19. Oktober 2017

Top6 Themen: Muskelschmerzen - Fibromyalgie

Muskelschmerzen

Muskelschmerzen Fibromyalgie Themen und Krankheit
Muskelschmerzen (Myalgie medizinischer Fachbegriff für Muskelschmerz). Muskelschmerzen können in sehr verschiedenen Variationen auftreten.
Es gibt akute und chronische Formen.



Überblick der Formen - Muskelschmerzen


a) Muskelkrämpfe, als Folge einer lokalen Stoffwechselstörung. Nächtlich auftretende Muskelkrämpfe werden auch als Crampus nocturni bezeichnet.

b) Muskelschmerzen als Folge einer Verletzung (Muskelfaserriß, …)

c) Muskelschmerzen im Zusammenhang mit Infektionen (z. B. grippaler Infekt, …)

d) Länger anhaltende, chronische Muskelschmerzen, welche auch als myalgische Syndrome (Muskelschmerzen als Krankheitszeichen) bezeichnet werden.

Sie werden durch reflektorische Übererregung von Nervenwurzeln der Wirbelsäule verursacht, wie z. B. beim LWS-Syndrom oder HWS-Syndrom.
Die Muskelschmerzen sind hierbei Folge einer Muskelverkrampfung, in extremen Fällen bildet sich sogar ein Muskelhartspann.

e) Muskelschmerzen mit mehr diffusem Charakter, infolge einer Myositis (Muskelentzündung).

Für diese gibt es hauptsächlich vier Ursachen, nämlich:

1. Dermatomyositis:
Dies ist eine sehr seltene, schleichend-chronische, und rel. Schlecht verlaufende Erkrankung der Muskeln, der Haut und der inneren Organe.

2. Muskelentzündung als Folge einer Infektion (Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten)

3. paraneoplastische Muskelentzündung:
Diese Muskelentzündung wird durch die Hormon-Fernwirkung von bösartigen Tumoren verursacht.

4. allergisch bedingte Muskelentzündung, welche z. T. auch von Medikamenten verursacht wird.


f) Generalisierte Muskelschmerzen, die den ganzen Körper betreffen, wie z. B. bei der Fibromyalgie

Die Therapie von Muskelschmerzen richtet sich im ersten Schritt nach der verursachenden Grunderkrankung. Parallel bestehende (Muskel-)Schmerzen können durch allgemeine Schmerztherapien behandelt werden.
Gerade Muskelschmerzen im Zusammenhang mit Verletzungen oder einem grippalen Infekt klingen relativ schnell von alleine ab. Bleiben Muskelschmerzen allerdings weiter bestehen und nehmen chronische Formen (Informationen zu chronischen Schmerzen) an, oder möchte man auf die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln verzichten, sind weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik die richtige Lösung.

1. Allgemeine Schmerztherapien:

- Medikamentöse Schmerztherapie:
Die erste Wahl sind sog. peripher wirkende Analgetika, speziell möglichst langwirkende und magenschonende, nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), z. B. Mobec®. Des Weiteren gibt es gegen schmerzhafte Muskelverspannungen sog. Muskelrelaxanzien, z. B. Norflex® oder Mydocalm®.

- Physiotherapie:
Krankengymnastik, Wärme, Kälte, Massagen, T.E.N.S., …

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Schmerztherapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von doctorhelp.de.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie von Schmerzen, gerade auch im Zusammenhang mit Muskelschmerzen, erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h., daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Schmerzproblem ganz gezielt anzugehen. Für einen optimalen Therapieerfolg ist in der Regel dazu ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Schmerzklinik notwendig. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie/ kontinuierliche Blockade mit Katheter*

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen im Bereich des Rückens eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, über mehrere Wochen diese Therapie täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

Als nächst höhere Therapiestufe können kontinuierliche Blockaden mit Hilfe eines eingepflanzten, dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) durchgeführt werden. Gerade diese „kontinuierliche Blockade mit Katheter“ kann auch bei Muskelschmerzen zum Teil erstaunliche Erfolge aufweisen.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Weiterführende Physiotherapie (spezielle Krankengymnastik und andere Anwendungen)
- Hochtontherapie
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren,
wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist gerade bei (chronischen) Schmerzen im Zusammenhang mit einer Multiplen Sklerose auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
- Spezielle Schmerz-Akupunktur

Wenn Muskelschmerzen längerfristig bestehen, wird normalerweise ein Chronifizierungsgrad II oder III erreicht (Mainzer Stadieneinteilung). In diesen Fällen ist eine rein körperliche Behandlung kaum noch ausreichend, sondern es sollten in Ergänzung psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Fibromyalgie:
generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom, Ganzkörperschmerz, Weichteilrheuma, (chronischer) Muskelschmerz, Ganzkörperschmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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