20. Mai 2013

doctorhelp - Home - Gelenkschmerzen - Coxalgie

Top6 Themen: Coxalgie - Gelenkschmerzen

Coxalgie

Coxalgie Gelenkschmerzen Themen und Krankheit
Das Wort „Coxalgie“ beschreibt Hüftgelenksschmerzen.

Im Hüftgelenk bewegen sich Rumpf/ Becken und Oberschenkel gegeneinander. Das Hüftgelenk ist ein sog. Napfgelenk, zuständig für Beuge-, Streck- und Kreiselbewegungen, und natürlich auch für die Bewegungen, die seitwärts von der Körperachse wegführen - die sog. Abduktion - und natürlich das Heranführen an die Körperachse - genannt Adduktion. Die Gelenkkapsel ist durch kräftige Bänder verstärkt.

Die Coxalgie kann viele Ursachen haben.
Die häufigste ist jedoch die Arthrose ( Arthrose Informationen: Arthrose ) , eine durch Abnutzung bedingte, also degenerative Gelenkerkrankung. Sie tritt überwiegend erst im Alter auf. Bei der Coxarthrosis deformans (Arthropathia deformans) bestehen schmerzhafte Gelenkveränderungen, die zunehmend die Funktion des Gelenkes aufgrund eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit stören. Betroffen ist primär das Hüft- und Kniegelenk.

Die Entstehung einer Arthrose und einer daraus folgenden Coxalgie kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. Z. B durch:

• Vorschädigung infolge eines Unfalls
• eigenständige Gelenksentzündung
• permanente Fehlbelastungen, z. B Fehlstellung der Beine, genannt X- oder O-Beine

Um einer Arthrose vorzubeugen, ist es ratsam, diese Fehlbildungen zu erkennen und zu beseitigen.

Eher selten können auch Tumore die Ursache sein. Meistens gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. Gutartige Tumore sind:
• Fibrome (Bindegewebsgeschwülste)
• Lipome (Fettgewebsgeschwülste)
• Hämangiome (Wucherungen von Blutgefäßen)

Ein bösartiger Tumor ist:
• malignes Synovialom

Hüftgelenksschmerzen entstehen auch bei einer Gelenkentzündung (Eitrige Gelenkentzündung) infolge einer Systemerkrankung, meistens sind dann aber mehrere Gelenke betroffen. Als Ursache gelten hauptsächlich rheumatische bzw. rheumatoide (rheumaähnliche) Erkrankungen. Bei Jugendlichen kann eine Coxalgie auch im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthritis (Still Syndrom) auftauchen. Das Still Syndrom ist eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (Entzündung in mehreren Gelenken). Begleitende Symptome sind Fieber, geschwollene Lymphknoten, sowie eine Milz- und Lebervergrößerung.
Des Weiteren können Hüftgelenkschmerzen auch Folge einer Infektionskrankheit sein, z. B. nach Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken. Diese werden dann auch als sog. parainfektiösen reaktiven Arthritiden (Gelenkentzündungen) bezeichnet.


Therapie: Coxalgie Hüftgelenksschmerzen

Die Therapie einer Coxalgie bzw. von Hüftgelenkschmerzen richtet sich einerseits nach Ursache (kausale Therapie) und andererseits nach dem Symptom, also dem Schmerz (symptomatische Therapie). Je nach Ursache wird eine entsprechende Therapie gewählt, z. B. wird man bei bestehenden parainfektiösen reaktiven Arthritiden diese entsprechend medikamentös behandeln.

Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit der Coxalgie ist eine ursächliche Arthrose. Häufig wird hier zu einer Operation geraten (Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks,…). Hier muß allerdings klar gesagt werden, daß dieser Schritt gut überlegt sein sollte, denn oft wird er einfach auch viel zu früh empfohlen. Die spezielle Schmerztherapie z. B. verfügt bei Hüftgelenkschmerzen mit diesem Hintergrund über sehr gute Möglichkeiten bestehende Leiden zu lindern. Häufig kann so eine Operation vermieden bzw. sehr lang hinausgeschoben werden.

