22. September 2018

doctorhelp - Home - Gesichtsschmerzen

Top6 Themen: Sluder Syndrom - Gesichtsschmerzen

Sluder Syndrom

Gesichtsschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Das Sluder-Syndrom gehört zu der Gruppe der primären Gesichtsschmerzen (eigenständiger Gesichtsschmerz, ohne erkennbare Ursache), und hier speziell zu den Clusterkopfschmerz-ähnlichen, (chronischen) Schmerzsyndromen.

Das Sluder-Syndrom wird häufig auch als Sluder-Neuralgie oder als Neuralgie des Ganglion pterygopalatinum bezeichnet. Das Ganglion pterygopalatinum ist eine Schaltstelle des autonomen (unwillkürlichen) Nervensystems und man vermutet, daß eine Entzündung dieser Schaltstelle die Ursache für das Sluder-Syndrom bildet. Die Ähnlichkeit zum Cluster-Kopfschmerz bzw. zum Zervikalsyndrom führen innerhalb der Medizin zu einer geteilten Meinung, ob das Sluder-Syndrom tatsächlich eine eigenständige Schmerzkrankheit ist.

Typisches Merkmal sind länger anhaltende Schmerzattacken im Bereich des Gesichts. Von den Schmerzanfällen betroffen sind die Augenhöhlen, die Nasenwurzel sowie der innere Augenwinkel. Schmerzausstrahlungen bis in den Oberkiefer, den Rachen oder das Ohr sind möglich, in einigen Fällen reichen die Schmerzen sogar bis in den Nacken-/ Schulterbereich. Während einer Attacke kommt es zudem zu einer verminderten Empfindung (Hypästhesie) im Mund-Rachen-Bereich, bei manchen Patienten liegt sogar eine halbseitige Gaumensegellähmung vor. Die Attacken dauern bis zu 20 Minuten (selten länger), und können sowohl tagsüber als auch nachts auftreten. Des Weiteren kommt es bei einem Anfall parallel zu einem sehr starken Niesreiz. Tränen- und Nasenfluß begleiten die Symptomatik oft (ähnlich wie beim Cluster-Kopfschmerz).

Zur Therapie eines Sluder-Syndroms können im ersten Schritt allgemeine Ansätze probiert werden. Zeigen diese Maßnahmen zu geringe Wirkung oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie: Normale Analgetika zeigen hier wenig Wirkung, im Gegensatz zu Antiepileptika (Carbamazepin, z. B. Tegretal®, oder Gabapentin bzw. Pregabalin) oder Triptanen (z. B. das Migränemittel Sumatriptan (Imigran®)).

- Medikamentöse Prophylaxe: Aufgrund der starken Ähnlichkeit zum Cluster-Kopfschmerz ist hier eine Prophylaxe möglich.

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Im Zusammenhang mit einem Sluder-Syndrom sind dies:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Eine Folge dieser Maßnahme ist eine Steigerung der Durchblutung durch Öffnung der Blutgefäße (Sympathikolyse), welche wiederum jeder Entzündung ursächlich (kausal) entgegenwirkt. Die gesteigerte Durchblutung kann auch den gestörten Nervenzellstoffwechsel bei einer Neuralgie normalisieren. Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es sehr vorteilhaft, diese Blockadetherapie täglich mehrfach durchführen, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- Spezielle Schmerzakupunktur





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Gesichtsschmerzen Krankheit   Gesichtsschmerz Home

Verwandte Suchbegriffe zu Gesichtsschmerzen:
Atypischer Gesichtsschmerz, Trigeminusneuralgie, Gesichtsbeschwerden, chronische Gesichtsschmerzen

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Gesichtsschmerzen

Gesichtsschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten von Gesichtsschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

InEK veröffentlicht Hintergründe zu den Investitionsbewertungsrelationen 2018
(21.09.18) Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat seinen Bericht zur Entwicklung der Investitionsbewertungsrelationen 2018 veröffentlicht. Damit informiert das Institut über seine Vorgehensweise bei der Kalkulation der Bewertungsrelationen und die Investitionskosten der einzelnen Fallpauschalen.
Artikel lesen...

Spahn legt Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung vor
(20.09.18) Die Bundesregierung will die Arbeitsbedingungen von Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Podologen verbessern. Zudem soll die Versorgung der Patienten mit Heilmitteln gestärkt werden. Das geht aus dem Eckpunktepapier "Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung" hervor, welches Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt veröffentlicht hat.
Artikel lesen...

Arzneiverordnung-Report 2018: Hochpreistrend bei Arzneimitteln verschärft sich
(20.09.18) Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) inklusive der Zuzahlung der Versicherten lagen 2017 bei 39,9 Milliarden Euro, ein deutliches Plus von 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Hauptursache dieses Anstiegs sind die patentgeschützten Arzneimittel, auf die im vergangenen Jahr 18,5 Milliarden Euro des GKV-Arzneimittelmarktes entfielen. Damit hat sich ihr Umsatzanteil in den letzten 20 Jahren von 33 Prozent auf 45 Prozent erhöht", sagt Prof. em. Dr. med. Ulrich Schwabe, Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports 2018.
Artikel lesen...

Weiterführende Links