20. Januar 2018

Top6 Themen: Engpasssyndrom - Gelenkschmerzen

Engpasssyndrom

Engpasssyndrom Gelenkschmerzen Themen und Krankheit
Die peripheren Nerven im Bereich der Extremitäten verlaufen häufig an anatomischen Engstellen. Kommt es an diesen Stellen zu einem erhöhten Gewebsdruck, so kann ein Engpasssyndrom entstehen.

Weitere Namen und Schreibweisen für das Engpasssyndrom sind: Engpass-Syndrom, Kompressionssyndrom, Nervenkompressionssyndrom oder Nervenengpasssyndrom. Anfänglich kommt es beim Engpasssyndrom zu Gefühlsstörungen, wie Kribbeln oder Taubhautgefühlen, zu denen später noch Schmerzen und auch Lähmungen kommen können.


Formen:

Abhängig von der Lokalisation des Engpasssyndroms unterscheidet man verschiedene Formen. Engpasssyndrome die im Bereich der Arme auftreten sind:

- Karpaltunnelsyndrom
Gekennzeichnet ist das Karpeltunnelsyndrom durch ein Kribbel, sowie Taubheit in der Hand. Außerdem kommt es zu nächtlichen Ruheschmerzen und einem Einschlafen des 1.-3. Fingers. Häufig lassen sich die Symptome durch Reiben und Schütteln der Hände verringern. Später können die Schmerzen in den Arm und die Schulter ausstrahlen und es kann zu einer Kraftlosigkeit der Fingermuskeln, sowie Durchblutungsstörungen der Hand kommen.

-Kubitaltunnelsyndrom

- Ulnartunnelsyndrom
Hier wird der Nervus ulnaris im Bereich der Handwurzeln eingeengt, was zu einer Pelzigkeit des 4. + 5. Fingers führt.

- Pronator-teres-Syndrom
Beim Pronator-teres-Syndrom wird der Nervus medianus beim Durchtritt durch den Muskulus pronator teres am Unterarm geschädigt.

- Supinatorlogen-Syndrom
Dem Supinatorlogen-Syndrom liegt eine Kompression des Nervus radialis (Ramus profundus) durch den Muskulus supinator zugrunde.

Cheiralgia paraesthetica
Zu dieser Erkrankung kommt es meist durch mechanische Irritationen des Nervs, z.B. durch eine zu enge Armbanduhr. Die Schmerzen treten hauptsächlich an der äußeren Daumenseite und am daumenseitigen Handrücken auf.


Engpasssyndrome die in Schulterbereich auftreten sind:

- Impingementsyndrom
Bereits wenig belastende Faktoren führen, durch die Enge unterhalb der Schulterhöhle, rasch dazu, dass Sehnen aneinander oder an Knochen reiben und zu Entzündungen führen. Häufig ist auch der Schleimbeutel mit betroffen.

- Kostoklavikularsyndrom

Zu dieser Erkrankung kommt es durch eine Nerveneinengung zwischen dem Schlüsselbein und der ersten Rippe.

- Thoracic-outlet-Syndrom
Beim Thoracic-outlet-Syndrom kann der Plexus brachialis und/oder die A. subclavia komprimiert sein.

- Skalenussyndrom



Im Bereich der Beine treten folgende Engpasssyndrome auf:

- Tarsaltunnelsyndrom
Es gibt ein vorderes und ein hinteres Tarsaltunnelsyndrom. Beim vorderen Tarsaltunnelsyndrom wird der Nervus peroneus profundus und beim hinteren Tarsaltunnelsyndrom wird der Nervus tibialis posterior eingeklemmt.

- Tibialis-anterior-Syndrom
Das Tibialis-anterior-Syndrom wird durch eine Kompression des N. tibialis anterior in der Tibialisloge verursacht und geht mit Unterschenkelschmerzen an der Schienbeinvorderseite einher.

- Meralgia paraesthetica
Verursacht wird dieses Engpasssyndrom durch eine Einengung des Nervus cutaneus femoris lateralis zwischen dem Leistenband und er Spina iliaca anterior superior.

- Fibulaköpfchensyndrom
Typische Symptome sind eine Fußheberlähmung und unangenehme Pelzigkeit am Vorfuß.

- Morton Metatarsalgie
Verursacht wird diese Erkrankung durch eine mechanische Nervenreizung, hauptsächlich bei einem Senk- oder Speizfuß. Dabei sind die Plantarnerven, durch eine Fibrose der beteiligten Blutgefäße, spindelförmig aufgetrieben.

