21. November 2019

Somatoformische Schmerzstörung - Krankheits und Gesundheitsthemen

Beschreibung: Somatoformische Schmerzstörung



Unter einer somatoformen Schmerzstörung versteht man Schmerzen, die das klinische Bild des Patienten zwar bestimmen, aber keine klare körperliche Ursache haben. Betroffene Patienten leiden meist sehr unter den Schmerzen und haben meist schon eine lange Krankenakte, da sie von Arzt zu Arzt gehen, um die Ursache für die Schmerzen zu finden.


Klassifikation

Die somatoforme Schmerzstörung kann entweder nach ICD-10 oder nach DSM klassifiziert werden.

ICD-10:

- anhaltende somatoforme Schmerzstörung

DSM:

- Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen Faktoren

- Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen und einem medizinischen Krankheitsfaktor

Die Klassifikation nach ICD-10 gilt heute allerdings als rückständig, da die auf dem dichotomen Konzept beruht, dass Schmerzen entweder psychisch oder körperlich bedingt sein können. Die DSM-Klassifikation hingegen, dass Schmerzen psychische und körperliche Ursachen haben können.

Von der somatoformen Schmerzstörung ausgenommen sind Schmerzen, deren Ursachen oder psychophysiologischen Mechanismen bekannt sind, aber wahrscheinlich psychisch begründet sind, wie z.B. Migräne oder Muskelspannungsschmerzen. Auch psychosoziale Beeinträchtigungen, wie sie bei chronischen Schmerzen auftreten können, zählen meist nicht zur somatoformen Schmerzstörung.


Symptome

Patienten die unter einer somatoformen Schmerzstörung leiden, schildern ihre Schmerzen häufig als andauernd, schwer und quälend. Eine körperliche und/oder psychische Ursache kann aber nicht gefunden werden. Neben den Schmerzen treten häufig psychosoziale bzw. emotionale Probleme auf, welche oftmals einer hohen persönlichen und medizinischen Betreuung oder Zuwendung bedürfen.


Therapie

Bei der Therapie einer somatoformen Schmerzstörung kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Bei Schmerzstörungen ist es sehr wichtig, dass eine eingehende organische Abklärung der Symptomatik erfolgt und die letztendliche Diagnose durch einen Spezialisten für Psyche und Schmerz gestellt wird.

Nach der Diagnose einer Schmerzstörung verlagert sich der Schwerpunkt der Therapie von der organischen Behandlung




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Verwandte Suchbegriffe zu Somatoformische Schmerzstörung:
somatoforme Schmerzstörung, Schmerzstörung, somatoformer Schmerz, chronische Schmerzstörung, chronischer Schmerz, anhaltende somatoforme Schmerzstörun

Autor:  Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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