21. Oktober 2018

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Top6 Themen: Osteoporose - Fibromyalgie

Osteoporose

Osteoporose Fibromyalgie Themen und Krankheit
Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochensystems. Ihr Kennzeichen ist eine Abnahme der Knochensubstanz. Sie kann allgemein im ganzen Körper ausgebreitet auftreten (generalisiert), aber auch lokal begrenzt. Die lokale Variante kommt zum Beispiel bei einem Morbus Sudeck vor (Details s. Thema „Morbus Sudeck“ bei Doctorhelp).

Charakteristisches Merkmal einer Osteoporose sind Schmerzen, hauptsächlich im Bereich der Wirbelsäule. Des Weiteren kommt es durch die Krankheit zu Spontanfrakturen, d. h. zu Knochenbrüchen ohne äußere Einwirkung. Die Folge sind Fehlstellungen, welche die Bänder und Muskeln zusätzlich belasten, was zu weiteren Schmerzen führen kann. Ursache für Schmerzen können sowohl der Knochen selbst sein, als auch die Bänder und Muskeln. Die Osteoporose verläuft oft schubförmig.

Als Ursache für eine Osteoporose gelten hormonelle (endokrine) Störungen, nämlich:

● Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
● Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus)
● Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus)
● Morbus Cushing (Krankheitsbild durch ein Überangebot von Glucocorticoiden)

An der postmenopausalen (Übergangsphase von der weiblichen Geschlechtsreife zum Alter) und der altersbedingten (senilen) Osteoporose sind ebenso hormonelle Faktoren beteiligt.

Zur Therapie einer Osteoporose gibt es zunächst allgemeine Therapieansätze. Wenn mit diesen Maßnahmen die Schmerzen, die im Zusammenhang mit einer Osteoporose auftauchen, nicht gelindert werden können, oder man auf die Einnahme von Schmerzmitteln verzichten möchte, sind weiterführende Methoden einer erfahrenen Schmerzklinik gefragt.

1. Allgemeine Therapieansätze:

- In der Akutphase nach einer osteoporotischen Fraktur ist zunächst Bettruhe die richtige Maßnahme, zumindest die Vermeidung von Aktivität.

- Des Weiteren ist Physiotherapie sinnvoll, speziell muskelkräftigende Heilgymnastik, Wärme, Kälte, T.E.N.S, etc..

- Medikamentöse Therapie: Calcitonin (Hormon mit kalziumregulierender Wirkung)und Bisphosfonate (z. B. Fosamax®) sind oft eine sehr sinnvolle Maßnahme. Anabole (aufbauenden) Hormonpräparate sind wissenschaftlich noch nicht sicher untermauert. Auch die Behandlung mit zusätzlichem Kalzium oder Vitaminen zeigt in der Regel eine begrenzte Wirkung. Unterstützend für den Knochenaufbau wirkt auch Protelos®. Des Weiteren ist bei der postmenopausalen und der altersbedingten (senilen) Osteoporose eine Beeinflussung mit Medikamenten fast nicht möglich.

- Medikamentöse Schmerztherapie: Als Mittel erster Wahl gelten nicht steroidale Antirheumatika (Rheumamittel, aus dieser Gruppe möglichst magenschonende und langwirkende z. B. Mobec®. Bei sehr starken Schmerzen können zentral wirkende Analgetika probiert werden, z. B. Tramadol oder Valoron N ®.

- Akupunktur

Für Details zu möglichen medikamentösen Therapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Weiterführende Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die Methoden einer Schmerzklinik zur Behandlung von Schmerzen bei einer Osteoporose im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie/ kontinuierliche Blockaden mit Katheter*

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z. B. Bupivacain) an bestimmten Stellen im Bereich des Rückens eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, diese Therapie über mehrere Wochen täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant durchgeführt, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus.

Als nächst höhere Therapiestufe können kontinuierliche Blockaden mit Hilfe eines eingepflanzten, dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) durchgeführt werden.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt minimal-invasiv (gering verletzender Eingriff) durch eine handelsübliche Kanüle hindurch. Es muß also kein Schnitt wie bei klassischen OPs erfolgen, und, wie bei allen minimal-invasiven Verfahren üblich, ist dadurch der Aufwand sowie das Behandlungsrisiko extrem gering. Über diesen „Mini-Katheter“ wird dann mehrmals täglich, jeweils nach dem Nachlassen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachinjiziert. In manchen Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels auch eine kleine Pumpe angeschlossen angeschlossen werden. Der Trick an der Methodik ist der: Das Lokalanästhetikum wird dabei stets so dosiert, daß die normale Muskelkraft voll erhalten bleibt, aber die Schmerzreizleitung blockiert ist. Dadurch ist ein uneingeschränkter Tagesablauf möglich und es können begleitend krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Daß die schmerzlindernde Wirkung bis auf wenige Ausnahmen über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Methode auch die sog. vegetativen Nerven betäubt. Daraus resultiert eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung (Sympathikolyse), was auch der Grund ist, warum gerade Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, sich hiermit sehr gut behandeln lassen. Eine bessere Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder bereits geschädigten Nervs. Nach neusten Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung sogar das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen – ein immens wichtiger Aspekt zur Erlangung anhaltender Schmerzlinderung oder gar Schmerzfreiheit.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen): Die oben beschriebenen allgemein physiotherapeutischen Maßnahmen werden auch in jeder Schmerzklinik bei Bedarf angewendet. Im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie ist bei der Behandlung von einer Osteoporose und/ oder deren Folgen dagegen eine spezielle, heilgymnastische Therapie unverzichtbar. In den meisten Fällen ist nur diese geeignet, den ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Aus diesem Grund erfolgt die heilgymnastische Therapie in einer Schmerzklinik in sehr enger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem ist bei (chronischen) Schmerzen im Zusammenhang mit einer Osteoporose auch ein Schmerzbewältigungstraining meist sinnvoll.
- Spezielle Schmerzakupunktur

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Fibromyalgie:
generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom, Ganzkörperschmerz, Weichteilrheuma, (chronischer) Muskelschmerz, Ganzkörperschmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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