15. September 2019

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Glossopharyngeusneuralgie

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Die Glossopharyngeusneuralgie gehört zu Gruppe der primären Gesichtsschmerzen (eigenständiger Gesichtsschmerz, ohne erkennbare Ursache), und wird des Öfteren mit der Trigeminusneuralgie verwechselt.

Typisches Merkmal der Glossopharyngeusneuralgie sind heftige, anfallsartige (paroxysmale) und streng einseitige Schmerzattacken. Diese tauchen v. a. im Bereich des weichen Gaumens, des Rachens und des Zungengrundes auf. Manchmal existieren Schmerzausstrahlung bis in die Zähne oder bis zum Ohr, in manchen Fällen sogar bis zu dem Knochen dahinter (das sog. Mastoid), was zu einer Verwechslung mit der Intermediusneuralgie (Genikulatumneuralgie) führen kann.

Auch für diese Neuralgie gibt es einige auslösende Faktoren (Triggermechanismen), z. B. Gähnen, Kauen, ausgedehnte Zungen- oder abnorme Mundbewegungen. Wie bei der Trigeminusneuralgie gibt es auch bei der Glossopharyngeusneuralgie schmerzfreie Intervalle. In sehr seltenen Fällen können Anfälle zu kurzer Bewusstlosigkeit führen (Synkopen), oder sogar Herzstillstände auslösen.

Zur Diagnose einer Glossopharyngeusneuralgie sollte man sich an einen erfahrenen Schmerzspezialisten wenden. Wird durch Druck mit einem Spatel auf die Mandelregion (Tonsillenregion) eine typische Schmerzattacke ausgelöst, ist die Diagnose eindeutig.

Zur Therapie der Glossopharyngeusneuralgie sollten im ersten Schritt allgemeine Ansätze probiert werden. Zeigen diese Maßnahmen zu geringe Wirkung oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sind weiterführende Methoden einer erfahrenen Schmerzklinik gefragt.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie: Als Mittel der ersten Wahl gelten hier sog. Antiepileptika, so z. B. Carbamazepin, einschleichend bis 1500mg/d, oder Gabapentin bzw. Pregabalin. Übliche Analgetika (Schmerzmittel) helfen dagegen kaum.

- Oberflächenanästhesie: Bei nicht zu häufigen Attacken ist eine Oberflächenbetäubung im hinteren Rachenbereich mit 2%igem Xylocain® in Sprayform möglich. Für Details wenden Sie sich bitte an einen Schmerztherapeuten oder an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

- Akupunktur

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischer Schmerzen und damit die Behandlung einer Glossopharyngeusneuralgie, erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer Schmerzklinik ist es möglich, täglich mehrfach, über mehrere Wochen verteilt, diese Methode durchzuführen, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen ambulant nur alle paar Tage durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus. Bei Gesichtsschmerzen sind auch Blockaden, die sich auf das Stressnervensystem beziehen (Sympathikusblockaden), ein wichtiger Therapiebaustein. Sie können im Rachenraum oder am Hals durchgeführt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen

- Spezielle Schmerzakupunktur
Wenn chronische Schmerzen im Zusammenhang mit einer Glossopharyngeusneuralgie längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Gesichtsschmerzen:
Atypischer Gesichtsschmerz, Trigeminusneuralgie, Gesichtsbeschwerden, chronische Gesichtsschmerzen

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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