- Engpasssyndrom des N. tibialis an der Fußinnenseite
Das Engpasssyndrom des N. tibialis an der Fußinnenseite geht häufig mit einer Pelzigkeit und Schmerzen an der Fußsohle einher.


Ursachen:

- Prellungen
- Verrenkungen
- Sehnenscheidenentzündung
- Ödeme
- Knöcherne Veränderungen nach Knochenbrüchen
- Chronische Entzündungen
- Chronische Überlastung
- Störungen durch Ganglien (Überbeine) und Tumore

Außerdem gibt es noch bestimmte Risikofaktoren, die das Entstehen eines Engpasssyndroms begünstigen können, indem sie Druckempfindlichkeit des Nervs erhöhen:

- Diabetes mellitus
- hormonelle Veränderungen (Schilddrüsenüberfunktion, Schwangerschaft)

- Ablagerung von Eiweißprodukten (Amyloidose)


Diagnostik

Bei der Diagnostik eines Engpasssyndroms können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

- Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) bzw. Elektroneurographie (ENG)
- Elektromyographie (EMG)
- Röntgenaufnahmen
- Diagnostische Nervenblockaden


Therapie

Bei der Therapie eines Engpasssyndroms kommen im ersten Schritt allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Zeigen diese zu wenig Wirkung, oder werden die Beschwerden chronisch (Schmerzen länger als 3-6 Monate) sind Konzepte der „speziellen Schmerztherapie“ bzw. weiterführende multimodale Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik gefragt. Dabei gilt generell: „Je früher, desto besser“.

1. Allgemeine Therapien

a) Medikamentöse Schmerztherapie:
Bei akuten (plötzlich einsetzenden, heftigen) und subakuten (eher schleichend verlaufenden) Schmerzen können zunächst bzw. vorwiegend peripher wirkende Schmerzmittel (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden. Insbesondere sind hier sog. nicht steroidale Antirheumatika (= „Rheumamittel“) zu erwähnen, aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende, zum Beispiel Mobec®. Sehr magenschonend und zudem auch entzündungshemmend sind sog. COX-2 Inhibitoren ((z. B. Parecoxib (Dynastat®) o. Etoricoxib (Arcoxia®)). Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) wie Baclofen (z. B. Lioresal®) können als Ergänzung ebenfalls hilfreich sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkende Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten. Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch z. T. bei Schmerzen wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

b) Akupunktur

d) Physikalische Therapie - z. B.: T.E.N.S., Wärme, Kälte, Massagen, Krankengymnastik,..



2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Engpasssyndrom



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


Gelenkschmerzen Krankheit   Gelenkschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Gelenkschmerzen:
schmerzende Gelenke, Schmerzgelenk, Schmerzen im Gelenk, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Polyarthritis, PCP, primär chronische Polyarthritis, Gelenkentzündung

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen Top6 Krankheiten

Weitere Themen zu Gelenkschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Mindestlöhne in der Pflege steigen ab Januar 2018
(20.07.17) Der Mindestlohn in der Pflege steigt zum 1. Januar 2018. Er liegt dann bei 10,55 Euro pro Stunde im Westen und 10,05 Euro im Osten Deutschlands. In zwei Schritten soll er bis Januar 2020 weiter steigen und dann 11,35 Euro pro Stunde im Westen und 10,85 Euro im Osten betragen. Eine entsprechende Verordnung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) passierte am Mittwoch (19. Juli) das Bundeskabinett.
Artikel lesen...

HKP-Richtlinie: Änderungen bei Kompressionstherapie und neue Leistung Unterstützungspflege
(19.01.18) Künftig können Patienten Hilfe beim An- und Ausziehen von ärztlich verordneten Kompressionsstrümpfen oder -strumpfhosen bereits ab der Kompressionsklasse I erhalten. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschlossen.
Artikel lesen...

GBA etabliert Qualitätssicherung bei Zahnärzten
(18.01.18) Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) werden künftig bei den Zahnärzten die Qualität der Versorgung prüfen. Eine entsprechende Richtlinie hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) Ende 2017 beschlossen. Damit werden die im vertragsärztlichen Bereich bereits etablierten Qualitätsprüfungen auf die zahnärztliche Versorgung ausgedehnt.
Artikel lesen...

Weiterführende Links



Anzeige