31. März 2015

Top6 Themen: Polyarthralgie - Fibromyalgie

Polyarthralgie

Polyarthralgie Fibromyalgie Themen und Krankheit
Die Polyarthralgie ist eine Schmerzkrankheit und durch (chronische) Schmerzen in mehreren Gelenken definiert. Sind nur wenige Gelenke betroffen, spricht man von einer Oligoarthralgie.

Für die Polyarthralgie gibt es diverse Ursachen:

1. Polyarthralgie, die auf einer Eigenerkrankung der Gelenke basiert, z. B.:

- Polyarthrose (Arthrose in mehreren Gelenken), z. B. Arthrosis deformans (Arthropathia deformans)
- Gelenkentzündungen (Arthritiden), im Sinne einer Gelenkeigenerkrankung - Tumore (gut- und bösartige)

2. Polyarthralgie, als Folge einer Systemerkrankung, z. B.:

- Rheuma (primär chronischen Polyarthritis, PcP, rheumatoide Arthritis, Polyarthritis rheumatica)
- Stoffwechselerkrankungen, speziell die Harnsäuregicht (Arthritis urica)
- systemische juvenile chronische Arthritis (Still Syndrom)
- Schuppenflechte (Psoriasis) & Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica, Schuppenflechtenarthritis)
- Infektionskrankheiten (z. B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken)

Eine Polyarthralgie kann sehr schmerzhaft und hartnäckig sein. Zur Behandlung einer Polyarthralgie ist im ersten Schritt grundsätzlich eine fundierte Diagnostik notwendig, um eine die Schmerzen auslösende Erkrankung zu entdecken bzw. auszuschließen. Gelingt dies, wird im zweiten Schritt diese Erkrankung gezielt behandelt. Parallel bestehende Schmerzen werden dabei medikamentös angegangen.

Mögliche Schmerzmittel sind: Als Mittel erster Wahl gelten nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst magenschonende und langwirkende z. B. Mobec®. Bei begleitenden, stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen sind Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung) eine mögliche Wahl, z. B. Norflex® oder Mydocalm®. Bei sehr starken Schmerzen müssen manchmal allerdings zentral wirkende Analgetika probiert werden, z. B. Tramadol oder Valoron N ®.

Für Details zu möglichen medikamentösen Schmerztherapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

Bleiben weiterhin Schmerzen bestehen, oder gilt es eine Medikamentenabhängigkeit zu vermeiden, sind weiterführende Konzepte der Schmerztherapie in einer erfahrenen Schmerzklinik gefragt.

Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

Zur weiterführenden Therapie einer Polyarthralgie werden in einer Schmerzklinik heute Verfahren der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Dabei gilt generell das Motto: Je früher desto besser.

Das u. U. komplexe Beschwerdebild einer Polyarthralgie erfordert i. d. R. eine stationäre, mehrwöchige und interdisziplinäre Therapie, wobei verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie kombiniert werden müssen. Dieses Behandlungskonzept bezeichnet man heute als multimodal, d. h., daß verschiedene Therapien aufeinander abgestimmt werden um so das Problem der Krankheit ganz gezielt anzugehen. Eine multimodale Therapie hat immer das Ziel, Schmerz- und Beschwerdefreiheit oder zumindest eine anhaltende, deutliche Schmerzlinderung zu erzielen, möglichst ohne weitere Schmerzmitteleinnahme.



Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie/ kontinuierliche Blockade mit Katheter*

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika, z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen in den Körper eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, über mehrere Wochen diese Therapie täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus

Als nächst höhere Therapiestufe können kontinuierliche Blockaden mit Hilfe eines eingepflanzten, dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) durchgeführt werden. Gerade diese „kontinuierliche Blockade mit Katheter“ kann bei einer Polyarthralgie zum Teil zu erstaunlichen Erfolgen führen.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Spezielle Schmerz-Akupunktur
- Hochtontherapie/ „Transkutane Nervenstimulation“ (T.E.N.S.)
- Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen)
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist bei einer Polyarthralgie auch ein Schmerzbewältigungstraining meist sinnvoll.

Wenn Schmerzen bereits längerfristig bestehen, kann man davon auszugehen, daß nach der sog. „Mainzer Stadieneinteilung“ bereits die Chronifizierungsgrade II oder III vorliegen. In solchen Fällen ist eine rein körperbezogene Behandlung oft nicht mehr ausreichend, so daß zusätzlich psychologisch/ psychotherapeutische Interventionen erfolgen sollten.
Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim und Schmerzklinik am Arkauwald.


Fibromyalgie Krankheit   Fibromyalgie Home

Verwandte Suchbegriffe zu Fibromyalgie:
generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom, Ganzkörperschmerz, Weichteilrheuma, (chronischer) Muskelschmerz, Ganzkörperschmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

Verwandte Schmerz-Themen von Fibromyalgie

Fibromyalgie Top6 Krankheiten

Weitere Schmerz-Themen von Fibromyalgie A-Z:

Sponsorenbereich
Anzeige

Anzeige
Aktuelle Gesundheitsnachrichten

Hessen: Landesbasisfallwert 2015 liegt bei 3.190,81 Euro
(31.03.15) Der Landesbasisfallwert für das Jahr 2015 liegt in Hessen bei 3.190,81 Euro ohne Ausgleiche und wurde mit Wirkung zum 1. April 2015 genehmigt. Damit können die Kliniken in Hessen mit einem Erlösvolumen von etwa 4,7 Milliarden Euro rechnen. Das ist ein Plus von knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die vereinbarte Leistungsmenge oder das Casemixvolumen beträgt 1.472.785, knapp drei Prozent mehr als 2014.
Artikel lesen...

Viele Deutsche vertrauen dem Gesundheitssystem
(31.03.15) Die meisten Deutschen sind mit ihren Ärzten, Kliniken und Krankenkassen zufrieden. Das hat eine Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergeben. Danach sehen mehr als die Hälfte der 1.062 Teilnehmer das deutsche Gesundheitssystem unter den Top drei weltweit. Die Hälfte der Deutschen vergibt für eine Behandlung in der Klinik die Noten eins oder zwei. Insgesamt 80 Prozent der Befragten sind mit den Leistungen ihrer Krankenkasse zufrieden.
Artikel lesen...

Zehn-Punkte-Plan gegen Klinikkeime
(30.03.15) Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will den Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime intensivieren. Nach einem Zehn-Punkte-Plan sollen unter anderem die Meldepflichten für Kliniken bei Auftreten besonders gefährlicher Keime verschärft werden. Klin iken sollen zudem verpflichtet werden, regelmäßig in allgemein verständlicher Sprache über ihre Hygienestandards zu informieren.
Artikel lesen...

Weiterführende Links



Anzeige