Ansonsten gilt bei chronischen Hüftgelenkschmerzen bzw. einer Coxalgie generell, daß dies, wie bei jeder anderer chronischer Schmerzkrankheit auch, zu einer Art Überreizung der Schmerznerven führt. Dies führt zu Dauerschmerzen, was wiederum eine Überreizung beinhaltet, und ein Teufelskreis beginnt.

Spätestens hier sind (ergänzend) gezielte schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt. Diese sind oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und nicht mehr nach seiner Ursache richten. Chronische Hüftgelenksschmerzen erfordern dabei praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren und eine optimale Hilfe kann im Prinzip nur durch tägliche Therapien im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik erreicht werden.


1. Möglichkeiten die Schmerzen symptomatisch (auch ambulant) zu behandeln:

- Medikamentöse Schmerztherapie.

Die Mittel erster Wahl sind peripher wirkende Analgetika (Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken), spez. sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), hierbei möglichst lang wirkende und magenschonende, z. B. Mobec®. Bei starken, schmerzhaften Muskelverspannungen können ergänzend Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) (z. B. Norflex®, Mydocalm®) eine Lösung sein. Schwere Schmerzen sind manchmal dagegen nur durch zentral (im Gehirn / Rückenmark) wirkenden Analgetika (z. B. Tramadol, Valoron N®) zu lindern. Auf die Gefahr einer Schmerzmittelgewöhnung oder gar -abhängigkeit ist grundsätzlich zu achten.
Eine Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (Mittel gegen Depression, u.a. aber auch bei Coxalgie wirksam) kann in vielen Fällen Schmerzmittel einsparen.

- Physikalische Therapie (Krankengymnastik, T.E.N.S. …)
- Akupunktur




2. Weitere Behandlungskonzepte einer Fachklinik

<?  Therapie & Behandlungskonzepte bei Coxalgie



Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


Gelenkschmerzen Krankheit   Gelenkschmerzen Home

Verwandte Suchbegriffe zu Gelenkschmerzen:
schmerzende Gelenke, Schmerzgelenk, Schmerzen im Gelenk, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Polyarthritis, PCP, primär chronische Polyarthritis, Gelenkentzündung

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen Top6 Krankheiten

Weitere Themen zu Gelenkschmerzen A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Jeder Versicherte erhält rund 1,5 Arzneimittel am Tag
(18.05.13) Die knapp 70 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben im Jahr 2012 insgesamt 633 Millionen Arzneimittelpackungen von niedergelassenen Ärzten verordnet bekommen. In diesen Arzneimitteln waren 37,9 Milliarden Tagesdosen enthalten. Rein rechnerisch nimmt damit jeder Versicherte Tag für Tag 1,5 Arzneimittel ein. Am häufigsten wurden Bluthochdruckmittel verordnet, so eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Artikel lesen...

Bayern schließt zwei Lebertransplantationsprogramme
(17.05.13) Das Universitätsklinikum in Erlangen und das Münchener Klinikum rechts der Isar sollen keine Lebern mehr verpflanzen dürfen. Die bayerische Regierung will die Lebertransplantationen künftig nur noch auf drei Krankenhäuser im Freistaat konzentrieren. 2012 waren in Bayern Fälle von Manipulation bei der Vergabe von Spenderlebern am Klinikum rechts der Isar bekannt geworden. Mit der aktuellen Entscheidung zieht die Landesregierung nach eigenen Angaben Konsequenzen aus dem Skandal.
Artikel lesen...

MDK stellt Behandlungsfehler-Statistik 2012 vor
(17.05.13) Fast jeder dritte Verdacht auf einen ärztlichen Behandlungsfehler ist berechtigt. Das geht aus der Behandlungsfehler-Statistik 2012 des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hervor. Insgesamt hat der MDK im vergangenen Jahr wegen vermuteter Behandlungsfehler 12.483 Expertisen erstellt.
Artikel lesen...

Weiterführende Links