Das Sluder-Syndrom wird häufig auch als Sluder-Neuralgie oder als Neuralgie des Ganglion pterygopalatinum bezeichnet. Das Ganglion pterygopalatinum ist eine Schaltstelle des autonomen (unwillkürlichen) Nervensystems und man vermutet, daß eine Entzündung dieser Schaltstelle die Ursache für das Sluder-Syndrom bildet. Die Ähnlichkeit zum Cluster-Kopfschmerz bzw. zum Zervikalsyndrom führen innerhalb der Medizin zu einer geteilten Meinung, ob das Sluder-Syndrom tatsächlich eine eigenständige Schmerzkrankheit ist.
Typisches Merkmal sind länger anhaltende Schmerzattacken im Bereich des Gesichts. Von den Schmerzanfällen betroffen sind die Augenhöhlen, die Nasenwurzel sowie der innere Augenwinkel. Schmerzausstrahlungen bis in den Oberkiefer, den Rachen oder das Ohr sind möglich, in einigen Fällen reichen die Schmerzen sogar bis in den Nacken-/ Schulterbereich. Während einer Attacke kommt es zudem zu einer verminderten Empfindung (Hypästhesie) im Mund-Rachen-Bereich, bei manchen Patienten liegt sogar eine halbseitige Gaumensegellähmung vor. Die Attacken dauern bis zu 20 Minuten (selten länger), und können sowohl tagsüber als auch nachts auftreten. Des Weiteren kommt es bei einem Anfall parallel zu einem sehr starken Niesreiz. Tränen- und Nasenfluß begleiten die Symptomatik oft (ähnlich wie beim Cluster-Kopfschmerz).
Zur Therapie eines Sluder-Syndroms können im ersten Schritt allgemeine Ansätze probiert werden. Zeigen diese Maßnahmen zu geringe Wirkung oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.
1. Allgemeine Therapieansätze:
- Medikamentöse Schmerztherapie: Normale Analgetika zeigen hier wenig Wirkung, im Gegensatz zu Antiepileptika (Carbamazepin, z. B. Tegretal®, oder Gabapentin bzw. Pregabalin) oder Triptanen (z. B. das Migränemittel Sumatriptan (Imigran®)).
- Medikamentöse Prophylaxe: Aufgrund der starken Ähnlichkeit zum Cluster-Kopfschmerz ist hier eine Prophylaxe möglich.
- Akupunktur
Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.
2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik
In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Im Zusammenhang mit einem Sluder-Syndrom sind dies:
● Therapeutische Lokalanästhesie
Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Eine Folge dieser Maßnahme ist eine Steigerung der Durchblutung durch Öffnung der Blutgefäße (Sympathikolyse), welche wiederum jeder Entzündung ursächlich (kausal) entgegenwirkt. Die gesteigerte Durchblutung kann auch den gestörten Nervenzellstoffwechsel bei einer Neuralgie normalisieren. Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es sehr vorteilhaft, diese Blockadetherapie täglich mehrfach durchführen, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.
● Analgetikatestung
● Ergänzende Methoden
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- Spezielle Schmerzakupunktur
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.
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