21. Oktober 2017

Top6 Themen: Zervikogener Kopfschmerz - Kopfschmerzen

Zervikogener Kopfschmerz

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Ein zervikogener Kopfschmerz ist ein Kopfschmerz, der vom Hals bzw. der Halswirbelsäule ausgeht. Von daher wird er auch häufig als vertebragener (wirbelsäulenbedingter) Kopfschmerz bezeichnet.

Die Störung bzw. Erkrankung der Halswirbelsäule, welche den zervikogenen Kopfschmerz bedingt, wird als oberes HWS-Syndrom bzw. oberes Halswirbelsäulensyndrom (Details s. HWS-Syndrom) (Informationen: HWS-SyndromHWS-Syndrom) bezeichnet. Meistens geht die Störung vom zweiten Halswirbel aus, ausgelöst durch degenerative (abnutzungsbedingte) Veränderungen. Zudem gibt es eine Theorie, nach der auch die HWS-spezifische "Unkovertebralarthrose" (Erkrankung des „Halbgelenks“ zwischen zwei Wirbelkörpern) durch Einengung der sog. „Wirbelsäulenschlagader“ ein zervikozephales (Hals und Kopf betreffendes) Krankheitsbild, sprich einen zervikogenen Kopfschmerz, verursachen kann. Allerdings ist dieser Ansatz noch nicht endgültig erwiesen.

Die Symptome bei einem zervikogenen Kopfschmerz können von Fall zu Fall variieren. Gemeinsames Merkmal sind Nackenschmerzen, welche nach oben in den Hinterkopf ausstrahlen. In manchen Fällen zieht dann der Schmerz bis in die Stirnregion vor.

Zur Therapie von zervikogenen Kopfschmerzen werden im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze empfohlen. Zeigen diese zu geringe Wirkung, wird die Erkrankung chronisch oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sind weiterführende Konzepte einer erfahrenen Schmerzklinik die Richtige Lösung.

1. Allgemeine Therapieansätze sind:

Medikamentöse Schmerztherapie: Hier sind v. a. peripher wirkende Analgetika (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) zu empfehlen, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), z. B. Ibuprofen.

physikalische Maßnahmen: z. B. Wärme, Kälte, T.E.N.S., Massagen…

Akupunktur

● Hilfsmittel, wie z. B. eine sog. „Schanzsche Krawatte“. Diese Maßnahme sollte allerdings ausschließlich von Orthopäden verordnet werden.

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von Doctorhelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik sind:

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischen Schmerzen, und damit auch die Behandlung zervikogener Kopfschmerzen, erfordert grundsätzlich eine individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h. daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden, um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig.

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer Schmerzklinik ist es nun möglich, täglich mehrfach, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik durchführen zu können, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg meist aus.

Bei hartnäckigen Schmerzen haben sich Blockaden des Armnervengeflechtes am Hals bewährt. Diese Technik ist auch als Katheterverfahren möglich.

● Analgetikatestung

Die Analgetikatestung ist eine Methode um herauszufinden, welches Medikament am besten wirkt, sollte eventuell später nochmals ein Bedarfsfall auftreten.

● Ergänzende Methoden

- Besondere Physiotherapie: Eine spezielle, in enger Abstimmung mit der ärztlichen Leitung erfolgende, heilgymnastische Therapie ist hier unverzichtbar.
- Manuelle Therapie (Chirotherapie)
- Funktionelle Ergotherapie
- Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- Spezielle Schmerzakupunktur

Wenn vertebragene Kopfschmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologische/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Kopfschmerzen:
Cephalgie, chronische Kopfschmerzen, Kopfbeschwerden, primärer Kopfschmerz, sekundärer Kopfschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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