23. Mai 2013

Top6 Themen: Ergotaminkopfschmerz - Migräne

Ergotaminkopfschmerz

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Ergotamin ist ein sehr wirkungsintensives Medikament gegen Kopfschmerzen, das bevorzugt im Zusammenhang mit einer Migräne eingesetzt wird, seltener bei einem Cluster-Kopfschmerz.

Das Problem besteht allerdings darin, dass schon relativ geringe Überdosen zu einem anhaltenden Medikamentenkopfschmerz führen können, nämlich dem unbeliebten Ergotaminkopfschmerz. Dieser zusätzliche Kopfschmerz bildet dann zusammen mit den ursprünglichen Kopfbeschwerden einen sog. Kombinationskopfschmerz. Im Zusammenhang mit Migräne äußert sich dies dann meistens so, daß Patienten über Dauerkopfschmerzen klagen, die zeitweise von Migränesymptomen (Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, …) überlagert werden.

Des Weiteren kann längerer bzw. stärkerer Ergotaminmißbrauch zu dem gefürchtete Ergotismus führen. Die Kennzeichen für diesen sind Durchblutungsstörungen, v. a. in den Armen und Beinen, den Halsschlagadern, den Herzgefäßen und in den Nieren.

Therapie

Die einzige und wirklich wirkungsvolle Therapie eines Ergotamin-Kopfschmerzes besteht in einem vollständigen Ergotamin-Entzug.

Im Rahmen eines solchen Entzugs wird Ergotamin sofort und vollständig abgesetzt. Dieses abrupte Vorgehen kann mit massiven Kopfschmerzen bzw. sehr starken, anhaltenden Migräneattacken einhergehen. Deshalb sollte ein Entzug grundsätzlich in einer erfahrenen Schmerzklinik erfolgen, wo dann vor Ort diese Entzugsbeschwerden jeweils sofort gelindert werden können. Diese Entzugsbehandlung erstreckt sich über ca. 7-14 Tage, dann ist das Problem (Ergotaminentzug) nachhaltig ausgestanden. Patienten erhalten in diesem Zusammenhang auch eine umfassende Aufklärung, um zukünftige Ergotamin- bzw. Schmerzmittelmißbräuche zu vermeiden. Des Weiteren kann im Anschluß an den Entzug die eigentliche Grunderkrankung, d. h. hier also in den meisten Fällen die Migräne, nochmals gezielt mit weiterführenden Methoden der Schmerztherapie behandelt werden.

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die Methoden einer Schmerzklinik bei einem Ergotamin-Entzug sind:

● spezielle medikamentöse Therapie: Durch spezielle medikamentöse Maßnahmen (u.a. Trimipramin (z.B. Stangyl)) kann der Entzug nachhaltig unterstützt werden.

● Therapeutische Lokalanästhesie: Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Sie dient einerseits ebenfalls dazu Schmerzen im Zusammenhang mit dem Schmerzmittel-/Ergotaminentzug zu lindern, andererseits im zweiten Schritt den „Grundkopfschmerz“ mit dem Ziel einer langfristigen Wirkung zu therapieren. Durch die mehrfach tägliche, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik können z. T. beachtliche Heilerfolge erzielt werden.

Die therapeutische Lokalanästhesie ist in dieser Situation (Entzug) die einzig sinnvolle Alternative, denn es macht wenig Sinn, den Entzugskopfschmerz wieder mit (anderen) Schmerzmitteln behandeln zu wollen. ● Ergänzende Methoden: Bei einem Ergotamin-Entzug ist es wichtig, einen Patienten dauerhaft zu stabilisieren, was durch eine flankierende, psychologische Betreuung erreicht wird. Die Verfahren sind vor allem die psychologische Interventionen, hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training, oder die progressive Relaxation nach Jakobson und das Schmerzbewältigungstraining

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


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Verwandte Suchbegriffe zu Migräne:
Migräneaura, Migränekopfschmerz, Migränetherapie, Migräneprophylaxe, Migräneanfall

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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