19. Oktober 2017

Top6 Themen: Hallux rigidus - Fuss-und-Sprunggelenkchirurgie

Hallux rigidus

Hallux rigidus Fuss-und-Sprunggelenkchirurgie Themen und Krankheit
Ein Hallux rigidus (lat. “steife Großzehe”) beschreibt eine Versteifung der Großzehe. Sie entsteht durch Verschleiß per Abnutzung in dem Großzehengrundgelenk und geht mit starken Schmerzen einher. Neue OP-Methoden können die Bewegungsfähigkeit wieder herstellen und Schmerzen dauerhaft beseitigen.


Symptome bei einem Hallux rigidus


Das Großzehengelenk muss sehr hohe Belastungen aushalten - beim Gehen zum Beispiel. Abnutzungen des Gelenkknorpels per Arthrose haben Entzündungen zur Folge. Die Konsequenz sind Schwellungen und Schmerzen. Die Bewegungsfähigkeit wird gemindert, vor allem das Abrollen des Fußes. Oft bleibt diese Tatsache zunächst jahrelang unbemerkt. Später treten erste Schmerzen auf, welche bei Belastung des Fußes deutlich stärker werden – das Gelenk ist gerötet und druckempfindlich, auch Schuhe drücken immer mehr.

Am Anfang können Betroffene den Zeh noch beugen, lediglich das Strecken verursacht immer stärkere Schmerzen. Aus Schutz wird die Bewegung meistens eingeschränkt. Die Folge sind Bewegungsmangel und schließlich eine Versteifung des Großzehengrundgelenks. Durch die Arthrose entstehen weitere Beschwerden, als Folge kommt es zu weiteren Fehlbelastungen: Der Außenrand des Fußes wird stärker belastet, ebenso wie die anderen Zehen. Diese Schonhaltung kann im nächsten Schritt zu einer Überlastung des Knies und schließlich der Hüfte führen.


Diagnose


Die Diagnose des Hallux rigidus sollte durch einen Orthopäden erfolgen. Neben der Untersuchung der Druckempfindlichkeit, den äußeren Anzeichen und der Anamnese kann die Diagnose eindeutig durch eine Röntgenaufnahme gestellt werden.


Therapie des Hallux rigidus


Bei der Behandlung des Hallux rigidus kommen im ersten Schritt konservative Verfahren zum Einsatz. Zeigen diese keine oder zu geringe Wirkung stehen im zweiten Schritt diverse Operationsmethoden zur Verfügung.

1. Konservative Therapie

Der Sinn von konservativen Therapien ist, den Verschleiß im Großzehengrundgelenk zu verringern, und die Symptome zu lindern.

2. Manuelle Therapie

Durch manuelle Therapien wird die Beweglichkeit verbessert und kann, sofern möglich, erhalten werden. Diese Therapie ist allerdings nur in einem sehr frühen Stadium erfolgversprechend.

3. Einlagen

Eine weitere Möglichkeit sind spezielle Karbon-Schuheinlagen, die individuell gefertigt werden. Ebenso werden Ballenrollen im vorderen Schuh nebst Versteifung der Schuhsohlen durchgeführt. Eine parallele Bewegungstherapie ist als Unterstützung zu empfehlen.

Die führende Methode zur Einlagenherstellung sind heute Fräsverfahren, denen eine computergestützte Fußdruckmessung (Pedographie) zu Grunde liegen.

4. Schmerztherapie

Akute und chronische Schmerzen können durch verschiedene medikamentöse Schmerztherapien gelindert werden. Das Mittel erster Wahl ist hier Ibuprofen. Durch Die Injektion von einer speziellen hochmolekularen Hyaloronsäure kann die Abnutzung des Knorpels temporär gestoppt werden, auch die Schmerzen werden dadurch in der Regel reduziert. Alternativ können die Applikation von aus dem Patientenblut gewonnenen Wachstumsfaktoren (ACP – Autologes Conditioniertes Plasma) verabreicht werden, die aus dem eigenen Blut hergestellt werden. In einigen Fällen zeigen auch bestimmte homöopathische Substanzen eine Wirkung.

