15. August 2018

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Rheuma

Rheuma Gelenkschmerzen Themen und Krankheit
Das Wort Rheuma ist ein im Volksmund verwendeter Sammelbegriff für zahlreiche Beschwerden die Knochen und Gelenke betreffend.

Innerhalb der Medizin sind allerdings „rheumatische Erkrankungen“ klar als entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates definiert. Der sog. „rheumatische Formenkreis“ umfasst heute mehr als 400 Krankheiten, und stellt auch für Mediziner ein sehr komplexes, teilweise nicht mehr überschaubares Spezialgebiet dar.

In den meisten Fällen ist mit „Rheuma“ allerdings die rheumatoide Arthritis gemeint, weshalb sich dieser Artikel speziell auf diese Erkrankung fokussiert.

Die rheumatoide Arthritis, auch bekannt als Rheumatoidarthritis, primär chronische Polyarthritis (PcP) oder Polyarthritis rheumatica, ist eine chronisch-entzündliche, meistens in Schüben (sog. Rheumaschübe) verlaufende Erkrankung. Betroffen sind Stütz-, Binde und Muskelgewebe, vor allem dabei auch die Gelenkinnenhäute und gelenknahe Strukturen, wie z. B. die Schleimbeutel. Die Ursache ist bis heute noch nicht vollständig bekannt. Tatsache ist lediglich dass eine Reihe verschiedener Faktoren diese Autoimmunreaktion (Reaktion der Körperabwehr gegen den Körper) hervorrufen können.

Typische, allgemeine Symptome der rheumatoiden Arthritis sind Gelenkscherzen, Abgeschlagenheit, mangelnder Appetit, Untergewicht oder temporär erhöhte Temperatur. Daneben gibt es eine Reihe spezifischer Symptome, wie Morgensteifigkeit, Schwellungen der Gelenke (speziell an den Händen) oder sog. „Rheumaknötchen“ (meistens an der Streckseite der betroffenen Gelenke). Im späteren Verlauf der Erkrankung kann es dann, v. a. wenn eine entsprechende medikamentöse Therapie zu spät oder gar nicht begonnen wurde, zu typischen Verformungen bzw. Fehlstellungen der Gelenke (Deformationen), v. a. aber zu deren Zerstörung (Destruktion) kommen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch die inneren Organe oder die Augen betreffen.

Zur Diagnostik einer rheumatoiden Arthritis können u.a. meistens sog. Rheumafatoren, sprich spezielle Antikörper, im Blut nachgewiesen werden. Des weiteren sind diverse bildgebende Röntgenverfahren sowie die Schmerzanamnese (Erhebung der scherzspezifischen Krankheitsvorgeschichte) von Bedeutung.


Therapie

Für die Therapie einer rheumatoiden Arthritis stehen heute zahlreiche Möglichkeiten zur Symptomlinderung zur Verfügung, v. a. im medikamentösen Bereich. Eine kausale (nach der Ursache gerichtete) Therapie gibt es (noch) nicht. OP-Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang dabei stets als absolute Notlösung anzusehen. Eine besondere Rolle spielt bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis die Therapie der parallel bestehenden Schmerzen. In Fällen von starken, chronischen Schmerzen sollten frühzeitig, parallel zu bestehenden Grundtherapien (die durch einen Rheumatologen eingestellt werden und vorwiegend zur Verhinderung von Gelenk- und Organzerstörung ausgerichtet sind), weiterführende Möglichkeiten von Schmerzkliniken genutzt werden.


1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Therapien & Schmerztherapien:: Als wichtiger Ansatz gelten sog. steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), wie z. B. Diclofenac, Ibuprofen oder Indometacin. Diese Stoffe hemmen die Freisetzung von körpereigenen Entzündungsbotenstoffen und mindern so die Schmerzen. Als Steigerung gibt es sog. Basistherapeutika. Die Wirkung tritt aber leider erst nach div. Monaten ein. Aufgrund der möglichen Nebenwirkung sind laufende Blutkontrollen nötig. Des weiteren ist eine Therapie mit Kortisonpräparaten möglich, sollte aber in der Regel, ebenfalls wegen möglicher Nebenwirkungen, auf akute Rheumaschübe begrenzt werden. Ein weiteres Mittel ist Adalimumab, z. B. Humira®.

b) Physikalische Maßnahmen: Wärme, Kälte, T.E.N.S., vorsichtige krankengymnastische Mobilisation, Elektrotherapie, Ergotherapie, Bewegungsbäder…

c) In sehr schweren Krankheitsfällen ist auch eine sog. intraartikuläre Injektion (in das Gelenk hinein) von Kortisonpräparaten oder auch radioaktiven Substanzen möglich.

d) Operative Maßnahmen:

- Synovektomie (operative Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut)

- Korrekturoperationen (Wiederherstellen der zerstörten Gelenkgeometrie)

- Gelenkersatz bzw. Gelenkversteifung

e) Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Schmerztherapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die unten aufgeführte, therapeutische Lokalanästhesie besitzt sehr starke, durchblutungsfördernde Eigenschaften, was gerade im Zusammenhang mit der Behandlung einer rheumatoiden Arthritis zu z. T. erstaunlichen und anhaltenden Resultaten führen kann. Die optimale Therapie erfordert dabei die ergänzende Kombination mit anderen Verfahren. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h., daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie/ kontinuierliche Blockade mit Katheter*

Die therapeutische Lokalanästhesie ist eine sehr wirksame, stark durchblutungsfördernde Methode.

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv (Nervenblockade) oder an schmerzleitende Nervenstrukturen (z. B. Rückenmark) gespritzt. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, über mehrere Wochen diese Therapie täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

Als nächst höhere Therapiestufe können kontinuierliche Blockaden mit Hilfe eines eingepflanzten, dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) durchgeführt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hochtontherapie
- Spezielle heilgymnastische Therapie, zur gezielten Förderung der Gelenkfunktionen
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson. Zudem ist gerade bei (chronischen) Schmerzen meistens auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
- Spezielle Schmerz-Akupunktur

Wenn chronische Schmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Gelenkschmerzen:
schmerzende Gelenke, Schmerzgelenk, Schmerzen im Gelenk, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Polyarthritis, PCP, primär chronische Polyarthritis, Gelenkentzündung

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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