29. März 2017

doctorhelp - Home - Gesichtsschmerzen

Top6 Themen: Eagle-Syndrom - Gesichtsschmerzen

Eagle-Syndrom

Gesichtsschmerzen Themen und Krankheit doctorhelp.de
Das Eagle-Syndrom, auch Eagle Barett Syndrom, Processus-styloideus-Syndrom, Eagle’s Syndrome oder Hyoid Syndrome genannt, bezeichnet Gesichtsschmerzen, welche durch eine mechanische Reizung der Nerven zwischen dem Zungenbein (Hyoid) und dem Griffelfortsatz (Processus styloideus) hervorgerufen werden.

Durch die häufig zunächst allgemeinen Symptome wird das Eagle-Syndrom oftmals mit einer chronischen Entzündung der Weisheitszähne oder einer chronischen Entzündung der Gaumenmandeln verwechselt.


Ursachen

Das Eagle-Syndrom wird durch eine mechanische Reizung der Nerven im Bereich zwischen dem Processus styloideus (Griffelfortsatz) und dem Hyoid (Zungenbein) verursacht und geht häufig mit einer Entzündung, meist Knochenhautentzündung) einher.

Die Reizung kann durch folgende Faktoren erfolgen:

- ein zu langer Zungenbeinknochen

- ein verlängerter Processus styloideus(Knochenfortsatz hinter dem Ohr), der durch permanente Reizung das Eagle Barett Syndrom hervorruft

- eine Insertionstendopathie

- verkalkte Bänder bzw. Gewebeverhärtungen
zwischen dem Hyoid und dem Processus styloideus

Allerdings kann nur eine fachärztliche Untersuchung genaue Auskunft darüber geben, welche Ursache im Einzelnen das Eagle-Syndrom hat.


Symptome

Typische Symptome des Eagle-Syndroms sind:

- länger anhaltende drückende und bohrende halbseitige Gesichtsschmerzen, welche häufig mit seitengleichen Kopfschmerzen einhergehen

- einseitige Schmerzen im Rachen- und Schlundbereich

- Schluck- und Geschmacksstörungen

- Dysphagie (Schluckstörungen mit Druckgefühl oder Schmerzen im Brust- und Oberbauchbereich)

- „Globusgefühl“ (Gefühl eines Fremdkörpers im Schlundbereich)

- geschwollene Lymphknoten im des Kinns, Kiefers oder des Halses

- leichte Schwellung am Hals oberhalb des Zungenbeins

- einseitiges Knacken im Hals beim Schlucken


Weitere allgemeine Symptome mit denen das Eagle-Syndrom manchmal beginnt sind:

- Kieferschmerzen
- Ohrenschmerzen
- Gelenkschmerzen
- leichte rheumatische Beschwerden


Diagnostik

Die Symptome des Eagle-Syndroms verschieben sich manchmal über Monate und schwächen sich manchmal etwas ab. Leider es das Krankheitsbild aber sehr hartnäckig und wirkliche Beschwerdefreiheit gibt es selten. Außerdem neigt das Eagle-Syndrom zur Chronifizierung und endet häufig in chronischen Dauerschmerzen. Die Diagnose stellt meist ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Bei anhaltenden Schmerzen sollte allerdings ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“ aufgesucht werden. Untersuchungen, welche zu Diagnose des Eagle-Syndroms geeignet sind, sind:

- Abtastung (Palpation) der Tonsillenloge (Mandelbereich)
- Röntgenaufnahmen
- Computertomographie


Therapie

Bei der Therapie des Eagle-Syndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

c) Operative Maßnahmen, z.B. die operative Entfernung der Spitze des Processus styloideus

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte,..

2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik (Schmerz-Klinik)

<?  Weiterführende Therapie & Behandlungskonzepte bei Eagle-Syndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Gesichtsschmerzen Krankheit   Gesichtsschmerz Home

Verwandte Suchbegriffe zu Gesichtsschmerzen:
Atypischer Gesichtsschmerz, Trigeminusneuralgie, Gesichtsbeschwerden, chronische Gesichtsschmerzen

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Gesichtsschmerzen

Gesichtsschmerzen Top6 Krankheiten

Krankheiten von Gesichtsschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Extremkostenbericht: Weiter sinkende Belastung durch Kostenausreißer
(27.03.17) Die Fallpauschalen bilden das Leistungsgeschehen an deutschen Kliniken immer besser ab. Die finanzielle Belastung der Krankenhäuser durch sogenannte Kostenausreißer ging 2015 erneut zurück, die daraus folgende Unterdeckung sank auf 0,5 Millionen Euro. Das geht aus dem dritten Extremkostenbericht des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (INeK) hervor.
Artikel lesen...

Reha bei Pflegebedürftigkeit: Schnittstellenprobleme angehen!
(24.03.17) Läuft der Grundsatz "Reha vor Pflege" ins Leere, weil die Anreize dafür fehlen? Auf einer Podiumsdiskussion beim Deutschen Pflegetag 2017 in Berlin gehen Experten und Politiker dieser Frage nach. Als Gründungspartner der dreitägigen Veranstaltung ist der AOK-Bundesverband auch bei der vierten Auflage des Kongresses mit einer eigenen Programmstrecke beteiligt.
Artikel lesen...

Hamburg und Sachsen-Anhalt vereinbaren Preise für Klinikleistungen
(21.03.17) Krankenhäuser und Krankenkassen in Hamburg und Sachsen-Anhalt haben sich auf die Landesbasisfallwerte für 2017 geeinigt. Demnach liegt der landesweite Preis für Klinikleistungen in Hamburg bei 3.350,00 Euro. Das sind 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In Sachsen-Anhalt steigt der diesjährige Landesbasisfallwert um zwei Prozent auf 3.344,75 Euro. Damit können die dort igen Krankenhäuser mit einem Erlösvolumen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro rechnen. Die Erlöse der Kliniken in Hamburg klettern ebenfalls auf 2,1 Milliarden Euro.
Artikel lesen...

Weiterführende Links



Anzeige