25. Mai 2016

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Arthrose

Arthrose Gelenkschmerzen Themen und Krankheit
Bei der Arthrose handelt es sich um eine sog. degenerative Gelenkerkrankung.

Sie gilt als häufigste Krankheit bei Menschen über dem 65. Lebensjahr. Menschen über 70 leiden z. B. in 80% aller Fälle an einer Arthrose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Von der Arthrose ist zuerst der Gelenkknorpel selbst betroffen, erst später findet dann im zweiten Schritt eine Umbildung des korrespondierenden Knochens statt. Oft sind die Schmerzen vor allem durch die Muskeln und Bänder bedingt, die das Gelenk führen. Die Arthrose beginnt mit leichten (Bewegungs-)Schmerzen und endet in (starken) Ruheschmerzen, Bewegungseinschränkung, Schwellungen sowie einer Deformierung der Gelenke. Grundsätzlich begünstigt eine lokale Durchblutungsstörung die Arthrose, worin die Antwort zu finden ist, warum sie mit zunehmendem Alter auftaucht.

Es gibt zwei Grundformen der Arthrose:

1. Idiopathische bzw. primäre Arthrose: Diese Arthrose-Form ist auf eine anlagebedingte Eigenerkrankung des Gelenks zurückzuführen. Die genaue Ursache ist (noch) unbekannt.

2. Sekundäre bzw. symptomatische Arthrose: Diese Arthrose ist Folge einer Vorerkrankung, wie z. B.:

- Brüche (Frakturen) gelenknaher Knochen (posttraumatische Arthrose)
- kongenitale Luxationen (angeborene Gelenkausrenkungen)
- permanente Fehlbelastungen (z. B. X- oder O- Beine)
- Überlastungen (z. B. Kniegelenke beim Fliesenleger)
- Arthritis (Gelenksentzündungen)
- Nekrosen des Gelenkkopfes

Von der Arthrosis deformans sind v. a. die Hüfte und das Knie betroffen. Bei dieser deformierenden bzw. verunstaltenden Arthrose entwickeln sich chronische, zunehmend schmerzhafte und bewegungseinschränkende Gelenkveränderungen.

Die Uncarthrose bzw. Unkovertebralarthrose ist eine Arthrose der Unkovertebralgelenke ("Halbgelenke" an der Halswirbelsäule) und kann ein sog. Zervikal-Syndrom auslösen. ( Zervikal-syndrom Informationen: Zervikal-Syndrom )

Beim Facetten-Syndrom handelt es sich um eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, meisten im Lendenbereich. Sie geht mit Rückenschmerzen einher.
( Facetten-Syndrom Informationen: Facetten-Syndrom )


Therapie

Zunächst existieren im Zusammenhang mit einer Arthrose einige Präventionsmöglichkeiten. Grundsätzlich sollten dauerhafte Überbelastungen und Fehlhaltungen mit unphysiologischer Gelenkbelastung (z.B. durch Beckenschiefstand oder schmerzbedingter einseitiger Gewichtsverlagerung) vermieden werden. Des Weiteren ist es heute erwiesen, dass Menschen mit einem zu niedrigen Selen-Spiegel eher an einer Arthrose erkranken als andere. In solchen Fällen kann also die gezielte Einnahme von Selen eine Arthrose zumindest verzögern.

Für die Therapie einer Arthrose stehen heute zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei sollte grundsätzlich sehr gut abgewogen werden, welche Therapie die passende ist. Operative Maßnahmen, so gut manche auch sind, sind leider zum Teil auch mit erheblichen Risiken verbunden. Gerade hier bietet heute die spezielle Schmerztherapie einiger Schmerzkliniken eine nebenwirkungsarme Alternative, die grundsätzlich vor jeder OP in Erwägung gezogen werden sollte.

1. Allgemeine Therapien

a) Operative Maßnahmen:

- Synovektomie: Hierbei wird die Innenhaut der Gelenkkapsel entfernt, sollte diese sich (immer wieder) entzünden und Gelenksergüsse herbeiführen.

- Umstellungsosteotomie: Dies ist die operative Beseitigung von Fehlstellungen.

- Gelenkersatz: D. h. Endoprothesen aus Metall oder Kunststoff.

b) Behandlung mit Hyaluronsäure: Diese sehr wirksame, inzwischen etablierte Therapie dient der Behandlung der sog. kleinen Synovialgelenke. Der Wirkstoff wird über eine kleine Mini-Fertigspritze verabreicht (1 ml Natriumhyaluronat).

c) Medikamentöse Schmerztherapie: Als erstes Mittel gelten hier peripher wirkende Analgetika, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel). Dabei sollte auf möglichst langwirkende und magenschonende zurückgegriffen werden, z. B. Mobec®. Beim Auftreten von schmerzhaften Muskelverspannungen sind Muskelrelaxanzien eine Lösung, z. B. Norflex® oder Mydocalm®). In manchen, schweren Fällen helfen allerdings nur noch zentralwirkende Analgetika, z. B. Tramadol oder Valoron N®, oder sogar Morphin. Wegen der großen Gefahr einer Schmerzmittelabhängigkeit sollte aber grundsätzlich eine längerfristige Einnahme vermieden werden.

d) Physikalische Maßnahmen: Wärme, Kälte, T.E.N.S., Heilgymnastische Therapie, etc.

e) Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Schmerztherapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von doctorhelp.de.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „Speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Wie oben bereits erwähnt wird die Arthrose durch eine mangelhafte Durchblutung begünstigt. Die unten aufgeführte, therapeutische Lokalanästhesie besitzt sehr starke, durchblutungsfördernde Eigenschaften, was gerade im Zusammenhang mit der Behandlung einer Arthrose zu z. T. erstaunlichen und anhaltenden Resultaten führen kann. Zudem werden die sehr oft schmerzhaften gelenkführenden Muskeln und Bänder entspannt und schmerzarm gemacht. Die optimale Therapie erfordert dabei die ergänzende Kombination mit anderen Verfahren. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h., daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Des weiteren besteht in vielen Fällen bei Arthrose-Patienten durch falsche Behandlung im Vorfeld bereits eine Schmerzmittelabhängigkeit, so daß zuerst ein Schmerzmittelentzug stattfinden muß. Auch hierfür finden sich in einer Schmerzklinik ideale Voraussetzungen, da dieser Entzug wiederum starke Schmerzen auslösen kann. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie/ kontinuierliche Blockade mit Katheter*

Die therapeutische Lokalanästhesie ist eine sehr wirksame, stark durchblutungsfördernde Methode. Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv (Nervenblockade) oder an schmerzleitende Nervenstrukturen (z. B. Rückenmark) gespritzt. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, über mehrere Wochen diese Therapie täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

Als nächst höhere Therapiestufe können kontinuierliche Blockaden mit Hilfe eines eingepflanzten, dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) durchgeführt werden.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

- Hochtontherapie
- Spezielle heilgymnastische Therapie, zur gezielten Förderung der Gelenkfunktionen
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson. Zudem ist gerade bei (chronischen) Schmerzen meistens auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
- Spezielle Schmerz-Akupunktur

Wenn chronische Schmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.





Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Gelenkschmerzen:
schmerzende Gelenke, Schmerzgelenk, Schmerzen im Gelenk, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Polyarthritis, PCP, primär chronische Polyarthritis, Gelenkentzündung

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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