20. Januar 2018

Top6 Themen: Spreizfuß - Fuss-und-Sprunggelenkchirurgie

Spreizfuß

Spreizfuß Fuss-und-Sprunggelenkchirurgie Themen und Krankheit
Als Spreizfuß wird eine Verbreiterung des gesamten Vorderfußes bezeichnet, bei welcher das Gewölbe des Vorfußes durchgetreten ist. Eine mögliche Folge ist eine Metatarsalgie, d. h. schmerzhafte Fußsohlen im Ballenbereich. Ebenso können sich Schwielen im Bereich der mittleren Zehen bilden. Moderne OP-Methoden können die Symptome allerdings dauerhaft lindern.


Symptome


Der Spreizfuß kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Leichte Formen verursachen normalerweise keine Beschwerden. Erste Beschwerden treten gewöhnlich beim Tragen von Schuhen auf, die sich durch die Verbreiterung des Vorderfußes plötzlich immer enger anfühlen. Parallel kommt es zu einer Metatarsalgie, also Schmerzen im Ballenbereich der Fußsohle. Des Weiteren können Hornhautschwielen unterhalb des 2. und 3. Mittelfußkopfes auftreten, die wiederum starke Belastungsschmerzen der Fußsohlen bewirken können, und welche auch durch professionelle Fußpflege nicht linderbar sind.

Tragen Betroffene in diesem Stadium zudem auch noch weiter spitze Schuhe können sich sogar die Sehnen verlagern, was zu einer Fehlstellung der Zehen führen kann. Bei extremen Fehlstellungen ist dann sogar eine sogenannte Luxation möglich, das heißt die Kleinzehen können dann aus den Zehengelenken herausspringen. Die Luxation ist extrem schmerzhaft und stellt einen fußchirurgischen Notfall dar.

Weitere mögliche Folgen von einem (unbehandelten) Spreizfuß sind die Morton-Neuralgie (Schmerzsyndrom als Folge einer Nervenentzündung), die Entstehung von Hammerzehen, ein Hallux valgus oder die Entstehung einer Arthrose. Bei der Morton-Neuralgie werden die Nerven im Zehenbereich durch Auftreibung und Reibung eingeengt, sodass ein sogenanntes Engpasssyndrom entsteht. Die Folge sind auch hier Belastungsschmerzen sowie Missempfindungen in den Bereichen der Zwischenräume der Zehen.


Ursachen


Frauen sind häufiger von einem Spreizfuß betroffen als Männer. Es existieren zahlreiche Ursachen für einen Spreizfuß, in der Regel wird dieser durch verschiedene Faktoren gebildet. Genetische Ursachen existieren, vor allem bei Vorliegen einer parallelen Hallux valgus Deformität. Weitere Ursachen sind Übergewicht sowie rheumatische Erkrankungen. Frauen besitzen zum Teil eine Prädisposition durch eine Bindegewebsschwäche, welche durch das regelmäßige Tragen von spitz zulaufenden High Heels verstärkt werden kann.


Diagnose


Der Spreizfuß ist im Stehen in der Regel gut erkennbar. Aufgrund des verbreiterten Vorderfußes sowie Absenkung des Fußgewölbes sind hierbei typische Merkmale gegeben. Röntgenaufnahmen können die Diagnose bestätigen. Auch eine Fußdruckmessung (Pedographie) wird teilweise im Rahmen einer Befunderhebung durchgeführt.

Aufgrund dieser Möglichkeiten kann die Diagnose „Spreizfuß“ in der Regel absolut eindeutig gestellt werden.


Behandlung bei Spreizfuß


Konservative Therapien

Im Rahmen einer konservativen Behandlung wird versucht den Fuß zu entlasten, beziehungsweise die bestehende Belastung zu reduzieren. Allerdings können diese Maßnahmen nicht das eingesunkene Quergewölbe wieder aufrichten.

Maßnahmen der konservativen Therapie sind:

• Bequeme und weite Schuhe
• Fußgymnastik
• Physiotherapie
• Greifübungen mit den Zehen
• Spezialeinlagen

Gegen die Schmerzen:

• Ruhigstellung
• feuchte Umschläge
• medikamentöse Schmerztherapie, zum Beispiel durch Ibuprofen

Gegen starke Schmerzen:

• Injektionen von Wachstumsfaktoren (Autologes conditioniertes Plasma)
• Injektionen von spezieller hochmolekularer Hyaluronsäure

Operative Therapien

Können durch konservative Ansätze die Beschwerden bei einem Spreizfuß nicht auseichend gelindert werden, sollten (oder müssen) operative Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Moderne OP-Methoden sind heute in der Lage die Fehlstellung bei einem Spreizfuß zu beseitigen. Der Eingriff ist fast schmerzfrei, der Erfolg in der Regel sehr lange anhaltend.

Weil-Osteotomie

Die heutige Standard-OP-Technik ist die sogenannte Weil-Osteotomie. Durch sie wird das Längenverhältnis der Mittelfußknochen chirurgisch wieder korrigiert. Dabei wird der Mittelfußkopf einige Millimeter gekürzt, aber so, dass das Gelenk erhalten bleibt. Durch die Kürzung wird der Knochen von den schmerzenden Schwielen räumlich entfernt. Zudem kann so der Fuß wieder harmonisch belastet werden. Zur Fixierung des Knochens werden extrem kleine Titanschrauben verwendet. Titan hat dabei den Vorteil, dass die Schrauben dauerhaft im Körper bleiben können.

Nach der Operation kann der Fuß sehr schnell wieder im Therapieschuh belastet werden. Die schmerzenden Schwielen heilen in der Folge des Raumgewinns der Knochen von alleine ab.


Morton-Neuralgie

Liegt bereits eine Morton-Neuralgie vor kommt eine minimal-invasive Operation in Frage. Hierbei wird das den Nerv/die Nerven umgebende Bindegewebe durchtrennt, wodurch eine Druckentlastung der Nervenbündel erreicht wird.* Im Anschluss an die OP kann der Fuß nach einigen Tagen belastet werden.

Von Vorteil ist, sich bei beiden Arten der Operation ausschließlich an sehr erfahrene Operateure zu wenden. Die Erfahrung ermöglicht, dass die OP so schmerzschonend wie möglich abläuft, und die Ergebnisse so lang wie möglich anhalten. Wichtig ist auch den Fuß immer als Einheit und vollständig zu betrachten. Entsprechende Begleitpathologien sollten beachtet werden, nur so können optimale Operationsergebnisse erreicht werden.



* Diese Technik kann auch bei tumorösen Auftreibungen angewendet werden, allerdings wird dann der gesamte Knoten entfernt (und anschließend im Rahmen einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) analysiert).



Die hier beschriebene Therapie wird in folgender Klinik angeboten:
Privatklinik Orthoparc Köln - Orthopädie auf höchstem Niveau


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Verwandte Suchbegriffe zu Fuss-und-Sprunggelenkchirurgie:
Fußchirurgie, Sprunggelenkchirurgie, Fuß-OP, Sprunggelenk-OP, Operation am Fuß, Operation am Sprunggelenk

Autor: Dr. med. André Morawe

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