16. November 2018

Top6 Themen: Clusterkopfschmerz - Kopfschmerzen

Clusterkopfschmerz

Kopfschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Ein Clusterkopfschmerz ist relativ selten, betroffen sind etwa 1% der Bevölkerung.

Für den Clusterkopfschmerz existieren zahlreiche Synonyme, z. B.:

● ziliare Neuralgie
● Erythroprosopalgie
● Bing-Horton-Kopfschmerz
● Nervus petrosus-Neuralgie

Hauptsächlich existiert der Clusterkopfschmerz in zwei Formen:

1. Episodischer Clusterkopfschmerz:
Typisches Merkmal ist der Wechsel von Perioden mit Schmerzattacken gegenüber beschwerdefreien Phasen.

2. chronischer Clusterkopfschmerz:
Hier sind die kopfschmerzfreien Intervalle grundsätzlich kürzer als zwei Wochen.

Hauptsymptom des Clusterkopfschmerzes sind unerträgliche, bohrend-brennende, vorwiegend nachts auftretende Schmerzattacken mit einer Dauer von wenigen Minuten bis hin zu wenigen Stunden. Die Schmerzen treten in der Regel periorbital (um das Auge herum) oder frontotemporal (Stirn-/Schläfenbereich) auf. Typisch sind dazu auch Tränenfluß sowie eine Rötung des Auges. Eventuelle Begleitsymptome sind: Ptosis (partielles Horner-Syndrom) (Verengung der Lidspalte), Miosis (Engstellung der Pupille) und Rhinorrhoe (Nasenträufeln). Es gibt Fälle von Clusterkopfschmerzattacken, die mit Übelkeit und Brechreiz einhergehen können. Von daher ist die klare Abtrennung zur Migräne wichtig. Anders als Migränepatienten sind Clusterkopfschmerz-Betroffene eher motorisch unruhig, und laufen während der Attacke umher. Sie haben also ein weniger stark ausgeprägtes Ruhebedürfnis als Migräniker. Ansonsten ist aufgrund der Schmerzsymptomatik eine Verwechslung mit der Trigeminusneuralgie
(Bandscheibenvorwölbung Informationen: Trigeminusneuralgie) manchmal möglich.

Die Ursache für Clusterkopfschmerzen ist auch heute noch unbekannt. Allerdings kann es Auslöser, sog. Trigger geben, wie z. B. Flimmer- und Flackerlicht, Aufenthalt in Höhenluft, Histamin, Nitroglyzerin (in Form von Nitratpflaster) und Alkohol.

Bei der Therapie von einem Clusterkopfschmerz unterscheidet man zwischen allgemeinen Therapieansätzen und weiterführenden Behandlungskonzepten einer Schmerzklinik. Im ersten Schritt, bzw. bei akuten Beschwerden, kann man allgemeine Ansätze probieren. Zeigen diese zu geringe Wirkung sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie,
z. B. durch Ergotamin oder Triptane. Die Problematik besteht hier darin, dass wegen der Kürze des Anfalls die Verabreichung schnell erfolgen muß. Von daher eignen sich hier subkutane (unter die Haut) Verabreichungen, welche mittels sog. „Autoinjektoren“ vom Patienten selbst injizierbar sind.

- Inhallation von reinem Sauerstoff
über eine Maske während des Anfalls: Dies ist über spezielle Geräte möglich welche auf Krankenkassenkosten für den Hausgebrauch verschrieben werden können.

- Prophylaktische, medikamentöse Therapie,
z. B. der Calcium-Antagonist Verapamil (z. B. Isoptin®) (eigentlich ein Mittel gegen Bluthochdruck, wirkt aber auch gegen Clusterkopfschmerzen).

- weitere physikalische Maßnahmen, wie z. B. T.E.N.S.

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von doctorhelp.de .

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie von Clusterkopfschmerzen erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h. daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig.

Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Durch die mehrfach tägliche, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik können z. T. beachtliche Heilerfolge erzielt werden.

● Analgetikatestung

Diese Maßnahme dient dazu die optimal wirksamen Medikation bzw. Prophylaxe gegen Cluster-Kopfschmerzattacken herauszufinden. ● Ergänzende Methoden

Im Gegensatz zu vielen anderen Kopfschmerzformen spielen beim Clusterkopfschmerz psychische Faktoren eher eine untergeordnete Rolle. Selbiges gilt für klassisch physikalische Ansätze, sodaß man auf eine relative kleine Anzahl von allgemeinen Maßnahmen zurückgreifen kann, wie z. B.: - Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Kopfschmerzen   Kopfschmerz Home

Verwandte Suchbegriffe zu Kopfschmerzen:
Cephalgie, chronische Kopfschmerzen, Kopfbeschwerden, primärer Kopfschmerz, sekundärer Kopfschmerz

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen Top6 Krankheiten

Schmerz-Themen zu Kopfschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Zahl der Präventions- und Rehabilitationsempfehlungen nimmt zu
(15.11.18) Die Zahl der Präventions- und Rehabilitationsempfehlungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Lag die Quote im Jahr 2013 noch bei 0,4 Prozent und im Berichtsjahr 2015 bei 1,1 Prozent, erfolgte für das Jahr 2017 eine nochmalige Steigerung auf 2,3 Prozent. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht. Die Empfehlungen stammen vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder von beauftragten Gutachtern der Pflegekasse.
Artikel lesen...

Welt-Diabetestag: aufklären, vorbeugen und informieren
(13.11.18) Weltweit leiden über 420 Millionen Menschen an Diabetes, so die Angaben der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO). Allein in Deutschland schätzt das Robert-Koch-Institut, dass 6,7 Millionen Menschen von einem diagnostizierten oder unerkannten Diabetes betroffen sind. Der Welt-Diabetestag am 14. November soll dabei helfen, über die Risiken aufzuklären sowie über Maßnahmen zum Vorbeugen zu informieren.
Artikel lesen...

Definitionshandbuch und Hinweise zur Leistungsplanung für PEPP-System 2019 verfügbar
(13.11.18) Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat das Definitionshandbuch PEPP-Version 2018/2019 veröffentlicht. Außerdem stehen die Hinweise zur Leistungsplanung und Budgetverhandlung für das PEPP-System 2019 bereit.
Artikel lesen...

Weiterführende Links