20. Januar 2018

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Kombinationskopfschmerz

Kopfschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Ein Kombinationskopfschmerz ist, wie der Name bereits sagt, eine Kombination verschiedener Kopfschmerzarten. Ein kombinierter Kopfschmerz ist in besonderem Maße geeignet, das körperliche Allgemeinbefinden zu stören, meistens tritt er in Form eines Dauerkopfschmerzes auf.

Die einzelnen Kombinationen sind:

1. Migräne und Spannungskopfschmerz: Bei dieser Kombination treten die einzelnen Komponenten entweder gemeinsam oder zeitlich getrennt voneinander auf. Der mögliche fließende Übergang kann die Diagnose sehr erschweren, oft wird dann die „Hilfsdiagnose“ „migränoide Kephalgie" (migräneartiger Kopfschmerz) gestellt.

2. Migräne und Schmerzmittel-Kopfschmerz/ Ergotamin-Kopfschmerz: Die missbräuchliche Anwendung (i. d. R. eine zu hohe Dosis) von Schmerzmitteln, bzw. speziell Ergotamin, führt bei dieser Kombination zu dumpfen, pulsierenden Kopfschmerzen. Ein abrupten Entzug der Ergotamins kann zu statusartigen (anhaltenden) Migräneanfällen führen.

3. Spannungs- und Schmerzmittel-Kopfschmerz: Die erhöhte Schmerzmitteleinnahme gegen den ursprünglichen Spannungskopfschmerz führt hier zu Dauerkopfschmerzen mit wechselnder Intensität.

4. Andere Kombinationen: z. B. die seltene Kombination vertebragener Kopfschmerz (von der Halswirbelsäule ausgehende) und Schmerzmittelkopfschmerz.

Die Diagnose eines Kombinationskopfschmerzes ist aufgrund der zahlreichen, möglichen Symptomvariationen keine einfache Angelegenheit. Man sollte sich hierzu rechtzeitig an einen erfahrenen Schmerztherapeuten wenden. Von eminenter Bedeutung sind hier eine genaue Anamnese (Erhebung der Vorgeschichte), Dokumentation der Kopfschmerzereignisse (Kopfschmerztagebuch), Ausschluß von organischen Ursachen sowie die Berücksichtigung evtl. psychischer Belastungen. Bei einer Kombination unter Beteiligung eines Schmerzmittelkopfschmerzes kann zudem die Ursprungskomponente oft erst nach einer Entzugsbehandlung exakt bestimmt werden.

Therapie

Die Therapie von einem Kombinationskopfschmerz richtet sich zuerst nach der vorherrschenden Kombination. Bei der Kombination „Migräne/Spannungskopfschmerz“ sind allgemeine Therapieansätze zunächst die richtige Lösung, speziell der Einsatz von ganz gezielten Medikationen.

Allgemeine Therapieansätze sind hier:

● Medikamentöse Schmerztherapie

● Physikalische Therapie, z. B. T.E.N.S, Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..

● Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien bei der Kombination „Migräne/Spannungskopfschmerz“ wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von Doctorhelp. Zeigen diese allgemeinen Maßnahmen zu geringe Wirkung, oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten bzw. diese reduzieren, sollte man sich so früh als möglich an eine Schmerzklinik wenden.

Bei allen anderen Kombinationen steht dagegen im ersten Schritt der Entzug des auslösenden Schmerzmittels bzw. von Ergotamin im Vordergrund. Dieser Entzug kann mit massiven Kopfschmerzen bzw. sehr starken, anhaltenden Migräneattacken einhergehen. Deshalb sollte dies grundsätzlich in einer Schmerzklinik erfolgen, wo dann vor Ort diese Entzugsbeschwerden jeweils sofort gelindert werden können. Im Anschluß besteht dann die Möglichkeit den Grundkopfschmerz zu therapieren. Patienten erhalten in diesem Zusammenhang auch eine umfassende Aufklärung, um zukünftige Schmerzmittelmißbräuche zu vermeiden.

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie von einem Kombinationskopfschmerz erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h. daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden, um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig.

Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Spezielle medikamentöse Therapie

Durch spezielle medikamentöse Maßnahmen können die durch den Schmerzmittel-/ Ergotaminentzug entstehenden Schmerzen deutlich gelindert werden.

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Sie dient einerseits ebenfalls dazu Schmerzen im Zusammenhang mit dem Schmerzmittel-/Ergotaminentzug zu lindern, andererseits im zweiten Schritt den „Grundkopfschmerz“ mit dem Ziel einer langfristigen Wirkung zu therapieren. Durch die mehrfach tägliche, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik können z. T. beachtliche Heilerfolge erzielt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hydrotherapie
- Spezielle Physiotherapie
- Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining

Wenn Kombinationskopfschmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologische/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Kopfschmerzen:
Cephalgie, chronische Kopfschmerzen, Kopfbeschwerden, primärer Kopfschmerz, sekundärer Kopfschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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