20. Juni 2018

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Basilaris-Migräne

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Die Basilaris-Migräne ist eine besondere und sehr seltene Migräneform. Man bezeichnet sie auch als basilare Migräne oder Bickerstaff Syndrom. Von ihr sind meistens junge Menschen, sprich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen.

Während die Ursache der normalen Migräne immer noch nicht ganz klar ist, weiß man daß eine Basilaris-Migräne durch eine Ischämie (Durchblutungsstörung) in bestimmten Gehirnbereichen entsteht.

Die Symptome der Basilaris-Migräne sind äußerst vielfältig. Wie bei der normalen Migräne gibt es keine immer zutreffenden Symptome, allerdings eben eine große Anzahl von typischen Zeichen. In der Regel weisen Patienten zudem vor einem Anfall Aurasymptome einer sog. „Migräne mit Aura“ auf (Details zu „Migräne mit Aura s. Thema „Migräne“). Die einzelnen Symptome sind:

• akuter Schwindel
• Übelkeit/ Erbrechen
• Nystagmus (unwillkürliche, rhythmische Bewegungen des Auges)
• zerebelläre ataktische Störungen (Störungen der Bewegungsabläufe)
• akute, plötzlich einsetzende, intensive Kopfschmerzen (ein- oder doppelseitig)
• Lärm- und Lichtempfindlichkeit.

Des Weiteren existieren typische, neurologischen Ausfall- bzw. Reizerscheinungen:

a) Visuelle Symptome

• Metamorphopsie: Gegenstände werden anders wahrgenommen als sind, z. B. größer, kleiner, verzerrt, näher, weiter entfernt, auf dem Kopf stehend, in Bewegung oder in anderen Farben.
• Photopsie: meistens grelle Lichter, Blitze und Funken oder oftmals flackernde Farben.
• Skotome: Gesichtsfeldausfälle, sprich "blinde Flecken" im Gesichtsfeld.

• Amaurosis fugax: zeitweilige Blindheit, meistens auf beiden Augen.

b) Diplopie: Doppeltsehen

c) Ataxie: Störung der Koordination von Bewegungsabläufen

d) Dysarthrie: Störung beim Sprechen, bei der Patienten das Gefühl haben, daß Mund oder Zunge ihnen nicht mehr gehorchen wollen.

e) spezieller Vertigo: extrem starke Schwindelgefühle, wesentlich stärker als bei der „normalen“ Migräne.

f) Parästhesien: Sensibilitätsstörungen, sprich Kribbeln oder Taubheitsgefühl an bestimmten Körperstellen.

g) Hörstörungen bzw. Tinnitus (Ohrensausen)

h) Eingeschränkter Bewußtseinszustand

i) Paresen (Erschlaffung): unvollständige Lähmung und Schwächegefühl in bestimmten Teilen des Körpers, bis hin zur Unfähigkeit, die Arme zu heben.

j) Verwirrtheit und Desorientiertheit

Sonstige Symptome, die bei der Basilaris-Migräne (Bickerstaff-Syndrom) auftreten können, sind: Dysästhesie (besondere Sensibilitätsstörungen), Blässe (Pallor), epileptische Anfälle, Locked-in-Syndrom (selten), Durchfall, Magenschmerzen, Aphasie (eine Form der Sprachstörung, die bis zu mehreren Tagen nach dem Anfall noch anhalten kann), Amnesie (Gedächtnisverlust, vorübergehend), Hirnnervenausfälle, Nystagmus (unwillkürliches rhythmisches Augenzittern), Pyramidenbahnzeichen (starkes Zittern der Beine, unwillkürliche Bewegungen oder das Auftreten von unnormalen Reflexen), Angor Animi (Todesangst) und Herzsymptomatiken (Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, etc.).

Ein typischer Basilaris-Migräne-Anfall dauert zwischen zwei und fünfundvierzig Minuten. Er beginnt meistens mit visuellen Symptomen, später folgt dann ein individueller „Cocktail“ an weiteren Krankheitszeichen, meistens verbunden mit Schwindel, Sprachstörungen und Mißempfindungen. In 99% der Fälle klingt der Anfall mit schweren, pochenden Kopfschmerzen, meistens im Bereich des Hinterkopfs, ab. Viele Patienten müssen sich dabei übergeben.

Durch die große Anzahl der Symptome wird die Basilaris-Migräne schnell mit weitaus gefährlicheren Krankheitsbildern, wie z. B. einem Schlaganfall oder einem Hirntumor verwechselt. Aus der großen Palette der möglichen Krankheitszeichen können verschiedene „Basilaris-Patienten“ zudem ganz unterschiedliche Symptome aufweisen. Des Weiteren kann eine basilare Migräne in sehr seltenen Fällen ein längeres Koma oder auch einem Schlaganfall bewirken.

Die Therapie einer Basilaris-Migräne erfolgt wie bei einer "normalen" Migräne. Allerdings gibt es eine ganz große Ausnahme: Die Wirkstoffgruppe der sog. Triptane, die ja bei der regulären Migräne z. t. ein wahrer Segen sind, sind bei der Basilaris-Migräne gänzlich ungeeignet. Auch hier gilt, daß bei besonders schweren Formen oder Unverträglichkeit(en) von Medikamenten unbedingt, d. h. frühzeitig, eine erfahrene Schmerzklinik kontaktiert werden sollte.

Für weitere Details zur Behandlung s. Thema „Migräne“, oder kontaktieren Sie den kostenlosen Beratungsservice von doctorhelp.de
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Migräne:
Migräneaura, Migränekopfschmerz, Migränetherapie, Migräneprophylaxe, Migräneanfall

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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