20. September 2018

Top6 Themen: Spannungskopfschmerz - Kopfschmerzen

Spannungskopfschmerz

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Ein Spannungskopfschmerz wird häufig auch als Kopfschmerz vom Spannungstyp bezeichnet. Von allen existierenden Kopfschmerzarten ist der Spannungskopfschmerz am häufigsten. In den meisten Fällen treten die ersten Symptome im Alter zwischen 25 bis 30 Jahren auf, Frauen sind etwas häufiger betroffen.

Nach der IHS (= internationale Kopfschmerzgesellschaft) unterteilt man den Spannungskopfschmerz in zwei Formen:

● Episodischer Spannungskopfschmerz (weniger als 180 Schmerztage pro Jahr)

● Chronischer Spannungskopfschmerz (mehr als 180 Schmerztage p. a., bzw. an mehr als 15 Tagen im Monat in einem Zeitraum von 6 Monaten)

Spannungskopfschmerzen sind relativ unklar definiert, es können sehr unterschiedliche Symptome auftreten. Die Schmerzen werden als dumpf, bohrend und spannend beschrieben, von der Lokalisation her sind die Regionen Stirn, Hinterhaupt und Nackenbereich möglich, bzw. Kombinationen davon. Die Schmerzen tauchen meistens beidseitig auf, können den ganzen Tag anhalten und sogar im Verlauf dessen stärker werden. Einige Patienten berichten auch von einem Schmerz, der langsam aus dem Rücken-/Nackenbereich in den Kopf hochsteigt. Eine klare Abgrenzung zur Migräne ist unerlässlich, da die sinnvollen Therapieverfahren sehr unterschiedlich sind. Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit können durch Kopfschmerzen vom Spannungstyp massiv beeinträchtigt werden. Psychische Begleitsymptome, z. B. depressive Verstimmungen oder psychovegetative Labilität, existieren relativ häufig.

Differentialdiagnostisch müssen bei Spannungskopfschmerzen v. a. vasomotorische Kopfschmerzen (von Blutgefäßen ausgehende) oder posttraumatische Kopfschmerzen (nach Verletzungen auftretende) ausgeschlossen werden. Dieses gelingt dem erfahrenen Schmerztherapeuten durch sog. „probatorische Nervenblockaden“ (Nervenbetäubungen).

Bei der Therapie von einem Spannungskopfschmerz unterscheidet man zwischen allgemeinen Therapieansätzen und weiterführenden Behandlungskonzepten einer Schmerzklinik. Im ersten Schritt, bzw. bei akuten Beschwerden kann man allgemeine Ansätze probieren. Zeigen diese zu geringe Wirkung oder werden die Beschwerden chronisch sollte man sich so früh als möglich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie

- Physikalische Therapie, z. B. T.E.N.S, Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie von Spannungskopfschmerzen erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h. daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig.

Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Durch die mehrfach tägliche, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik können z. T. beachtliche Heilerfolge erzielt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hydrotherapie
- Spezielle Physiotherapie
- Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining

Wenn Spannungskopfschmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologische/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Kopfschmerzen:
Cephalgie, chronische Kopfschmerzen, Kopfbeschwerden, primärer Kopfschmerz, sekundärer Kopfschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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