24. Juni 2018

Top6 Themen: Myofasziale Schmerzen - Fibromyalgie

Myofasziale Schmerzen

Myofasziale Schmerzen Fibromyalgie Themen und Krankheit
Ein myofasciales Schmerzsyndrom beschreibt eine Schmerzkrankheit der Muskulatur sowie ihrer bindegewebigen Hüllen. Das myofasciale Schmerzsyndrom wird (fälschlicherweise) häufiger auch als „Tendopathie“ bezeichnet, welche aber streng genommen nur die Sehnen betrifft.

Es gibt zwei Arten des myofascialen Schmerzsyndroms:

a) Generalisiertes myofasciales Schmerzsyndrom
b) Lokales myofasciales Schmerzsyndrom


Das generalisiert myofasciale Schmerzsyndrom betrifft mehr oder weniger die Muskulatur des ganzen Körpers einschl. der Sehnen und wird oft auch als Fibromyalgie bezeichnet, wobei manche Autoren es auch als eigenständiges Krankheitsbild betrachten. Der großen Ähnlichkeit wegen verweisen wir an dieser Stelle allerdings direkt auf unseren Doctorhelp-Beitrag zur „Fibromyalgie“ (s. u.)

Das lokale myofasciale Schmerzsyndrom ist dagegen, wie der Name bereits erahnen lässt, auf eine bestimmte Körperstelle bzw. einen Bereich des Körpers beschränkt. Typisch sind, neben lokalen Muskelbeschwerden, sog. Triggerpunkte innerhalb der betroffenen Muskulatur, sprich tastbare lokale Verhärtungspunkte. Des Weiteren sind Schmerzausstrahlungen in benachbarte Regionen möglich. Früher wurde für ein lokales myofasciales Schmerzsyndrom auch gerne der Begriff "Myogelose" verwendet, der allerdings auf dem Trugschluß basierte, dass innerhalb des betroffenen Muskels eine Art „Gelzustand“ bestehen würde.

Als anfällige Faktoren für ein lokales myofasciales Schmerzsyndrom gelten Statikstörungen, zu wenig oder zu viel Bewegung (Hypomobilität/ Hypermobilität), einseitige Belastungen sowie Trainingsmangel. Zur eindeutigen Diagnose sollte ein Schmerzspezialist zu Rate gezogen werden.

Zur Therapie eines lokalen myofascialen Schmerzsyndroms können zunächst allgemeine Ansätze versucht werden. Zeigen diese zu geringe Wirkung sind weiterführende Konzepte einer Schmerzklinik gefragt.

1. Allgemeine Therapieansätze

- Medikamentöse Schmerztherapie

- Physiotherapie: Bewegungstherapien, Deblockierungen (bei blockiertem Gelenk) und Muskeltechniken, Massagetechniken, Wärme , Kälte, Elektrotherapie, Ultraschall, etc.

Für Details zu möglichen medikamentösen Schmerztherapien wenden Sie sich bitte an den kostenlosen Beratungsservice von DoctorHelp.

2. Behandlungskonzepte einer Schmerzklinik:

In einer Schmerzklinik werden Methoden aus dem Bereich der sog. „speziellen Schmerztherapie“ eingesetzt. Die optimale Therapie chronischer Schmerzen und damit die Behandlung eines lokalen myofascialen Schmerzsyndroms, erfordert immer eine ganz individuelle Kombination von verschiedenen Verfahren der speziellen Schmerztherapie. Die Methoden einer Schmerzklinik im Einzelnen sind:

● Therapeutische Lokalanästhesie

Bei der therapeutischen Lokalanästhesie werden (möglichst lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) (z.B. Bupivacain) an bestimmten Körperstellen eingebracht. Für die Injektionen werden sehr feine Nadeln verwendet, was von der Empfindung her dem Setzen von Akupunkturnadeln ähnelt. Die Betäubungsmittel werden entweder in die schmerzende Stelle (Infiltration, hier speziell in die Muskulatur bzw. an die Sehnenansätze) oder direkt an den schmerzleitenden Nerv gespritzt (Nervenblockade). Speziell im Rahmen einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik ist es möglich, über mehrere Wochen diese Therapie täglich mehrfach durchzuführen. Wird die Methode dagegen nur alle paar Tage ambulant angewendet, bleibt der gewünschte Erfolg in aller Regel aus. Die Therapie hat eine deutliche Durchblutungssteigerung zur Folge (Sympathikolyse), was in sich die häufig zu beobachtende, anhaltende Wirkung begründet.

● Analgetikatestung

● Ergänzende Methoden

In einer Schmerzklinik werden ergänzende Methoden gezielt zur Unterstützung und Sicherung des Behandlungserfolgs eingesetzt, als reine Monotherapie (alleinige Behandlung) sind diese Methoden sonst allerdings meistens nicht ausreichend. Diese Methoden sind:

- Weiterführende, spezielle Physiotherapie
- Hochtontherapie
- Hypnoide (bewußtseinsverändernde) Verfahren, wie z. B. das autogene Training oder die progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung. Zudem kann gerade im Zusammenhang mit (chronischen) Schmerzen auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll sein.
- Spezielle Schmerz-Akupunktur

Die hier beschriebene Therapie wird in folgenden Kliniken angeboten:
Schmerzklinik Bad Mergentheim


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Verwandte Suchbegriffe zu Fibromyalgie:
generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom, Ganzkörperschmerz, Weichteilrheuma, (chronischer) Muskelschmerz, Ganzkörperschmerzsyndrom

Autor: Prof. Dr. med. Rolf Leeser

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