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Atypischer Gesichtsschme

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Als Atypische Gesichtsschmerzen bezeichnet man Schmerzen im Bereich des Gesichts, die im Gesicht und damit im Bereich des Trigeminus-Nerven auftreten, allerdings nicht streng anfallsartig (paroxysmal).

Der atypische Gesichtsschmerz gehört zur Gruppe der primären Gesichtsschmerzen (primär ohne erkennbare Ursache).

Typisches Merkmal ist ein Dauerschmerz bzw. länger anhaltende Schmerzsensationen, die sich aber auch anfallsartig verstärken können. Oft sind beide Gesichtshälften betroffen. Der Schmerz wird nicht einheitlich beschrieben, die Bezeichnungen lauten von brennend bis dumpf oder drückend. Konkrete Auslösemechanismen sind bei atypischen Gesichtsschmerzen unbekannt. Des Weiteren gehen atypische Gesichtsschmerzen nicht selten mit psychischen Überlagerungen einher, z. B. in Form von depressiven Verstimmungen, neurotische Verhaltensstörungen oder psychovegetative Labilität. Atypische Gesichtsschmerzen werden sehr häufig mit der Trigeminusneuralgie verwechselt. Wenn vorwiegend die Kieferregion betroffen ist, kann es zudem zu einer Verwechslung mit dem Costen-Syndrom kommen.

Die tatsächliche Ursache von primären Gesichtsschmerzen ist unbekannt. Oft beginnen die Beschwerden nach einer Zahnbehandlung oder einem anderen kleinen Eingriff im Gesichtsbereich.

Zur Therapie von atypischen Gesichtsschmerzen können im ersten Schritt allgemeine Ansätze probiert werden. Zeigen diese Maßnahmen zu geringe Wirkung oder möchte man auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, sollte man sich an eine erfahrene Schmerzklinik wenden.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- Medikamentöse Schmerztherapie

- physikalische Maßnahmen, wie Wärme, Kälte, …

- Akupunktur

- Operative Verfahren: operative Maßnahmen sollten sehr gut abgewogen werden. Oft drängen die Patienten darauf, daß am Schmerzort etwas entzündet sei. Dann werden Eingriffe „probiert“ (wie Zahnextraktionen oder Nasennebenhöhleneingriffe), die regelmäßig zu mehr Schmerzen führen.

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von doctorhelp.de.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischen Schmerzen, und damit die Behandlung von atypischen Gesichtschmerzen, erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer Schmerzklinik ist es nun möglich, täglich mehrfach, über mehrere Wochen verteilte Anwendung dieser Methodik durchführen zu können, was z. T. beachtliche Heilerfolge ermöglicht. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus. Beim atypischen Gesichtsschmerz wird die therapeutische Lokalanästhesie anfangs auch diagnostisch eingesetzt, da ein Teil der Gesichtsschmerzen blockierbar sind, andere hingegen nicht. Bei Gesichtsschmerzen sind auch Blockaden, die sich auf das Stressnervensystem beziehen (Sympathikusblockaden), ein wichtiger Therapiebaustein. Sie können im Rachenraum oder am Hals durchgeführt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Biofeedback (Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson
- Schmerzbewältigungstraining
- Spezielle Schmerzakupunktur
- psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen

Wenn atypische Gesichtschmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologisch/psychotherapeutische Interventionen erfolgen.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


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Verwandte Suchbegriffe zu Gesichtsschmerzen:
Atypischer Gesichtsschmerz, Trigeminusneuralgie, Gesichtsbeschwerden, chronische Gesichtsschmerzen

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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