pathogenese ungeklärt.

Eine äußerst ausgeprägte Form der Algoneurodystrophie ist die Sudeck Dystrophie.



Symptome bei einer Algoneurodystrophie

Eine Algoneurodystrophie läuft häufig in drei charakteristischen Stadien ab:

1. Akutes Stadium

- diffuse, heftige Brennschmerzen
- Ödeme (Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlungen)
- Funktionseinschränkungen
- rötlich bis bläulich verfärbte, teigige und überwärmte Haut
- gesteigerte Empfindlichkeit (Hyperästhesie bis hin zur Allodynie)


2. Dystrophisches Stadium

- das Gewebe und die Schwellung bildet sich zurück
- die Schmerzen lassen nach
- die Temperatur im betroffenen Körperbereich ist herabgesetzt


3. Atrophisches Stadium

- Knochen, Weichteile, sowie Muskeln und Gelenkkapseln, sind zurückgebildet (atrophiert)
- deutliche Bewegungseinschränkung
- dünne und blasse Haut
- beteiligte Knochen sind entkalkt


Therapie bei einer Algoneurodystrophie

Bei der Therapie Algoneurodystrophie kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz.

Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Aufgrund des Schweregrades dieser Schmerzkrankheit kann ein Morbus Sudeck anfänglich optimal nur von einem erfahrenen Facharzt mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" behandelt werden. Bei einem voll ausgeprägten Krankheitsbild ist dann allerdings der verantwortungsbewusste, behandelnde Arzt - allein schon wegen der Gefahr einer bleibenden Invalidität - grundsätzlich aufgerufen seinen Patienten so schnell wie möglich in eine schmerztherapeutischen Fachklinik zu überweisen, und zwar in eine die sog. "kontinuierliche Nervenblockaden mit Katheter“ anbietet. Die Zeit bis zur stationären Aufnahme und als Vorbereitung auf diese können am besten sog. „Sympathikusblockaden“ mittels sog. „therapeutischer Lokalanästhesie“ von einem erfahren Schmerztherapeuten verabreicht werden.

Details:

1. Allgemeine Therapien bei einer Algoneurodystrophie

a) (Medikamentöse) Behandlung mit:

- intravenösen Guanethidinblockaden

- Calcitonin

- Kortison im akuten Stadium

- Bisphosphonat


b) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden.
Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.
Bei einem mehr anfallsartigen Schmerz können des Weiteren auch Antiepileptika versucht werden (z. B. Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin).

c) Akupunktur

d) Physikalische Therapie - z. B.:

T.E.N.S., Wärme, Kälte, Krankengymnastik, Magnetfeldtherapie, Hochtontherapie ..


2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Weiterführende Therapie & Behandlungskonzepte bei Algoneurodystrophie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Morbus Sudeck Krankheit   Morbus Sudeck Home

Verwandte Suchbegriffe zu Morbus Sudeck:
Sudeck, Morbus-Sudeck, CRPS, CRPS 1, CRPS I, CRPS Typ 1, Algodystrophie, Sympathische Reflexdystrophie, Complex Regional Pain Syndrom, S. Dystrophie

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Morbus Sudeck

Morbus Sudeck Top6 Krankheiten

Weitere Schmerz-Themen von Morbus Sudeck A-Z:

Anzeige doctorhelp.de
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Passgenaue Versorgung auf dem Land
(22.02.19) Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen aufrecht erhalten und verbessern ? dieses Ziel verfolgen eine ganz Reihe von AOK-Projekten. Wir stellen Beispiele vor, die in die Zukunft weisen.
Artikel lesen...

Schwere kombinierte Immundefekte sollen Teil des Neugeborenen-Screenings werden
(21.02.19) Bei Neugeborenen sollen schwere kombinierte Immundefekte (SCID) in Zukunft früher entdeckt und behandelt werden können. Die entsprechende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ist am 9. Februar 2019 in Kraft getreten.
Artikel lesen...

"Stadt. Land. Gesund." - Wege zu einer besseren ländlichen Versorgung
(20.02.19) Die Verfügbarkeit von Hausärzten ist den Menschen wichtiger als gute Einkaufsmöglichkeiten oder der Zugang zum Internet. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der AOK. Die Untersuchung bestätigt auch, dass die Bevölkerung innovativen Versorgungsformen offen gegenüber steht. "Wir treiben diese Entwicklung voran und verstärken unser Engagement", sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, anlässlich des Starts der AOK-Initiative "Stadt. Land. Gesund.".
Artikel lesen...

Weiterführende Links