26. September 2017

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Hemikranie

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Als Hemikranie bezeichnet die Medizin einen Halbseitenkopfschmerz, sprich ein Kopfschmerzsyndrom, das nur eine Kopfhälfte betrifft.

Es gibt drei Arten einer Hemikranie:

1. Hemicrania continua (HC) (anhaltender Halbseitenkopfschmerz)
2. chronische paroxysmale Hemikranie (CPH) (anfallsartiger Halbseitenkopfschmerz)
3. Migräne

Es gibt zwar andere noch Kopfschmerzarten, bei denen auf den ersten Blick halbseitige erscheinende Beschwerden auftreten können. Bei genauerer Betrachtung sind diese Beschwerden allerdings eben nicht streng halbseitig bzw. betreffen nicht überwiegend die ganze Kopfhälfte. Beispiele für diese Kopfschmerzarten sind der Cluster-Kopfschmerz, das Neck-tongue-Syndrom oder das Raeder-Syndrom.

1. Hemicrania continua

Bei der Hemicrania continua klagen Patienten über halbseitige Kopfschmerzen mittlerer Intensität. Bei ca. 60% kommt es zu episodischen, den Grundschmerz überlagernden Schmerzverstärkungen, von kurzer Dauer bis hin zu einigen Tagen. Folgende Begleitsymptome sind möglich:

• Lakrimation (Tränenfluß)
• Nasenkongestion (Anschoppung der Nasenschleimhaut)
• Konjunktivalinjektion (Rötung der Bindehaut)
• Ptosis (Herabhängen des Oberlids)

Durch die begleitenden Symptome ist deshalb manchmal eine Unterscheidung speziell zum Cluster-Kopfschmerz schwierig, bei dem die Beschwerden ja auch einseitig auftreten.

Bei den meisten Patienten besteht die voll ausgeprägte Form der Hemicrania continua, d. h. mit kontinuierlich anhaltenden Schmerzen in einer Kopfhälfte. Bei einigen wenigen (ca. 15%) treten die Beschwerden „nur“ episodenhaft auf, d. h. also mit Unterbrechungen von Wochen bis mehreren Monaten. Des Weiteren gibt es Fälle, in denen ein anfänglich episodenhaftes Auftreten in die kontinuierliche Form mündet. In ganz seltenen Fällen kommt es sogar zu einem Wechsel der schmerzenden Kopfseite.

2. Chronische paroxysmale Hemikranie (CPH) (anfallsartiger Halbseitenkopfschmerz)

Die Chronische paroxysmale Hemikranie wurde 1974 das erste Mal beschrieben. Bei dieser Krankheit treten chronische Kopfschmerzanfälle streng einseitig auf, hauptsächlich im Bereich der Stirn (supraorbital), der Schläfen (temporal) oder der Augenhöhle (orbital). Die Schmerzanfälle treten mindestens fünfmal am Tag auf, mit einer jeweiligen Dauer von zwei bis 45 Minuten.

Des Weiteren sind folgende Begleitsymptome möglich, von denen mindestens eines auftauchen muß, um von einer chronisch paroxysmalen Hemikranie sprechen zu können:

• Lakrimation (Tränenfluß)
• Nasenkongestion (Anschoppung der Nasenschleimhaut)
• Konjunktivalinjektion (Rötung der Bindehaut)
• Ptosis (Herabhängen des Oberlids)
• Lidödem (Schwellung aufgrund krankhafter Flüssigkeitsansammlung)
• Rhinorrhö (Nasenträufeln)

Auch hier muß bei der Diagnose deutlich zum Cluster-Kopfschmerz unterschieden werden.

3. Migräne

Bitte lesen Sie hierzu den Doctorhelp-Artikel zum Thema „Migräne“ (s. u. )

Therapie

Die Therapie einer Hemikranie richtet sich nach der Art. Für die Migräne selbst existieren zahlreiche Therapieansätze. Bitte lesen Sie auch hier den Doctorhelp-Artikel zum Thema „Migräne“ (s. u.)
Die Hemicrania continua und chronische paroxysmale Hemikranie (CPH) sind zwar jeweils eigenständige Diagnosen, doch sind die Therapieansätze sehr ähnlich, ja fast identisch.
Zur Therapie der Hemicrania continua und der chronischen paroxysmalen Hemikranie (CPH) können im ersten Schritt allgemeine Ansätze probiert werden. Zeigen diese Maßnahmen zu geringe Wirkung oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze

- Medikamentöse Schmerztherapie: Als Medikament der ersten Wahl gilt Indometacin (z. B. Indomet-Ratiopharm), alternativ kann das Piroxicam-Derivat Beta-Cyclodextrin probiert werden. br>
- physikalische Maßnahmen, wie Wärme, Kälte, …

- Akupunktur

Für weitere Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischen Schmerzen, und damit die Behandlung einer Hemicrania continua bzw. einer chronischen paroxysmalen Hemikranie (CPH), erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer Schmerzklinik ist es nun möglich, täglich mehrfach, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik durchführen zu können, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- Spezielle Schmerzakupunktur

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Migräne:
Migräneaura, Migränekopfschmerz, Migränetherapie, Migräneprophylaxe, Migräneanfall

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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