5. Operative Methoden

Es stehen heute zur operativen Behandlung des Hallux rigidus mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die richtige Methode legt der behandelnde Arzt in Absprache mit dem Patienten fest. Eine ausführliche Beratung sollte dabei erfolgen. Dabei werden individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. Wichtig und empfehlenswert ist, sich in diesen Fällen an einen Arzt bzw. an eine Klinik zu wenden, die über langjährige Erfahrung verfügt – ein extrem wichtiger Punkt, der die Wahl der optimalen Therapie und OP-Durchführung gewährleistet.

Dorsale Keilresektion (Cheilektomie)

Die dorsale Keilresektion ist ein OP-Verfahren, bei welchem die entzündeten Schleimhäute sowie der neu gebildete Knochen entfernt werden. Die Folge ist eine Verminderung von Schmerzen nebst einer besseren Bewegungsfähigkeit. Dieses Verfahren wird im relativ frühen Stadium der Erkrankung angewendet, und hat den Vorteil des Gelenkerhalts und der (Wieder-)Herstellung der biomechanischen Funktion. Durch das Verfahren werden restliche Gelenkknorpel gefestigt sowie die Bildung eines Ersatzknorpels angeregt. Der Fuß kann nach der OP sofort belastet werden. Eine gezielte Krankengymnastik unterstützt die Genesung.

Osteotomie

Bei der Osteotomie wird die Beugefehlstellung der Großzehe korrigiert. Der Knochen wird parallel geglättet und die entzündete Gelenkschleimhaut entnommen. Dieses Verfahren kommt ebenfalls in einem sehr frühen Stadium der Arthrose zum Einsatz. Wie bei der dorsalen Keilresektion werden die Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit wiederhergestellt. Ebenso ist der Fuß auch hier sofort wieder belastbar, allerdings nur im Therapieschuh. Eine intensive Physiotherapie unterstützt den Heilungsprozess.

Stabilisierung (Arthrodese)

In späteren Stadien des Hallux rigidus ist Stabilisierung zu empfehlen, besonders wenn bereits eine schmerzbedingte und schmerzhafte Versteifung des Gelenks vorhanden ist. Das defekte Gelenk wird künstlich blockiert, und zwar durch winkelstabile Titanimplantate. Das Ergebnis ist in der Regel eine dauerhafte Beschwerdefreiheit. Die Belastung nach der OP ist auch hier über einen Therapieschuh sofort möglich. Ängste vor dieser Art der Versteifung sind unbegründet. Wissenschaftliche Studien belegen, dass das absolut sichere Verfahren auch im Nachhinein hervorragende Resultate erzielt und die Beschwerdefreiheit zuverlässig anhält.

Künstliches Gelenk (Endoprothese)

Als Alternative Option zur Stabilisierung (Arthrodese) besteht auch die Möglichkeit eines künstlichen Gelenkersatzes (Endoprothese). Der Vorteil liegt in der Erhaltung der Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks. Es stehen am Markt verschiedene Prothesen im Angebot. Zu empfehlen sind Prothesen welche die Beugung, Streckung und Rotation des Gelenks erlauben (sog. 3-Komponenten Design). Auch sollte die Beweglichkeit durch moderne Kunststoffelemente übertragen werden, sodass keine Metall-auf-Metall-Kontakte entstehen. Sogenannte Titanplasmasprays ermöglichen dabei ein schnelles Einwachsen der Prothese. Knochenzement ist bei guten Prothesen hier nicht notwendig und auch nicht zu empfehlen. Auch hier ist der Fuß nach circa 2 Wochen wieder in normalen Schuhen belastbar.
Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass jede Prothese, diese inbegriffen, sich lockern kann. In solchen Fällen müssen defekte Prothesenanteile ausgetauscht werden. Die Option der Stabilisierung bleibt alternativ immer bestehen.



Die hier beschriebene Therapie wird in folgender Klinik angeboten:
Privatklinik Orthoparc Köln - Orthopädie auf höchstem Niveau


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Autor: Dr. med. André Morawe

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