31. Oktober 2014

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Chronische Schmerzen und Dauerschmerzen

Schmerz und Gesundheit doctorhelp.de
Was sind chronische Schmerzen

Allein in Deutschland leiden ca. 7, 5 Mio. Menschen an, z. T. unerträglichen, Dauerschmerzen. Hält ein Schmerz länger als ca. 3 Monate an, spricht man von chronischen Schmerzen. Sie sind im besonderen Maße geeignet, die Lebensqualität massiv zu (zer-)stören.
Man unterscheidet generell akute Schmerzphasen von einer chronischen Schmerzerkrankung, speziell in der Schmerztherapie. Akute Schmerzen werden meistens durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und verschwinden oft "von alleine", parallel zur Ausheilung. Akute Schmerzzustände, einschließlich Schmerzen nach OPs (postoperativen Schmerzen), sind heute in der Regel durch Schmerzmedikamente gut behandelbar.

Die große Herausforderung der Schmerztherapie ist hingegen die Behandlung von chronischen Schmerzen. Diese sind in ihrer Entstehungs- und Erscheinungsformen sehr vielfältig. Gemäß der Definition der "Internationalen Gesellschaft zum Studium von Schmerz" (IASP) von 1986 können (chronische) Schmerzen sogar entkoppelt von Gewebsschädigungen existieren, bzw. sogar ohne eine direkte oder indirekte primäre Schädigung des Gewebes. Ein Beispiel ist das Postdiskektomiesyndrom: Hier kommt es zu (chronischen) Schmerzen nach einer Bandscheiben-OP, obwohl das Gewebe (theoretisch) gar nicht mehr belastet ist. Oder die somatoforme Schmerzstörung: Hierbei existieren Schmerzen komplett ohne einen Bezug zu einem körperlichen Leiden.

Deshalb kann sich ein chronischer Schmerz im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln - so daß man schließlich von einer (chronischen) Schmerzkrankheit spricht, welche die körperlichen, seelischen und auch die sozialen Belange eines Patienten zunehmend mindert.

1. Typisch Anzeichen bei chronischen Schmerzen auf körperlicher Ebene ist eine (schmerzbedingte) zunehmende Bewegungsarmut und das Einnehmen von typischen Schonhaltungen, welche wiederum die Gelenke und Muskeln belasten. Häufig werden hier in der Behandlung bereits erste große Fehler begangen, indem man nicht indizierten (nicht gut begründeten) OP-Maßnahmen empfiehlt. Die Folge sind oft iatrogene Schädigungen, sprich durch ärztliche Einwirkung entstandene Schäden.

2. Auf seelisch-emotioneller Ebene stehen v. a. depressive Verstimmungen als Folge der Schmerzkrankheit im Vordergrund. Ohnmachtgefühle, (chronische) Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Folgen können ebenfalls existieren. Wird die Chronifizierung stärker kommt es zudem zu sog. "vegetativen Beschwerden" (vegetativ = das unterbewußte Nervensystem betreffend). Typische Symptome sind innere Unruhe, Schwitzen, Tachykardien (schneller Puls), Schlafstörungen, "Kloßgefühl im Hals" (Globusgefühl) und Sodbrennen.

3. Zu zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen kann es sowohl im familiären Umfeld, als auch innerhalb des Freundeskreises und in der Arbeitswelt kommen. Die eben genannten Leistungseinbußen bzw. -einschränkungen verhindern ein "gleichberechtigtes" Leben. Der Schmerzpatient wird häufig isoliert, mit Konflikten konfrontiert oder als "Spinner" bzw. "seelisch Kranker" abgestempelt. Die Folge ist oft Rückzug und am Ende sogar erhebliche finanzielle Probleme.

Alle genannten Faktoren bilden oft einen Teufelskreislauf - eine Abwärtsspirale nach unten, die sogar zum Sozialfall führen kann.

Deshalb ist die Behandlung von chronischen Schmerzen oft eine echte Herausforderung. In vielen Fällen nicht nur therapeutischer Art, sondern es gilt dabei v.a. auch diagnostische (Erkundung der Schmerzursache) und sozialmedizinische (speziell arbeitsmedizinische) Probleme zu lösen.

Aufgrund dieser Komplexität wurde 1996 von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung "spezielle Schmerztherapie" eingeführt. Diese Zusatzqualifikation können nur patientenorientierte Fachärzte durch 1-jährige Tätigkeit in einer Schmerzklinik, nebst einer 80-stündigen Weiterbildung inkl. Abschlussprüfung erwerben.

Die "spezielle Schmerztherapie umfasst neben der medikamentöse Schmerztherapie (Schmerzmittel, Psychopharmaka) auch die Spritzentherapie (therapeutische Lokalanästhesie), Krankengymnastik, anderen körperlichen Anwendungen, Akupunktur, Chirotherapie und psychologische Verfahren. Der optimale Erfolg entsteht durch eine individuelle, ganz auf das persönliche Krankheitsbild des Patienten abgestimmte Kombination aus eben beschriebenen Verfahren. Diesen Ansatz bezeichnet man auch als multimodale Schmerztherapie. Die optimale multimodale Schmerztherapie kann allerdings aus organisatorischen und meistens auch finanziellen Gründen nicht mehr ambulant erfolgen. Hiefür empfehlen sich spezielle Fachkliniken für Schmerztherapie.

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