Therapie - Behandlung
Es existieren zwei Möglichkeiten Gesichtschmerzen zu therapieren:
I. Allgemeine Behandlung
II. Weiterführende Therapiekonzepte einer Schmerzklinik
Die Therapie bei Gesichtsschmerzen kann, je nach Gesichtsschmerz-Art und der möglichen Ursache, zum Teil sehr unterschiedlich sein. Allgemeine Therapien zielen dabei generell entweder auf die Linderung der Schmerzsituation (speziell bei primären Gesichtsschmerzen) oder sind kausal ausgerichtet, also gegen die schmerzerzeugende Ursache (Ansatz bei sekundären Gesichtsschmerzen).
Zeigen die allgemeinen Möglichkeiten nicht die gewünschte Wirkung, oder möchte der Patient keine Medikamente auf Dauer nehmen, oder empfindet evtl. mit den Medikamenten einhergehende Nebenwirkungen als störend, sind weiterführende, multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt.
I. Allgemeine Behandlung
Man unterscheidet hier generell zwei unterschiedliche Ansätze:
1. Therapie primärer Gesichtsschmerzen
2. Behandlung von sekundären Gesichtsschmerzen
Je nach Art der Gesichtsbeschwerden bzw. je nach Krankheit welche die Gesichtsschmerzen auslöst, muß eine individuelle Therapie erfolgen. Mögliche, allgemeine Therapien der einzelnen Geschichtsschmerzformen sind:
1. Therapie primärer Gesichtsschmerzen
a) Idiopathische Trigeminusneuralgie:
● Medikamentöse Schmerztherapie bei Trigeminusneuralgie: Als Mittel der (ökonomischen) Wahl gilt immer noch Carbamazepin (z. B. Tegretal®, Timonil®). Die Dosierung sollte langsam einschleichend erfolgen (600 bis 1500 mg) und darf nicht abrupt abgesetzt werden, sondern langsam ausschleichend über min. 10 Tage. Zu schnelle Dosisreduktion oder abruptes Absetzen führen meist zu extremen Schmerzattacken. Bei mangelnder Wirkung von Carbamazepin können 300-400 mg Phenytoin (z. B. Zentropil®), Lamotrigin (Lamictal®) oder 3-8 mg Clonazepam (z. B. Rivotril®) verabreicht werden.
Gute bis sehr gute Resultate sind auch mit Gabapentin (z. B. Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) zu erzielen, allerdings sind diese Medikamente wesentlich teurer als Carbamazepin.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva, kann auch das zentral wirksame Muskelrelaxans (im Gehirn / Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung) Baclofen (z. B. Lioresal®) versucht werden. Die Dosierung erfolgt auch hier einschleichend,
Seitennavigation: | 1
| 2
| 3
| 4
| 5
| 6
| 7
| 8
| 9
| 10
| 11
weiter

