15. September 2019

Top6 Themen: SUNCT Syndrom - Kopfschmerzen

SUNCT Syndrom

Kopfschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Der Begriff „SUNCT-Syndrom“ beschreibt ein sehr seltenes Kopfschmerzsyndrom, das 1989 erstmalig beschrieben wurde.

„SUNCT” ist die Abkürzung für „short-lasting unilateral neuralgieform headache attacks with conjunctival injection and tearing“. Gemäß der IHS-Klassifikation gehört das SUNCT-Syndrom zu der Gruppe der sog. „trigeminoautonomen Kopfschmerzen“, zusammen mit zwei zwei anderen Kopfschmerzsyndromen, der paroxysmale Hemikranie und dem Cluster-Kopfschmerz. Die Krankheit selbst wird häufig mit dem Cluster-Kopfschmerz oder der Trigeminusneuralgie verwechselt.

Kennzeichnend für das Sunct-Syndrom sind 15 bis 120 Sekunden lang anhaltende, einseitige, heftige Schmerzattacken, direkt um das Auge herum, welche bis zu 200mal pro Tag auftreten können. Die Beschwerden werden von konjunktivalen Injektionen (Sichtbarwerden feiner Blutgefäße im Auge als Folge von Blutfülle), Tränenfluß (Lakrimation) und Nasenträufeln begleitet. Des Weiteren kommt es zu einem gleichseitigen, in der Regel allerdings sehr gering ausgeprägten Gesichtsschwitzen. Auch ist die Bildung eines Lidödems (Schwellung des Augenlides infolge einer Flüssigkeitsansammlung) möglich.
Für das Krankheitsbild kennzeichnend ist ein episodischer Verlauf von mehreren Monaten bis zu mehreren Jahren, welcher mit Remissionen (vorübergehendes Nachlassen der Krankheitszeichen, ohne daß eine Genesung eintritt) durchzogen ist.

Das SUNCT-Syndrom ist derart „jung“, dass noch keine durch Studien gesicherte Therapieempfehlung existiert. Bei der Therapie des SUNCT-Syndoms richtet man sich deshalb nach generellen Erfahrungen bei der Therapie von trigeminoautonomen Kopfschmerzen bzw. der Trigeminusneuralgie. Im ersten Schritt, bzw. bei akuten Beschwerden kann man allgemeine Ansätze probieren. Halten die Beschwerden weiter an sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie, z. B. durch Gabapentin (z. B. Neurotin) oder Lamotrigin (Mittel gegen Fallsucht, aber hier auch einsetzbar)

- physikalische Maßnahmen, wie Kälteanwendungen

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von Doctorhelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischen Schmerzen, und damit auch die Behandlung eines SUNCT-Syndroms, erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h. daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig.

Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer Schmerzklinik ist es nun möglich täglich mehrfach, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik durchführen zu können, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg aus.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

Im Gegensatz zu vielen anderen Kopfschmerzformen spielen beim SUNCT-Syndrom psychische Faktoren eher eine untergeordnete Rolle. Selbiges gilt für klassisch physikalische Ansätze, sodaß man auf eine relative kleine Anzahl von allgemeinen Maßnahmen zurückgreifen kann, wie z. B.: - Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining - Spezielle Schmerzakupunktur

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Kopfschmerzen   Kopfschmerz Home

Verwandte Suchbegriffe zu Kopfschmerzen:
Cephalgie, chronische Kopfschmerzen, Kopfbeschwerden, primärer Kopfschmerz, sekundärer Kopfschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen Top6 Krankheiten

Schmerz-Themen zu Kopfschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Entlassungsmanagement: Expertenstandard aktualisiert
(12.09.19) Der Expertenstandard "Entlassungsmanagement in der Pflege" liegt in einer neuen Fassung vor. Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat das Dokument zum zweiten Mal aktualisiert. Die überarbeitete Version orientiere sich an den internationalen Entwicklungen und wurde an den aktuellen Wissensstand angepasst. So habe sich laut DNQP an der inhaltlichen Ausrichtung nichts geändert. Die entsprechenden Kommentierungen der Standardkriterien seien erweitert und präzisiert worden.
Artikel lesen...

Zahnärzten und Pflegeheimen gehen mehr Kooperationsverträge ein
(10.09.19) Immer mehr Zahnärzte kooperieren mit stationären Pflegeeinrichtungen. Das ist das zentrale Ergebnis des ersten gemeinsamen Evaluationsberichts des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Ziel der Kooperation ist es, die Mundgesundheit von gesetzlich krankenversicherten Patienten in Heimen zu verbessern.
Artikel lesen...

Drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt
(09.09.19) Rund 3,41 Millionen Menschen waren Ende 2017 in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Rund 2,59 Millionen von Ihnen (76 Prozent) wurden zum Stichtag zu Hause versorgt. Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt veröffentlicht.
Artikel lesen...

Weiterführende Links