19. September 2019

Top6 Themen: Periarthritis humeroscapularis - Gelenkschmerzen

Periarthritis humeroscapularis

Periarthritis humeroscapularis Gelenkschmerzen Themen und Krankheit
Bei der Periarthritis humeroscapularis (PHS), auch Duplay-Schultersteife oder Subakromialsyndrom genannt, handelt es sich vereinfacht gesagt, um entzündliche Vorgänge um das Schultergelenk herum. Somit ist die Periarthritis humeroscapularis ein Sammelbegriff für schmerzhafte Störungen in unmittelbarer Umgebung des Schultergelenks.

Es handelt sich bei der Periarthritis humeroscapularis um eine relativ häufige Erkrankung, die zumeist im mittleren und höheren Erwachsenenalter auftritt und der oftmals heftige Zerrungen des Armes oder umschriebene Schulterverletzungen voraus gehen.


Ursachen: Periarthritis humeroscapularis | Duplay-Schultersteife

Würde man rein nach dem Begriff „Periarthritis“ gehen, so müssten die Störungen eigentlich rein entzündlicher Natur sein. Im Allgemeinen hat es sich aber eingebürgert, dass auch degenerative Erkrankungen zur Periarthritis humeroscapularis zählen. Es besteht bei der Periarthritis humeroscapularis also eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks, welche durch entzündliche, aber auch degenerative Prozesse, an örtlichen Sehnen, Sehnenansätzen, Muskelübergängen, Schleimbeuteln, Knorpel und Knochen verursacht wird. Besonders häufig ist hiervon die sog. Rotatorenmanschette (Muskelmanschette des Schultergelenks) betroffen.


Formen: Periarthritis humeroscapularis | Duplay-Schultersteife

Erkrankungen in deren Rahmen häufig eine Periarthritis humeroscapularis auftritt, sind:

- Impingement-Syndrom
Bei diesem Engpass-Syndrom, bei dem die Sehnen des Schultergelenks zu wenig Platz haben, reiben die Sehnen aneinander und am Knochen, welche sich dann entzünden und teilweise auch den Schleimbeutel mit einbeziehen. Die fast immer zusätzlich auftretende Durchblutungsstörung begünstigt die Entzündung noch. Typische Symptome sind Schulterschmerzen, die vor allem nachts und bei Anheben des Armes auftreten.

- Schultersteife
Wiederholte Reizungen und Entzündungen des Schleimbeutels des Schultergelenks, sowie der Ansätze der Muskeln der Rotatorenmanschette, führen zu einer Vermehrung und Verklebung des Gleitgewebes zwischen Gelenkkopf des Oberarms und dem Schulterdach. Es kommt zu einer unspezifischen und schmerzhaften Entzündung der Schultergelenkkapsel bzw. Gelenkinnenhaut (Synovialitis), durch welche die Gelenkkapsel allmählich schrumpft und es zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung kommt. Häufig kommt es auch zu einer Sehnenscheidenentzündung des Musculus biceps brachii.

- Suprasinatus-Sehnen-Syndrom
Diese Erkrankung wird durch eine Überlastung der Sehne des Musculus supraspinatus verursacht. Die Sehne schwillt hierbei an, wodurch die Beweglichkeit eingeschränkt wird und Schmerzen entstehen. Besonders das Heben des Armes und die Drehung sind schmerzhaft eingeschränkt.


Therapie: Periarthritis humeroscapularis | Duplay-Schultersteife

Bei der Therapie der Periarthritis humeroscapularis kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

Details:

1. Allgemeine Therapien

a) (Medikamentöse) Behandlung mit Kortikosteroiden

b) Medikamentöse Schmerztherapie:

Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

c) Akupunktur

d) Physikalische Therapie
- z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..





2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Periarthritis humeroscapularis



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Gelenkschmerzen Krankheit   Gelenkschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Gelenkschmerzen:
schmerzende Gelenke, Schmerzgelenk, Schmerzen im Gelenk, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Polyarthritis, PCP, primär chronische Polyarthritis, Gelenkentzündung

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen Top6 Krankheiten

Weitere Themen zu Gelenkschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Burnout: "Oft versteckt sich dahinter eine Depression"
(20.09.19) Psychische Erkrankungen werden heute weniger stigmatisiert, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Professor Ulrich Hegerl. Dennoch betrachtet der Psychiater an der Goethe-Universität Frankfurt die Zunahme der Burnout-Diagnosen mit Skepsis. Laut Fehlzeiten-Report 2019 der Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) wegen eines "Burnouts" in den vergangenen neun Jahren dramatisch erhöht.
Artikel lesen...

Homeoffice: Zufriedenheit steigt, psychische Belastung auch
(17.09.19) Laut einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Fehlzeiten-Report 2019 hat Homeoffice viele Vorteile für die Beschäftigten. So können sie ihre Arbeit selbstständiger planen und konzentrierter arbeiten. Gleichzeitig steigt bei diesen Beschäftigten aber die psychische Belastung. Beispielsweise fühlten sich 73,4 Prozent der Befragten mit Homeoffice in den letzten vier Wochen erschöpft, bei Beschäftigten, die ausschließlich im Büro arbeiteten, waren es nur 66 Prozent.
Artikel lesen...

Innovationsfonds: Liste neuer Förderprojekte veröffentlicht
(16.09.19) Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine Liste der neuen Projekte im Bereich der Versorgungsforschung veröffentlicht, die künftig durch den Innovationsfonds gefördert werden. Die Auswahl geht auf die Ausschreibung im Herbst 2018 zurück.
Artikel lesen...

Weiterführende Links